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	<title>RichardConrad.de &#187; Wirtschaft</title>
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		<title>Adieu Herr Westerwelle</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 14:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sch&#246;ner und klarer kann man eine R&#252;cktrittsforderung nicht formulieren. Westerwelle ist ein unertr&#228;glicher Zyniker, der die Lebensleistung von Millionen von Menschen einfach vom Tisch wischt. Wir haben kein Problem mit ein paar faulenzenden Biertrinkern, die es sich in der sozialen H&#228;ngematte bequem gemacht haben, die -nebenbei bemerkt- ganz sicher nicht so bequem ist, wie Westerwelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/F8UUFa9Lt4Q" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/F8UUFa9Lt4Q" /></object></p>
<p>Sch&#246;ner und klarer kann man eine R&#252;cktrittsforderung nicht formulieren.</p>
<p>Westerwelle ist ein unertr&#228;glicher Zyniker, der die Lebensleistung von Millionen von Menschen einfach vom Tisch wischt. Wir haben kein Problem mit ein paar faulenzenden Biertrinkern, die es sich in der sozialen H&#228;ngematte bequem gemacht haben, die -nebenbei bemerkt- ganz sicher nicht so bequem ist, wie Westerwelle und ein paar andere glauben machen wollen. Das muss ein reiches Land wie wir es sind einfach aushalten. Wir haben ein Problem mit Menschen, die von ihrer H&#228;nde Arbeit NICHT leben k&#246;nnen. DAS ist ein Problem.</p>
<p>Hier geht es um etwas ganz anderes als soziale Gerechtigkeit. Die hypothetische Senkung der Hartz-IV-Bez&#252;ge, wie sie Westerwave in den Kram passen w&#252;rde (unterstelle ich einfach mal), wird zu einer Senkung des Lohnniveaus in den untersten Einkommen f&#252;hren und noch mehr Leute von gesellschaftlichen Wohlstand abkoppeln. Wem nutz das wohl?</p>
<p>Abgesehen davon kann auch Westerwelle die Augen nicht vor der Tatsache verschlie&#223;en, dass &#252;ber kurz oder lang gro&#223;e Teile der arbeitsf&#228;higen Bev&#246;lkerung nicht mehr gebraucht werden. Das ist ein Fakt. Und das ist seit langem bekannt. Daf&#252;r gibt es aber -soweit ich das sehe- kein Konzept. Bei keiner Partei. Und da ist es gesellschafts- und im &#252;brigen auch wirtschaftspolitischer Bl&#246;dsinn, Daumenschrauben anzulegen.</p>
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		<title>Auf der Jagd nach dem Gesch&#228;ftsmodell</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 22:31:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute berichtet das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg &#252;ber einen sich anbahnenden Deal zwischen Rupert Murdochs News Corp. und Microsoft. Gegen Google. Die News aus dem Medienkonzern sollen exklusiv &#252;ber die Microsoft-eigene Suchmaschine Bing erreichbar sein. Daf&#252;r soll Microsoft zahlen. An News Corp. Na sollen sie doch. Ich w&#252;rde weder die Nachrichten von News Corp. vermissen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute berichtet das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg &#252;ber einen sich anbahnenden Deal zwischen Rupert Murdochs News Corp. und Microsoft. Gegen Google. Die News aus dem Medienkonzern sollen exklusiv &#252;ber die Microsoft-eigene Suchmaschine Bing erreichbar sein. Daf&#252;r soll Microsoft zahlen. An News Corp. Na sollen sie doch. Ich w&#252;rde weder die Nachrichten von News Corp. vermissen und erst recht nicht w&#252;rde ich anfangen, ihretwegen die Microsoft-Suche zu benutzen. Was f&#252;r eine absurde Vorstellung, hier erfolgreich ein Parallel-Web etablieren zu wollen, und damit Google in die Knie zu zwingen, wo doch niemand ernsthaft bezweifelt, dass Google vermutlich durch die Listung der News in den Suchergebnissen auch Murdoch mehr nutzt als schadet.</p>
<p><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2009/11/schnittmenge.png" rel="lightbox[530]"><img class="alignleft size-medium wp-image-535" title="schnittmenge" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2009/11/schnittmenge-300x219.png" alt="schnittmenge" width="300" height="219" /></a>Eine dazu passende Meldung ist die, dass der Springer-Konzern die Angebote von Welt.de und Bild.de f&#252;r iPhone-Nutzer nur noch &#252;ber eine kostenpflichtige Applikation obendrein kostenpflichtig angeboten werden. Ich habe kurz &#252;berlegt, wann ich zuletzt mit meinem iPhone bild.de aufgerufen habe. Es ist mir nicht eingefallen. Ich vermute, das liegt daran, dass das noch nicht vorgekommen ist. Ich bin sogar so verwegen zu behaupten, dass die Schnittmenge zwischen iPhone-Besitzern und Bildlesern sehr &#252;berschaubar ist. Insofern darf das Vorhaben wohl auch als eher weniger brillante Idee abgehakt werden.</p>
