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	<title>RichardConrad.de &#187; Werbewelt</title>
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		<title>Stadtplanung nach Hahnemann</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 03:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alltagskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer k&#252;nftig Arbeiter dabei beobachten kann, wie sie L&#246;cher in die Asphaltdecke neben die Frostsch&#228;den aus dem letzten Winter meisseln oder Kinder, wie sie die Fensterscheiben eines leerstehenden Hauses zertr&#252;mmern, der hat es nicht mit Vandalismus oder Arbeitsbeschaffung zu tun, sondern h&#228;lt sich vermutlich in K&#246;then auf. Das, was die fleissigen H&#228;nde da tun, ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer k&#252;nftig Arbeiter dabei beobachten kann, wie sie L&#246;cher in die Asphaltdecke neben die Frostsch&#228;den aus dem letzten Winter meisseln oder Kinder, wie sie die Fensterscheiben eines leerstehenden Hauses zertr&#252;mmern, der hat es nicht mit Vandalismus oder Arbeitsbeschaffung zu tun, sondern h&#228;lt sich vermutlich in K&#246;then auf. Das, was die fleissigen H&#228;nde da tun, ist eben nicht Zerst&#246;rung, sondern nennt sich Reizsetzung nach dem &#196;hnlichkeitsprinzip und ist eine zentrale Methode der Hom&#246;opathie.</p>
<p>Die stolze Bach-Stadt K&#246;then hat ihren Sohn Samuel Hahnemann wiederentdeckt. Der ist zwar nicht in der anhaltinischen Kreisstadt geboren, hat hier aber wohl eine zeitlang seine <span style="text-decoration: line-through;">Leer</span> Lehren um wirkstofflose Mittelchen entwickelt und verbreitet. Das war der Stadtmarketing Gesellschaft offenbar Grund genug, dass Profil der Stadt um die Facette der Pseudowissenschaft zu erweitern. So soll bis 2010 ein Masterstudiengang f&#252;r Hom&#246;opathie in K&#246;then angeboten und die wiederentdeckte Tradition so im Selbsverst&#228;ndnis und im Image der Stadt verankert werden.</p>
<p>Das ist aber wohl noch nicht spektakul&#228;r genug und so haben sich die kreativen Jungs von der Imageabteilung noch einen besonderen Coup &#252;berlegt: <a title="http://www.homoeopathie-zeitschrift.de/aktuelles.html?do=showDetail&amp;presse_id=31" href="http://www.homoeopathie-zeitschrift.de/aktuelles.html?do=showDetail&amp;presse_id=31" target="_blank">Hom&#246;opathische Stadtplanung und Sanierung</a>. Da werden jetzt viele die Stirn runzeln und denken: M&#246;nsch, das ist doch das, was wir zwischen &#8217;49 und &#8217;89 gemacht haben! Stimmt auch. Aber es reicht nicht, es zu tun, man muss auch dar&#252;ber reden. Und zwar positiv!</p>
<p>Mir ringt es offen gestanden eine gewisse Bewunderung ab, Stadtplanung und Sanierung schlicht zu unterlassen und dann von Hom&#246;opathie zu sprechen. So werden mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlachtet: kostet nix und l&#228;sst sich vermarkten. Respekt!</p>
<p>Allerdings w&#228;re es fahrl&#228;ssig, die Methoden nur zu bewundern, mit denen die K&#246;thener da aufwarten. Man muss sie kopieren!</p>
<p>Die Reizsetzung nach dem &#196;hnlichkeitsprizip postuliert, dass Symptome (Kopfschmerz) bek&#228;mpft werden k&#246;nnen, indem dem Patienten ein stark verd&#252;nntes Mittel verabreicht wird, welches das selbe Symptom (Kopfschmerz) verursacht. Minus mal minus gibt plus quasi. &#220;bertragen auf andere Anwendungsfelder k&#246;nnte das ungef&#228;hr folgendes bedeuten:</p>
<p><strong>Stadtsanierung:</strong> eine Fassade mit Wasserschaden saniert sich, wenn ich am Nachbarhaus die Dachrinnen kaputt schlage.</p>