<p>Wie passend: w&#228;hrend ich diese Zeilen schreibe, blamieren sich gerade 3 M&#228;nner in der ARD, von denen ich zumindest 2 f&#252;r halbwegs intelligent gehalten habe. Hint: Beckman geh&#246;rt nicht dazu. Frank Schirrmacher (FAZ) promoted sein Buch, das gegen die internetinduzierte Informationsvielfalt polemisiert. Und Jauch gibt ihm recht, w&#228;hrend Beckmann Stichworte in den Raum wirft. Eigentlich sollten die drei nur mal ein Selbstmanagement-Seminar besuchen oder ihre Kinder fragen, wie man sich Medienkompetenz aneignet. So wie das gerade bei Beckmann diskuitert wird, kommen die beiden Medienprofis wie weinerliche Maschinenst&#252;rmer daher, die sich die gute alte Zeit der Deutungshoheit der klassichen Medien zur&#252;ckw&#252;nschen: mit zwei Fernsehsendern und einer &#252;berschaubaren Anzahl von Tageszeitungen, die man sch&#246;n in links und konservativ und liberal einordnen konnte. Oder so.</p>
<p>Ich hatte es hier schon einmal geschrieben: die Medienlandschaft und die Wahrnehmnung von Informationen befindet sich vermutlich im gr&#246;&#223;ten Umbruch seit Erfindung des Buchdrucks. Und diejenigen, die am wenigsten davon profitieren, haben die besten Mittel, diesen Prozess zu verlangsamen, indem sie die &#246;ffentliche Wahrnehmung steuern. Und davon machen sie ausgiebig Gebrauch.</p>
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		<title>Stadtplanung nach Hahnemann</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 03:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer k&#252;nftig Arbeiter dabei beobachten kann, wie sie L&#246;cher in die Asphaltdecke neben die Frostsch&#228;den aus dem letzten Winter meisseln oder Kinder, wie sie die Fensterscheiben eines leerstehenden Hauses zertr&#252;mmern, der hat es nicht mit Vandalismus oder Arbeitsbeschaffung zu tun, sondern h&#228;lt sich vermutlich in K&#246;then auf. Das, was die fleissigen H&#228;nde da tun, ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer k&#252;nftig Arbeiter dabei beobachten kann, wie sie L&#246;cher in die Asphaltdecke neben die Frostsch&#228;den aus dem letzten Winter meisseln oder Kinder, wie sie die Fensterscheiben eines leerstehenden Hauses zertr&#252;mmern, der hat es nicht mit Vandalismus oder Arbeitsbeschaffung zu tun, sondern h&#228;lt sich vermutlich in K&#246;then auf. Das, was die fleissigen H&#228;nde da tun, ist eben nicht Zerst&#246;rung, sondern nennt sich Reizsetzung nach dem &#196;hnlichkeitsprinzip und ist eine zentrale Methode der Hom&#246;opathie.</p>
<p>Die stolze Bach-Stadt K&#246;then hat ihren Sohn Samuel Hahnemann wiederentdeckt. Der ist zwar nicht in der anhaltinischen Kreisstadt geboren, hat hier aber wohl eine zeitlang seine <span style="text-decoration: line-through;">Leer</span> Lehren um wirkstofflose Mittelchen entwickelt und verbreitet. Das war der Stadtmarketing Gesellschaft offenbar Grund genug, dass Profil der Stadt um die Facette der Pseudowissenschaft zu erweitern. So soll bis 2010 ein Masterstudiengang f&#252;r Hom&#246;opathie in K&#246;then angeboten und die wiederentdeckte Tradition so im Selbsverst&#228;ndnis und im Image der Stadt verankert werden.</p>
<p>Das ist aber wohl noch nicht spektakul&#228;r genug und so haben sich die kreativen Jungs von der Imageabteilung noch einen besonderen Coup &#252;berlegt: <a title="http://www.homoeopathie-zeitschrift.de/aktuelles.html?do=showDetail&amp;presse_id=31" href="http://www.homoeopathie-zeitschrift.de/aktuelles.html?do=showDetail&amp;presse_id=31" target="_blank">Hom&#246;opathische Stadtplanung und Sanierung</a>. Da werden jetzt viele die Stirn runzeln und denken: M&#246;nsch, das ist doch das, was wir zwischen &#8217;49 und &#8217;89 gemacht haben! Stimmt auch. Aber es reicht nicht, es zu tun, man muss auch dar&#252;ber reden. Und zwar positiv!</p>
<p>Mir ringt es offen gestanden eine gewisse Bewunderung ab, Stadtplanung und Sanierung schlicht zu unterlassen und dann von Hom&#246;opathie zu sprechen. So werden mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlachtet: kostet nix und l&#228;sst sich vermarkten. Respekt!</p>
<p>Allerdings w&#228;re es fahrl&#228;ssig, die Methoden nur zu bewundern, mit denen die K&#246;thener da aufwarten. Man muss sie kopieren!</p>
<p>Die Reizsetzung nach dem &#196;hnlichkeitsprizip postuliert, dass Symptome (Kopfschmerz) bek&#228;mpft werden k&#246;nnen, indem dem Patienten ein stark verd&#252;nntes Mittel verabreicht wird, welches das selbe Symptom (Kopfschmerz) verursacht. Minus mal minus gibt plus quasi. &#220;bertragen auf andere Anwendungsfelder k&#246;nnte das ungef&#228;hr folgendes bedeuten:</p>
<p><strong>Stadtsanierung:</strong> eine Fassade mit Wasserschaden saniert sich, wenn ich am Nachbarhaus die Dachrinnen kaputt schlage.</p>
<p><strong>Autoreparatur:</strong> einen platten Reifen bekommt man prima in den Griff, indem man bei einem Zweiten das Ventil herausdreht.</p>
<p><strong>Ehe:</strong> ein Seitensprung mit den zwei besten Freundinnen der Ehefrau ist f&#252;r die Angetraute viel leichter zu verkraften, wenn man hinterher gleich noch mit der Nachbarin ins Bett steigt.</p>
<p>Ja, so ungef&#228;hr k&#246;nnte es gehen. Und wenn es nicht funktioniert, war das System nicht komplex genug oder der Glaube hat gefehlt.</p>
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		<title>Zutrittskontrolle f&#252;rs Netz</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 15:04:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Golem.de berichtet von angeblichen Pl&#228;nen der Bundesregierung, einen Internetausweis einzuf&#252;hren, der alle Aktivit&#228;ten im Netz r&#252;ckverfolgbar machen soll. Das w&#252;rde gut zu den ungeheuerlichen Vorstellungen vonThomas de Maizière passen, der Verkehrsregeln f&#252;rs Netz fordert. Indes dementiert das Innenministerium auf Anfrage von Golem offenbar. Allerdings nicht ohne einzuschr&#228;nken, dass dieses Dementi nat&#252;rlich nur f&#252;r das Innenministerium [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Golem.de berichtet von angeblichen Pl&#228;nen der Bundesregierung, einen <a title="http://www.golem.de/0908/68966.html" href="http://www.golem.de/0908/68966.html" target="_blank">Internetausweis einzuf&#252;hren,</a> der alle Aktivit&#228;ten im Netz r&#252;ckverfolgbar machen soll. Das w&#252;rde gut zu den ungeheuerlichen Vorstellungen vonThomas de Maizière passen, der <a title="http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/742951/Schaerfere-Regeln-fuers-Internet.html" href="http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/742951/Schaerfere-Regeln-fuers-Internet.html" target="_blank">Verkehrsregeln f&#252;rs Netz fordert</a>. Indes dementiert das Innenministerium auf Anfrage von Golem offenbar. Allerdings nicht ohne einzuschr&#228;nken, dass dieses Dementi nat&#252;rlich nur f&#252;r das Innenministerium gilt. Ich glaube ihr das. Vermutlich wird diese Neuerung als Initiative des Wirtschaftsministeriums kommen, die damit den Internethandel sicherer machen will.</p>
<p>Sch&#246;nes Zitat am Rande:</p>
<blockquote><p>Auch der elektronische Personalausweis mit  Online-Identit&#228;tsnachweis erlaube eine anonyme Nutzung im Internet durch die M&#246;glichkeit, Pseudonyme zu verwenden.</p></blockquote>
<p>Pseudonym &lt;&gt; Anonym! Aber f&#252;r solche Haarspaltereien haben Beamte vermutlich keine Zeit.</p>
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		<title>K&#228;ufliche Richter</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 21:44:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[K&#228;ufliche Richter stellt man sich gemein hin als Leute vor, die Angeklagte gegen ein gewisses Entgeld freisprechen. In Pennsylvania lief das geringf&#252;gig anders. Hier haben 2 Richter jugendliche Straft&#228;ter zu Jugendhaft verurteilt und daf&#252;r Geld bekommen. Mehr als 2,6 Mio Dollar hat der private Betreiber an die Richter gezahlt. Zun&#228;chst haben die Richter in ihren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>K&#228;ufliche Richter stellt man sich gemein hin als Leute vor, die Angeklagte gegen ein gewisses Entgeld freisprechen. <a href="http://www.nytimes.com/2009/02/13/us/13judge.html?_r=4&amp;hp" target="_blank">In Pennsylvania lief das geringf&#252;gig anders</a>. Hier haben 2 Richter jugendliche Straft&#228;ter zu Jugendhaft verurteilt und daf&#252;r Geld bekommen. Mehr als 2,6 Mio Dollar hat der private Betreiber an die Richter gezahlt.</p>
<p>Zun&#228;chst haben die Richter in ihren Funktionen daf&#252;r gesorgt, dass die vormals staatlichen Erziehungsanstalten f&#252;r jugendliche Straft&#228;ter wegen schlechter Bedingungen geschlossen wurden, um dann f&#252;r die privat betriebenen Einrichtungen f&#252;r gen&#252;gend Insassen zu sorgen, damit das Gesch&#228;ftsmodell auch funktionert. Daf&#252;r haben die Richter Jugendliche ohne juristische Vorgeschichte wegen beispielsweise einer Schulhofschl&#228;gerei zu 90 Tagen Jugendarrest verurteilt.</p>
<p>Nun sitzen sie selbst auf der Anklagebank. Was bleibt ist die Erkenntnis, das hoheitliche Aufgaben nicht gut in profitorientierte Unternehmerh&#228;nde passen.</p>