<p><strong>Autoreparatur:</strong> einen platten Reifen bekommt man prima in den Griff, indem man bei einem Zweiten das Ventil herausdreht.</p>
<p><strong>Ehe:</strong> ein Seitensprung mit den zwei besten Freundinnen der Ehefrau ist f&#252;r die Angetraute viel leichter zu verkraften, wenn man hinterher gleich noch mit der Nachbarin ins Bett steigt.</p>
<p>Ja, so ungef&#228;hr k&#246;nnte es gehen. Und wenn es nicht funktioniert, war das System nicht komplex genug oder der Glaube hat gefehlt.</p>
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		<title>Gute Story</title>
		<link>http://www.richardconrad.de/wordpress/2009/10/08/gute-story/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 17:32:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Movie]]></category>
		<category><![CDATA[Werbewelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Werbespot f&#252;r Drehbuchautoren. Sehr sch&#246;n.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Werbespot f&#252;r Drehbuchautoren.<br />
Sehr sch&#246;n.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/hC-9SCmBOHc" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/hC-9SCmBOHc" /></object></p>
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		<title>Pers&#246;nliche Beleidigung (2)</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jan 2008 10:16:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Werbewelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie falsch Adressdatenbanken f&#252;r Marketingzwecke liegen k&#246;nnen, wenn sie Nutzerprofile generieren, beweisen zwei Spam-Mails, die es durch meinen Filter geschafft haben: 1. Mail &#8211; Subject: &#8220;Entdecken Sie die sch&#246;nsten Stiefel Herr (sic!) XXXXXX!&#8221; aber noch h&#228;rter ist das hier: 2. Mail: Hochwertige Treppenlifte f&#252;r 4.995 Euro zum Festpreis Lieber Herr XXXXXX, mit den komfortablen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie falsch Adressdatenbanken f&#252;r Marketingzwecke liegen k&#246;nnen, wenn sie Nutzerprofile generieren,  beweisen zwei Spam-Mails, die es durch meinen Filter geschafft haben:</p>
<p>1. Mail &#8211; Subject: &#8220;Entdecken Sie die sch&#246;nsten Stiefel Herr (sic!) XXXXXX!&#8221;</p>
<p>aber noch h&#228;rter ist das hier:<span id="more-164"></span></p>
<p>2. Mail:</p>
<blockquote><p><strong>Hochwertige Treppenlifte f&#252;r 4.995 Euro zum Festpreis<br />
</strong></p>
<p>Lieber Herr XXXXXX,</p>
<p>mit den komfortablen und bequemen ThyssenKrupp Treppenliften lassen sich Treppen zu Hause ganz bequem und sicher &#252;berwinden. Sie haben die Wahl zwischen zwei Modellen: zum Festpreis von € 4.995,- f&#252;r gerade Treppen und € 13.995,- f&#252;r kurvige Treppen, inklusive Montage, 5 Jahre Wartungsservice und Garantie.</p>
<p>F&#252;r mehr Mobilit&#228;t und Lebensfreude!</p></blockquote>
<p>Klingt in der Tat verlockend, aber ich habe gar keine eigene Treppe. Vielleicht ist&#8217;s aber auch nur ein Zahlendreher im Geburtsjahr.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>F*ckende Marienk&#228;fer</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Nov 2007 21:47:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Werbewelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer kennt ihn nicht, den nervigen Spot mit den kopulierenden K&#228;fern in einem Kleinwagen aus Frankreich. Ich frage mich seit langem, was die Koksnasen aus der Werbeabteilung dabei wohl im Sinn hatten? Vermutlich beginnt das, was sp&#228;ter als einer dieser uns&#228;glichen Spots endet, mit einer Analyse der Zielgruppe. Beim beworbenen Kleinwagen d&#252;rfte das entweder