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		<title>Bretto &amp; Nutto</title>
		<link>http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/11/27/bretto-nutto/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Nov 2007 19:35:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Pispers mal wieder. Hier erkl&#228;rt er das, was einst die Kanzlerin ins Schleudern brachte, &#228;u&#223;erst souver&#228;n.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Pispers mal wieder. Hier erkl&#228;rt er das, was einst die Kanzlerin ins Schleudern brachte, &#228;u&#223;erst souver&#228;n.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/4jtEtuFyWS0" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/4jtEtuFyWS0" /></object></p>
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		<title>Greenspan: Es ging ums &#214;l</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Sep 2007 20:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nunja, das eingentliche Statement &#252;berrascht niemanden, dass es von einem wie Greenspan kommt, allerdings schon: &#8220;Beim Irak-Krieg ging es vor allem ums &#214;l&#8221;. Dar&#252;ber hinaus verteilt der ehemalige Chef der amerikanischen Notenbank schlechte Noten f&#252;r die Wirtschaftspolitik der Bush-Administration. Der Verteidigungsminister Robert Gates widersprach umgehend diesen Verlautbarungen, die aus der Autobiografie Greenspans vorab bekannt geworden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nunja, das eingentliche Statement &#252;berrascht niemanden, dass es von einem wie Greenspan kommt, allerdings schon: &#8220;Beim Irak-Krieg ging es vor allem ums &#214;l&#8221;. Dar&#252;ber hinaus verteilt der ehemalige Chef der amerikanischen Notenbank <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,505904,00.html" title="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,505904,00.html" target="_blank">schlechte Noten f&#252;r die Wirtschaftspolitik der Bush-Administration</a>.</p>
<p>Der <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,506033,00.html" title="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,506033,00.html" target="_blank">Verteidigungsminister Robert Gates widersprach umgehend diesen Verlautbarungen</a>, die aus der Autobiografie Greenspans vorab bekannt geworden sind. Der Grund der Irak-Intervention sei &#8220;die Sorge um die Stabilit&#228;t in der Golfregion gewesen&#8221;. In 2003 waren jedoch Massenvernichtungswaffen und Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Quaida als Gr&#252;nde genannt worden. Und das nun tats&#228;chlich erreichte Level von Sicherheit und Stabilit&#228;t in der Region d&#252;rfte nur marginal von dem in 2002 abweichen.</p>
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		<title>“Klimafreundliche” &#214;lsandaufbereitung</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Sep 2007 11:45:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Offenbar plant Shell f&#252;r die Roh&#246;lgewinnung aus &#214;lsanden in Kanada zuk&#252;nftig auch Nuklearenergie einzusetzen. Die Roh&#246;lgewinnung aus &#214;lsanden ist eine energieintensive Sache, bei der zur Separierung des Gemisches aus Sand/Ton, Wasser und sehr schwerem Roh&#246;l Unmengen von heissem Wasser und damit Energie ben&#246;tigt werden. Bei der Produktion von einem Barrel Roh&#246;l fallen so mehr als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Offenbar plant Shell f&#252;r die <a title="http://news.independent.co.uk/business/news/article2944305.ece" href="http://news.independent.co.uk/business/news/article2944305.ece" target="_blank">Roh&#246;lgewinnung aus &#214;lsanden in Kanada zuk&#252;nftig auch Nuklearenergie </a>einzusetzen.</p>
<p>Die Roh&#246;lgewinnung aus &#214;lsanden ist eine energieintensive Sache, bei der zur Separierung des Gemisches aus Sand/Ton, Wasser und sehr schwerem Roh&#246;l Unmengen von heissem Wasser und damit Energie ben&#246;tigt werden. Bei der Produktion von einem Barrel Roh&#246;l fallen so mehr als 80kg Treibhausgase<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/09/11/klimafreundliche-oelsandaufbereitung/#footnote_0_107" id="identifier_0_107" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="etwa 3mal mehr als bei konventioneller Produktion">1</a></sup> und 4 Barrel Abwasser an.</p>
<p>Nun kommt zur Deckung der Energiemengen offenbar neben der jetzigen Verwendung von Gas als Energietr&#228;ger auch Atomkraft ins Spiel. Das l&#228;sst zumindest der Bau eines neuen, mehr als 4 Mrd. Euro teueren Atomkraftswerks f&#252;r Energie Alberta vermuten. Die Kapazit&#228;t des Kraftwerks ist nach Angaben der Betreiber bereits zu 70% an einen gro&#223;en Abnehmer verkauft, der nicht genannt werden will.</p>