die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer kennt ihn nicht, den nervigen <a title="http://www.youtube.com/watch?v=7bkclcvSmh8" href="http://www.youtube.com/watch?v=7bkclcvSmh8" target="_blank">Spot mit den kopulierenden K&#228;fern</a> in einem Kleinwagen aus Frankreich. Ich frage mich seit langem, was die Koksnasen aus der Werbeabteilung dabei wohl im Sinn hatten? Vermutlich beginnt das, was sp&#228;ter als einer dieser uns&#228;glichen Spots endet,  mit einer Analyse der Zielgruppe. Beim beworbenen Kleinwagen d&#252;rfte das entweder die adip&#246;se, kontaktarme Krankenschwester Anfang 20 sein, die das Amaturenbrett gleich nach dem Kauf mit Diddl-M&#228;usen vollm&#252;llt und schon fast alles gegen ihre vulkanartige Akne ausprobiert hat oder die gelangweilte, mittelalte Hausfrau mit roter Pl&#252;schk&#252;che und einer ausgesprochenen  Vorliebe f&#252;r billige, weinhaltige Erfrischungsgetr&#228;nke, die immer sehns&#252;chtig dem Klempner aus dem Reihenhaus nebenan beim Rasenm&#228;hen zusieht.</p>
<p>In beiden F&#228;llen ist folgerichtig mit sachlichen Argumenten kein Blumentopf zu gewinnen also muss man bei den potenziellen Kleinwagepiloten auf der emotionalen Schiene punkten. Es erscheint mir plausibel, dass, wer Diddl-M&#228;use liebt und zuviel Sangria s&#228;uft, auch prima in die &#8220;das-ist-aber-niiiiiieeedlich&#8221;-Schublade passt. Und da sind Marienk&#228;fer, diese lustigen schwarz-roten Gesellen, perfekt.  Also fliegen die beiden Krabbler erstmal f&#252;r ein paar Sekunden um den Wagen herum, um sich dann liebestrunken auf der Kiste niederzulassen. Was dann kommt, d&#252;rfte in etwa den geheimen Tr&#228;umen der Zielgruppe entsprechen: neues Auto, das die physische Interaktion mit einer idealerweise zum bevorzugten Geschlecht geh&#246;renden Person verspricht. Und dann gehts so richtig sch&#246;n frivol zur Sache und die Kiste wackelt und da werden Stellungen gewechselt und die Macher entbl&#246;den sich nicht, auch noch die Szene aus der Titanic-Schmonzette zu parodieren, in der die beiden Protagonisten in einem Auto, nunja, aehm, *h&#252;stel* &#8230;eine Menge feuchte Luft erzeugen.</p>
<p>Am Ende ist alles, was wir aus dem Spot lernen, dass der Kleinwagen offenbar eine kopulationstaugliche Federung hat. Jedenfalls wenn man nicht mehr wiegt, als ein kleiner K&#228;fer. Damit d&#252;rfte die Krankenschwester allerdings wieder aus dem Rennen sein. Dar&#252;ber hinaus wird hier ein Auto verkauft, auf/in dem K&#228;fer gerne f*cken. Will das wirklich jemand? Ich glaube, ich werde mal bei n&#228;chster Gelegenheit eine Fahrerin des beworbenen Kleinwagens danach Fragen. Die Ohrfeige ist es mir wert&#8230;.</p>
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		<title>Pers&#246;nliche Beleidigung</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Sep 2007 12:16:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Werbewelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute bekam ich eine Mail mit dem Subject: Stilvoll und trendstark &#8211; das neue Schuhsortiment ist eingetroffen, Herr xxxxxxx. Verdammt, wof&#252;r halten die mich?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute bekam ich eine Mail mit dem Subject: Stilvoll und trendstark &#8211; das neue Schuhsortiment ist eingetroffen, Herr xxxxxxx.</p>
<p>Verdammt, wof&#252;r halten die mich?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Plakatwerbung f&#252;r Legastheniker</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jun 2007 21:27:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Werbewelt]]></category>