<p>Auf Nachfrage wollte ein Sprecher von Shell Kanada weder best&#228;tigen noch dementieren, der Abnehmer zu sein. Allerdings geh&#246;re Atomernergie zu den erwogenen Optionen.</p>
<p>Grund f&#252;r den erh&#246;hten Energiebedarf ist die geplante Verf&#252;nffachung der Produktionsmenge von derzeit 155.000 Barrel pro Tag innerhalb der n&#228;chsten 20 Jahre.</p>
<p>Walt Patterson, Mitglied des Think-Tanks <a title="http://www.chathamhouse.org.uk/about/" href="http://www.chathamhouse.org.uk/about/" target="_blank">Chattham House</a> dazu: &#8220;Allein die Extraktion von Roh&#246;l aus &#214;lsand macht mir schon Angst. Die ganze Idee ist vor dem Hintergrund der derzeitigen Klimaschutzdebatte vollkommen pervers. Das ganze dann auch noch mit Atomstrom zu betreiben, ist die schlechteste aller Ideen.&#8221;</p>
<p>Man muss sich mal auf der Zunge zergehen lassen, was da gerade passiert: Die Roh&#246;lproduktion aus immer schlechter zug&#228;nglichen Lagerst&#228;tten wird durch die steigende Roh&#246;lpreise lukrativ, verschlingt aber Unmengen von Energie, hinterl&#228;sst Tagebaul&#246;cher in der Gr&#246;&#223;e von kleinen europ&#228;ischen Staaten und soll nun auch noch mit Atomkraft betrieben werden. Fehlt nur noch, dass das Ganze dann als Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen deklariert wird.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_107" class="footnote">etwa 3mal mehr als bei konventioneller Produktion</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Der Reaktor brennt (nicht)</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jul 2007 08:36:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Atomkraftwerk Kr&#252;mmel bei Geesthacht kam es in der letzten Woche zum St&#246;rfall Nummer 15 in den 24 Jahren seit Inbetriebnahme. Zun&#228;chst hatten die Betreiber einen Brand in einem der beiden Transformatoren einger&#228;umt. Dieser Artikel in der Zeit berichtet jedoch unter Bezugnahme auf die Gesellschaft f&#252;r Reaktorsicherheit etwas detaillierter &#252;ber die Vorg&#228;nge am letzten Donnerstag: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Atomkraftwerk Kr&#252;mmel bei Geesthacht kam es in der letzten Woche zum St&#246;rfall Nummer 15 in den 24 Jahren seit Inbetriebnahme. Zun&#228;chst hatten die Betreiber einen Brand in einem der beiden Transformatoren einger&#228;umt. <a title="http://www.zeit.de/online/2007/27/kernkraft-kruemmel-stoerungen?page=all" href="http://www.zeit.de/online/2007/27/kernkraft-kruemmel-stoerungen?page=all" target="_blank">Dieser Artikel in der Zeit</a> berichtet  jedoch unter Bezugnahme auf die Gesellschaft f&#252;r Reaktorsicherheit etwas detaillierter &#252;ber die Vorg&#228;nge am letzten Donnerstag:</p>
<blockquote><p>Nach Angaben der Gesellschaft f&#252;r Reaktorsicherheit (GRS) in K&#246;ln waren drei Pannen aufgetreten: Zun&#228;chst habe ein Hochspannungsschalter zwischen Kraftwerk und brennendem Trafo nicht ordnungsgem&#228;&#223; unterbrochen, sodass weiterhin Kraftwerksstrom mit 380.000 Volt in die funktionsunt&#252;chtige Umspannanlage floss. Sp&#228;ter sei eine Pumpe nicht angesprungen, die die Kernbrennst&#228;be vor dem &#220;berhitzen sch&#252;tzt. Au&#223;erdem h&#228;tten Sicherheitsventile, die einen &#220;berdruck im Reaktor verhindern sollen, m&#246;glicherweise erst zu sp&#228;t geschlossen.</p></blockquote>
<p>Wir haben alles unter Kontrolle. Weiter liesst man da:</p>
<blockquote><p>Im Normalbetrieb ist die &#8220;Reaktorspeisewasserpumpe&#8221; daf&#252;r zust&#228;ndig, den Wasserpiegel im Druckbeh&#228;lter des Reaktors konstant zu halten. In diesem Wasser befindet sich der Uran-Brennstoff. Der erhitzt das Wasser, das an seiner Oberfl&#228;che verdampft und im oberen Teil des Kessels als hei&#223;es Wassergas aus dem Reaktorgeb&#228;ude hinaus in die Maschinenhalle gef&#252;hrt wird, wo es die Turbine zur Stromerzeugung antreibt. F&#252;r gew&#246;hnlich liegt der Uran-Spaltstoff mehrere Meter unter der Wasseroberfl&#228;che, um das Material zu k&#252;hlen und eine Kernschmelze zu verhindern. Die Speisewasserpumpe f&#252;hrt dem Beh&#228;lter immer so viel Wasser zu, wie durch das Abdampfen an der Oberfl&#228;che verloren geht. So bleibt der Wasserstand konstant.</p>
<p>W&#228;hrend des St&#246;rfalls sei der Spiegel jedoch um ein bis zwei Meter gefallen, sagt Horst May von der GRS.</p></blockquote>
<p>Ein bis zwei Meter? Meine G&#252;te. Wieviel ist das denn bezogen auf den Gesamtwasserstand im Reaktor?</p>
<p>Im St&#246;rfall geh&#246;rt es offenbar zu den Prozeduren, dass die dann Speisewasserpumpe f&#252;r den Reaktor aus dem &#246;ffentlichen Stromnetz versorgt wird. Nach dieser Umschaltung hat die Pumpe aber gar nicht mehr funktioniert.</p>
<blockquote><p>Nach einem kurzen Neustart sei sie [die Pumpe] &#8220;m&#246;glicherweise durch einen Fehler in der Leittechnik&#8221; vielmehr dauerhaft ausgefallen.</p></blockquote>
<p>Fehler in der Leittechnik? Klingt wie der Ausredenabreisskalender eines Systemadministrators. Naja, kann ja mal was ausfallen. Ist ja bestimmt alles redundant ausgelegt.</p>
<blockquote><p>Nach dem Schaden an der Pumpe sprang jedoch keines der Ersatzger&#228;te an, wie die GRS berichtet.</p></blockquote>
<p>Das erinnert mich alles irgendwie an einen Schiffbr&#252;chigen in einer Nussschale mit 10 L&#246;chern, in denen jeweils ein Finger steckt und der immernoch behauptet, es ginge alles prima.</p>
<p>Aber Atomkraft ist eine total tolle und saubere Sache. Und Technik ist unter allen Umst&#228;nden und immer beherrschbar. Und nach Ansicht der GRS sei zwar nicht alles reibungslos verlaufen, aber im Gro&#223;en und Ganzen sei das schon alles innerhalb normaler Parameter gewesen. Naja.</p>
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		<title>Kopfkino und Angsthaushalt (mit lauter Fussnoten)</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jul 2007 12:47:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alltagskultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer schon mal l&#228;nger als 3 Minuten mit einer Frau verbracht hat, kenn das Ph&#228;nomen: Man(n) sitzt gedankenversunken im Liegestuhl einer Strandbar und das Gespr&#228;ch mit der Begleitung, der man im Idealfall eine nicht unerhebliche Zuneigung entgegenbringt, ist angenehm abgeebbt und irgendwo zwischen &#8216;war ein harter Tag aber hier ist&#8217;s wirklich sch&#246;n&#8217; und &#8216;dashamwirunsabbaverdient&#8217; versickert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer schon mal l&#228;nger als 3 Minuten mit einer Frau verbracht hat, kenn das Ph&#228;nomen: Man(n) sitzt gedankenversunken im Liegestuhl einer Strandbar und das Gespr&#228;ch mit der Begleitung, der man im Idealfall eine nicht unerhebliche Zuneigung entgegenbringt, ist angenehm abgeebbt und irgendwo zwischen &#8216;war ein harter Tag aber hier ist&#8217;s wirklich sch&#246;n&#8217; und &#8216;dashamwirunsabbaverdient&#8217; versickert, wie das Wasser in einem Wadi in Nordafrika.  Man(n) geniest den lauen Sommerabend, nippt am zwar total &#252;berteuerten aber wenigstens k&#252;hlen Bier und ist sich selbst genug. Reden ist nicht n&#246;tig.</p>
<p>Man(n) glaubt sich und die Welt ringsum in bester Ordnung und gibt sich dem tr&#252;gerischen Gef&#252;hl hin, der weiblichen H&#228;lfte ginge es mindestens genau so. Da braut sich aber schon Schlimmes hinter der sch&#246;nen Stirn der Angebeteten zusammen. In der Zeit, die Man(n) mit s&#252;ssem Nichtsdenken verschwendet hat, war die Zeitbombe im benachbarten Liegestuhl gar nicht faul und hat sich eine nette kleine Wirklichkeit nach watzlawickschem<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_0_52" id="identifier_0_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Paul Watzlawick, Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wahn, T&amp;#228;uschung, Verstehen. Piper, M&amp;#252;nchen 1976, ISBN 3-492-02182-4">1</a></sup> Vorbild gezimmert, ohne auch nur ein einziges Mal zwischendurch einen Realit&#228;tsabgleich vorzunehmen, geschweige denn das Ziel ihres unmittelbar bevorstehenden Ausbruchs mit Zwischenergebnissen ihres Denkens vorzuwarnen.</p>
<p>&#8220;&#8230;ja dass passt Dir wieder hervorragend in den Kram! Du hast Zeit mit den Jungs am Samstag zum Spiel zu gehen und ich muss mich im Fitnesscenter abplagen!&#8221; schleudert Sie mir in deutlich ungehaltenem Ton entgegen.<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_1_52" id="identifier_1_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#8216;What the fuck&amp;#8230;?&amp;#8217;">2</a></sup> Aus dem Nichts. Ich hebe langsam mein Bier wieder auf (das ich fallen gelassen habe) und stammele reflexartig: &#8220;Tutmirleid&#8230;&#8221; Was aber war passiert?</p>
<p>Nachdem sich direkt vor uns eine Gruppe junger, sportlicher Studentinnen niedergelassen und ich meine Sonnenbrille nicht abgenommen hatte, war der Anlass da und die Holde an meiner Seite begann frei zu assoziieren. Das ging ungef&#228;hr so:</p>
<p>Die sind schlank; Ich bin fett; Er guck denen hinterher; Ich bin f&#252;r ihn nicht mehr attraktiv; Ich muss abnehmen; Hab nur Samstag Zeit, aber keine Lust auf Sport, verdammt!; Wenn ich weg bin, geht er mit den Jungs zum Spiel und hat Spass und ich nicht&#8230;</p>