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		<description><![CDATA[28 Tage, f&#252;r nur 69,44 netto. Das ist ja total Toll. Fl&#228;chen habt ihr, kleben k&#246;nnt ihr und zur Gestaltung der Plakate suchen wir jemanden, der sich damit auskennt. (Entdeckt am K&#246;lner Platz in Magdeburg)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2007/06/resize-of-img_3766.jpg" rel="lightbox[45]"><img class="aligncenter size-full wp-image-343" title="resize-of-img_3766" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2007/06/resize-of-img_3766.jpg" alt="resize-of-img_3766" width="430" height="287" /></a></p>
<p align="center">
<p>28 Tage, f&#252;r nur 69,44 netto. Das ist ja <a title="total Toll!" href="http://www.richardconrad.de/2007/06/28/marienehe/">total Toll</a>. Fl&#228;chen habt ihr, kleben k&#246;nnt ihr und zur Gestaltung der Plakate suchen wir jemanden, der sich <a href="http://www.duden.de" target="_blank">damit</a> auskennt. (Entdeckt am K&#246;lner Platz in Magdeburg)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wahlkampf</title>
		<link>http://www.richardconrad.de/wordpress/2004/08/18/wahlkampf/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2004 12:42:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Werbewelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine nicht ganz ernst gemeinte Media-Analyse Politik ist in Zeiten, in denen deren mehr oder weniger motivierte und eher weniger f&#228;hige Protagonisten au&#223;er grausamen Wahrheiten oder frechen L&#252;gen nichts zu verk&#252;nden haben, kein besonders beliebtes Gesch&#228;ft. Weder will sich der gemeine (Nicht-) W&#228;hler damit auseinandersetzen, noch zieht es _wirklich_ kluge oder wenigstens charismatische K&#246;pfe auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine nicht ganz ernst gemeinte Media-Analyse</p>
<p>Politik ist in Zeiten, in denen deren mehr oder weniger motivierte und eher weniger f&#228;hige Protagonisten au&#223;er grausamen Wahrheiten oder frechen L&#252;gen nichts zu verk&#252;nden haben, kein besonders beliebtes Gesch&#228;ft. Weder will sich der gemeine (Nicht-) W&#228;hler damit auseinandersetzen, noch zieht es _wirklich_ kluge oder wenigstens charismatische K&#246;pfe auf dieses Bet&#228;tigungsfeld.</p>
<p>Damit nun aber das Spiel &#8220;Demokratie&#8221; auch funktioniert, braucht es wie auf einem funktionierenden Markt gen&#252;gend Akteure, die sich freiwillig an dem Spiel beteiligen. Das wissen diejenigen, die voll gl&#252;hender Vaterlandsliebe Entscheidungen f&#252;r die Gemeinschaft treffen wollen. Um gew&#228;hlt zu werden, muss man bekannt sein, dies gilt vor allem f&#252;r Landtagswahlen, auch wenn nicht wenige W&#228;hler einfach den am besten klingenden Namen auf dem Wahlzettel ankreuzen. Um bekannt zu sein muss man sich seinen (potenziellen) (Nicht-) W&#228;hlern vorstellen. Dies tun viele Kandidaten auf Wahlplakaten, die das vorteilhafteste Konterfei zeigen, das sie in der Lage sind, darzustellen. Dies ist nicht immer einfach.</p>
<p>In der heutigen Zeit, in der es beim Zieleinlauf des 100m-Sprints bei den Olympischen Spielen um Hundertstel Sekunden geht und auch der Zieleinlauf bei Wahlen ebenso knapp entschieden werden kann, wird nichts dem Zufall &#252;berlassen. Sicher investieren die Parteien der Kandidaten viel Geld in PR-Berater und Media-Agenturen, das sie gut angelegt w&#228;hnen. In Briefings und Pitches pr&#228;sentieren sich die teuren Berater in teuren Anz&#252;gen und mit unverst&#228;ndlichen Vortr&#228;gen, in denen es von Anglizismen nur so wimmelt und dem gl&#252;henden Lokalpolitiker, der &#8220;endlich etwas &#228;ndern&#8221; will, ist ganz schwummerig von soviel professionellem Getue. Letztlich muss er ja den Herren und Damen Beratern vertrauen. Die verstehen ihr Handwerk, denn schlie&#223;lich geh&#246;rt ja auch XY (irgendwelche Pseudoprominenz) zu ihrem Kundenkreis. Nie von dem geh&#246;rt? W&#252;rde nat&#252;rlich niemand zugeben, man kennt sich schlie&#223;lich auch ein bissel aus in der Medienlandschaft. Und wer will sich schon dem s&#252;ffisanten L&#228;cheln eines Medien-Profis aussetzen, mit dem er nicht nur einem selbst sondern auch den anderen Beisitzern des Briefings/ Meetings unmissverst&#228;ndlich mitteilt, dass er diese Unprofessionalit&#228;t zwar missbilligt aber letztlich auch erwartet hat. Lieber nickt man wissend und hat doch &#252;berhaupt keine Ahnung, von wem da die Rede ist. Niemand k&#228;me je auf die Idee, das hier die PR-Berater offensichtlich nicht funktioniert haben, denn schlie&#223;lich war es ja die Aufgabe der Agentur, XY bekannt zu machen. man ist eben erstarrt in Ehrfurcht vor soviel geballter Medienkompetenz.</p>
<p>Anders ist das gegenw&#228;rtige Stra&#223;enbild, dass ich das Vergn&#252;gen hatte, in meinem Nachbarbundesland Brandenburg mit einiger Erheiterung zur Kenntnis zu nehmen, nicht zu erkl&#228;ren. Die PR-Profis, die da am Werk waren, haben entweder einen sehr subtilen Humor oder sie werden allesamt von der SPD bezahlt.</p>
<p><a title="DVU will hoch hinaus" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/dvu_6.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="size-thumbnail wp-image-299 alignleft" style="border: 0pt none; margin: 5px;" title="dvu_6" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/dvu_6-150x150.jpg" alt="DVU will hoch hinaus" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Da ist zun&#228;chst die kleine aber nicht minder bissige DVU, die mit Liane Hesselbarth eine attraktive Kandidatin ins DVU will hoch hinausRennen schickt. Die Fachkompetenz vermag man anhand von Fotos ja nicht wirklich beurteilen, wenn nicht gerade ein Zahnarzt mit schlechten Z&#228;hnen abgebildet ist, aber das ist auch nicht Sinn der Sache. Vielmehr soll so ein Foto nat&#252;rlich Vertrauen erwecken und Kompetenz suggerieren. Der Betrachter soll dem Kandidaten zutrauen, der oder die Richtige zu sein. Wissen kann er das in den seltensten F&#228;llen. Im Fall von Liane Hesselbarth sehe ich mich jedoch einer Schlagers&#228;ngerin gegen&#252;ber, die wohl fr&#252;her mal mit Juliane Werding zusammen in einer wenig erfolgreichen Band Background gesungen hat. Die Fotos jedenfalls verspr&#252;hen die Aura einer Autogrammkarte. <a title="Hesselbarth, Nagelstudio auf Rezept" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/dvu_3.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="size-thumbnail wp-image-298 alignright" style="margin-top: 5px; margin-bottom: 5px;" title="dvu_3" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/dvu_3-150x150.jpg" alt="dvu_3" width="150" height="150" /></a>Das ist nicht das Holz, aus dem eine engagierte Politikerin geschnitzt ist. Viel zu selbstverliebt kommt sie daher und ist wohl eher die Diva als die ideale Landesmutter. Da hat man Angst, dass sie die ganzen Steuereinnahmen f&#252;r stabile Schuhpreise ausgibt oder f&#252;r Nagelstudio auf Rezept. Die bl&#246;den und dr&#246;gen Parolen im Umfeld dieser wenig zielf&#252;hrenden Abbildung tun ihr &#220;briges. Nicht nur abgedroschen sondern auch noch d&#228;mlich oder schlicht falsch stehen da Dinge geschrieben, von denen die Verantwortlichen offenbar immer noch glauben, dass sie damit ganz hei&#223;e Eisen anpacken.</p>