<p>Nat&#252;rlich war es ein grober Anf&#228;ngerfehler angesichts der potenziellen Konkurrenz nicht ein bis acht ihrer Vorz&#252;ge hervorzuheben oder wenigstens eine Ihrer Ideen zu loben (dezent und glaubw&#252;rdig, versteht sich: &#8220;Hase, ich hab nachgedacht, Kauf ruhig das neue Geschirr, 24 zusammenh&#228;ngende Gedecke kann man immer mal gebrauchen!&#8221;) Das h&#228;tte definitv deeskaliert aber vor dem Hintergrund der relaxten Stimmung ist das Versagen zumindest erkl&#228;rbar.</p>
<p>Kernproblem aber ist das Weiterspinnen der Gedanken unter fehlender Einbeziehung der (potenziellen) Gespr&#228;chsteilnehmer.</p>
<p>Anderes Beispiel abseits der Beziehungsebene: Im Geografieunterricht der 8.Klasse (glaube ich) ging es um die nat&#252;rlichen Ressourcen der <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/RGW" href="http://de.wikipedia.org/wiki/RGW" target="_blank">RGW-L&#228;nder</a>.</p>
<p>Lehrer fragt: &#8220;Von welchem Bodenschatz hat Ungarn bedeutende Vorkommen?&#8221;</p>
<p>Sch&#252;ler antwortet: &#8220;<a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Bauxit" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bauxit" target="_blank">Bauxit!</a>&#8221;</p>
<p>Lehrer: &#8220;Richtig. Und was machen die daraus?&#8221;</p>
<p>Sch&#252;ler: &#8220;<a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Ikarus_%28Automobil%29" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ikarus_%28Automobil%29" target="_blank">Ikarus-Busse!</a>&#8221;<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_2_52" id="identifier_2_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Richtige Antwort w&amp;#228;re Aluminium gewesen">3</a></sup></p>
<p>Yeah! Eigentlich nicht g&#228;nzlich falsch aber eben unter Auslassung von einigen wesentlichen Zwischenschritten.</p>
<p>An selbiges Ph&#228;nomen dachte ich gestern, als ich ein Statement von Sigmar Gabriel zum Klimagipfel im Radio anh&#246;ren musste<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_3_52" id="identifier_3_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="obwohl ich mit nicht mehr sicher bin, ob ich da nicht halluzinierte">4</a></sup>, der ungef&#228;hr Folgendes von sich gab:</p>
<p>&#8220;Der Ausstieg aus der Atomkraft gibt den B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern ein gr&#246;&#223;eres Sicherheitsgef&#252;hl und wenn sich die B&#252;rger sicher f&#252;hlen, kaufen sie sich neue Autos, die dann weniger Benzin verbrauchen.&#8221;</p>
<p>Ha! dachte ich im ersten Moment. Da hat er im falschen Moment ein Mikro unter die Nase gehalten bekommen (vgl. oben). Dann, nach kurzem Nachdenken: Aber nein! Das meint der wirklich so! Doppelter Umweltschutz. Weniger Atomm&#252;ll und weniger CO2. Das da nicht schon eher jemand drauf gekommen ist. Das ist so brilliant. Dann aber begann das Gr&#252;beln: Warum zur H&#246;lle sollte mich das neu gewonnene Sicherheitsgef&#252;hl dazu veranlassen, ein neues Auto zu kaufen?</p>
<p>Diese Denkaufgabe ist in der Tat f&#252;r Fortgeschrittene. Dazu zun&#228;chst ein wenig Theorie: Seit Anbeginn der Menschwerdung ist Angst eine der elementaren Erfahrungen, die jedes Individuum (bewusst)<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_4_52" id="identifier_4_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="das unterscheidet uns vom Tier">5</a></sup> durchlebt.  Die Angst ist in erster Linie ein Schutzreflex, der uns in grauer Vorzeit davor bewahrt hat, vom S&#228;belzahntiger gefressen oder in die benachbarte H&#246;hle verschleppt und dann <span style="text-decoration: line-through;">verheiratet</span> versklavt zu werden. Angst l&#246;st Fluchtreflexe aus, sorgt f&#252;r zus&#228;tzliches Adrenalin und mobilisiert physische und psychische Reserven. Angst kann aber auch Individuen &#252;berfordern. Deren Angsttoleranz ist dann &#252;berschritten und der Angsthaushalt<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_5_52" id="identifier_5_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Fachwort">6</a></sup> ist &#252;berlastet. Die Angsttoleranz ist eine individuelle Gr&#246;&#223;e, die gleichsam das maximale Volumen des Angsthaushaltes beschreibt unter Einbeziehung der subjektiven Angstintensit&#228;t.  Idealzustand ist ein gerade eben ges&#228;ttigter Angsthaushalt. Davon spricht man, wenn der Angshaushalt zu etwa 80% gef&#252;llt ist und die Angstreserve (die oberen 20%) verf&#252;gbar bleibt.<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_6_52" id="identifier_6_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dar&amp;#252;ber wird allerdings auf Angstkongressen und in der freien Amatuerangstszene teilweise sehr kontrovers diskutiert">7</a></sup></p>