<p>Die PDS ist schon ein anderes Kaliber. Im Osten muss man inzwischen schon von drei gro&#223;en Volksparteien reden, auch wenn mir schleierhaft ist, wie die Nachfolge-SED mit den pr&#228;sentierten Kandidaten diese Position erhalten, geschweige denn ausbauen will. Zun&#228;chst ist da die Spitzenkandidatin Dagmar Enkelmann mit perfektem Zahnarztfrauenl&#228;cheln, die, f&#252;r meinen Geschmack auch ein wenig zu selbstverliebt, auf dem Riesenposter lasziv durch ihr perfekt gef&#246;ntes Haar f&#228;hrt, wie es reifere Damen tun, die einem gut durchbluteten, braungebrannten mediteranen J&#252;ngling mit viel zu enger Hose zu gefallen suchen, der sie in einer dunklen Bar mit seinen dunklen Augen vielversprechend anfunkelt. Der s&#252;&#223;e, rote Wein hat die Sinne benebelt und mutig gemacht. Heute leb&#8217; ich, heut muss es werden. Hossa und wohlan: ich bin noch jung.</p>
<p><a title="Enkelmann" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/enkelmann_gross_pds.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-300" style="margin: 5px;" title="enkelmann_gross_pds" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/enkelmann_gross_pds-150x150.jpg" alt="enkelmann_gross_pds" width="150" height="150" /></a>Vermutlich haben die Verantwortlichen aus Versehen einen Erotikfotografen engagiert, und dieser hat nun mal einen bestimmten Blick f&#252;rs Motiv. Der kann nicht anders. Langsam wird das Model warm und spielt mit der Kamera. Der Fotograf l&#228;sst sie machen, dr&#252;ckt unentwegt wie im Rausch auf den Ausl&#246;ser und lobt fortw&#228;hrend ihre Nat&#252;rlichkeit. Und als die Kandidatin die Kontaktabz&#252;ge pr&#228;sentiert bekommt, geht ihre Eitelkeit mit ihr auf gro&#223;e Reise und sie wird nicht m&#252;de qua Plakat zu verk&#252;nden, dass sie als dreifache Mutter ja schlie&#223;lich wisse, worauf es ankommt, auch wenn uns das Plakat eigentlich vordergr&#252;ndig mitteilt, wie toll sie noch aussieht als dreifache Mutter. Kann sie ja von mir aus auch! Allerdings ist das nichts, was mein Kreuzchen auf dem Zettel beeinflussen w&#252;rde. Dass eine Frau mit drei Kindern noch Model-Qualit&#228;ten hat, ist durchaus bemerkenswert, verr&#228;t allerdings nichts &#252;ber ihre Qualit&#228;ten als f&#252;hrende Landespolitikerin. Umso irritierender ist es f&#252;r mich, das gerade diese Eigenschaft so stark unterstrichen wird. Aber vermutlich m&#252;ssen wir schon dankbar sein, das die Wahlkampfberater die Fotos im d&#252;nnen Seidenhemdchen f&#252;r zu gewagt gehalten haben&#8230;</p>
<p><a title="Kretschmar, PDS" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/kretschmar_klein_pds.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-304" style="margin: 5px;" title="kretschmar_klein_pds" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/kretschmar_klein_pds-150x150.jpg" alt="kretschmar_klein_pds" width="150" height="150" /></a>Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Und bei der PDS hei&#223;t dieser Schatten René Kretschmar. So wie er sich pr&#228;sentiert, w&#228;hlt man ihn h&#246;chstens aus Mitleid. Debil grinsend wie ein F&#246;rdersch&#252;ler, will er dem Betrachter weis machen, dass er sich, etwas hilflos dreinblickend &#8220;mit ganzer Kraft&#8221; f&#252;r die soziale Sache einsetzen will. Man bekommt fast Angst und m&#246;chte ihm dringend davon abraten, damit er nicht an&#228;misch kollabiert: &#8220;Lass mal Junge, lieb gemeint, aber daf&#252;r bist du noch zu klein&#8221; und mit scharpingscher Sprechgeschwindigkeit antwortet er dann: &#8220;&#196;hm&#8230;(Pause, hebt dabei langsam den linken Arm)&#8230;OK&#8230;&#8221;</p>