<p>Liegt der Angstpegelstand dagegen deutlich unter dem Idealmass, wenden sich Testpersonen<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_7_52" id="identifier_7_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="das haben klinische und auch empirische Studien eindeutig gezeigt, vgl. dazu Prof.Dr. Friedbert Angst-Hase">8</a></sup> schnell und reproduzierbar gef&#228;hrlichen Freizeitbesch&#228;ftigungen<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_8_52" id="identifier_8_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="G&amp;#252;nxmurfl">9</a></sup> zu, die in aller Regel aber Kosten verursachen, die am Ende auf die Solidargemeinschaft verteilt werden m&#252;ssen.</p>
<p>Hier kommt nun wieder Sigmar Gabriel<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_9_52" id="identifier_9_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="als Teil der Bundesregierung, die hier eng verzahnt agiert">10</a></sup> ins Spiel. Die fehlende Bedrohung durch Atomkraft und das dadurch entstehende gef&#228;hrliche gesamtgesellschaftliche Angstdefizit soll nun nach Pl&#228;nen der Bundesregierung<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_10_52" id="identifier_10_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="gew&amp;#246;hnlich gut informierte Kreise haben mir diese Informationen zugespielt">11</a></sup> durch ein Substitutionsprogramm abgefedert werden. Dieses Substitutionsprogramm ruht im Wesentlichen auf zwei S&#228;ulen:</p>
<p>.1 &#220;berwachungsstaat</p>
<p>.2 Autofahren f&#252;r alle</p>
<p>F&#252;r Punkt .1 wird auch erg&#228;nzend Terrorgefahr bem&#252;ht. Aber hier haben Tests gezeigt, dass damit nicht die erw&#252;nschten Substitutionswirkung erzielt werden konnte. So hat man kurzerhand den ersten Therapieversuch (Terrorgefahr) als Rechtfertigung  f&#252;r den Zweiten (&#220;berwachungsstaat) hergenommen. Sehr schlau das.</p>
<p>Punkt .2 funktioniert immer. Ein neues Auto f&#252;llt den Angsthaushalt mit mehreren kleinen, gut doiserbaren &#196;ngsten auf wie Verlustangst, Zerkratzangst oder auch  Der-Nachbar-hat-ein-Gr&#246;&#223;eres-Angst usw. Damit diese Strategie auch aus dem Mund des Bundesumweltministers glaubw&#252;rdig klingt, weist er noch vorsichtig darauf hin, dass die neuen Autos nat&#252;rlich zur Schadstoffreduzierung beitragen. Damit ist die Saat gelegt (Der B&#252;rger, der das anh&#246;rt, denkt: &#8216;Mensch, ein neues Auto habe ich mir wirklich verdient, und jetzt wo die Atomkraft weg ist&#8230;&#8217;), die Autoindustrie gest&#252;tzt und der Angsthaushalt gesamtgesellschaftlich <span style="text-decoration: line-through;">kosteng&#252;nstig </span>vertr&#228;glich reguliert.<br />
Der Atomausstieg ist ein deutlich komplexeres Problem, als das diese &#214;koheinis immer wahrhaben wollen. Da muss man schon mit einem Konzept rangehen.</p>
<p>Faszinierend oder? <a title="Sch&#228;uble stoibert" href="http://netzpolitik.org/2007/schaeuble-stoibert-ueber-die-online-durchsuchung/" target="_blank">Selten sind Statements von Politikern einfach nur Geschwafel. </a>Die habens drauf. Auch wenn uns das nicht gleich offenbar wird.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_52" class="footnote">Paul Watzlawick,<em> Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wahn, T&#228;uschung, Verstehen</em>. Piper, M&#252;nchen 1976, ISBN 3-492-02182-4</li><li id="footnote_1_52" class="footnote">&#8216;What the fuck&#8230;?&#8217;</li><li id="footnote_2_52" class="footnote">Richtige Antwort w&#228;re Aluminium gewesen</li><li id="footnote_3_52" class="footnote">obwohl ich mit nicht mehr sicher bin, ob ich da nicht halluzinierte</li><li id="footnote_4_52" class="footnote">das unterscheidet uns vom Tier</li><li id="footnote_5_52" class="footnote">Fachwort</li><li id="footnote_6_52" class="footnote">Dar&#252;ber wird allerdings auf Angstkongressen und in der freien Amatuerangstszene teilweise sehr kontrovers diskutiert</li><li id="footnote_7_52" class="footnote">das haben klinische und auch empirische Studien eindeutig gezeigt, vgl. dazu Prof.Dr. Friedbert Angst-Hase</li><li id="footnote_8_52" class="footnote">G&#252;nxmurfl</li><li id="footnote_9_52" class="footnote">als Teil der Bundesregierung, die hier eng verzahnt agiert</li><li id="footnote_10_52" class="footnote">gew&#246;hnlich gut informierte Kreise haben mir diese Informationen zugespielt</li></ol>]]></content:encoded>
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