<p><a title="Kretschmar, Kindergarten" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/kretschmar_klein_pds_3.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-305" style="margin: 5px;" title="kretschmar_klein_pds_3" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/kretschmar_klein_pds_3-150x150.jpg" alt="kretschmar_klein_pds_3" width="150" height="150" /></a>Darauf zieht er sich zur&#252;ck und ruht sich erst mal im Kreise seiner Kindergartengruppe aus, die er als Praktikant mal betreut hat. Und dann singen alle zusammen ein Lied. Da ist es dann schon fast folgerichtig, dass man sein Wahlplakat zusammen mit einer Werbung f&#252;r ein Puppentheater an einer Stra&#223;enlaterne h&#228;ngen sieht. Das f&#252;gt sich nahtlos ein.</p>
<p>Die zweite gro&#223;e Volkspartei CDU verl&#228;sst sich ganz auf ihren Spitzenkandidaten Sch&#246;nbohm. Er steht f&#252;r sich selbst. Ein Mann, ein Wort, ein Sch&#246;nbohm. Oder so. Nunja. Erinnert mich irgendwie an Charles Bronson in seinen besten Zeiten. <a title="Sch&#246;nbohm, CDU" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/schoenbohm_gross_cdu.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-297" style="margin: 5px;" title="schoenbohm_gross_cdu" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/schoenbohm_gross_cdu-150x150.jpg" alt="schoenbohm_gross_cdu" width="150" height="150" /></a>Auch die Art wie man den armen Sch&#246;nbohm mit der entsprechenden Beleuchtung in Szene gesetzt hat, unterstreicht diesen Eindruck. Stark und m&#228;nnlich und verl&#228;sslich, law and order eben, mit Glatze zwar und auch nicht besonders gro&#223; und nicht mutig genug, den fiesen Haarkranz um sein Haupt zu entfernen (vielleicht w&#228;chst ja doch noch was, bei den Augenbrauen klappt&#8217;s doch auch). Wenn er dazu schon keinen Mut hat, wie soll er und dann mit &#8220;ein Mann, ein Wort&#8221; das ultimative Heil f&#252;r Brandenburg bringen. M&#228;nnlicher zwar als der Kinderg&#228;rtner von der PDS, aber wenn man mit solchen starken Klischees spielt, dann doch bitte nur, wenn man fr&#252;her als &#8220;Conan&#8221; Erfolge gefeiert hat. Arnie k&#246;nnte sowas machen. Aber Arnie spielt woanders den starken Mann.</p>
<p><a title="Borg" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/gruen_borg.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-302" style="margin: 5px;" title="gruen_borg" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/gruen_borg-150x150.jpg" alt="gruen_borg" width="150" height="150" /></a>Passend zum Sch&#246;nbohm-Auftritt auf den eigenen Plakaten karikieren ihn die Gr&#252;nen als Borg mit einem Objektiv vor dem Auge. Nicht besonders originell. Vor allem wenn man bedenkt, das die Borg eine hocheffiziente, perfekt organisierte und erfolgreiche Lebensform sind, kann sich diese Darstellung schnell als Bumerang erweisen. Aber so viel zwischen den Zeilen lesen wohl nur Trekkies. Und die werden die Wahlen sicher nicht entscheiden. Bedenklich finde ich auch die Kernaussage des Plakates: &#8220;Dagegen!&#8221;. Kein positiver Standpunkt. Nicht gut.</p>
<p><a title="Gottschalk, Bienen" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/gottschlk_klein_gruen.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="size-thumbnail wp-image-301 alignleft" style="margin: 5px;" title="gottschlk_klein_gruen" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/gottschlk_klein_gruen-150x150.jpg" alt="gottschlk_klein_gruen" width="150" height="150" /></a>Ein anders Wahlplakat der Joschka-Partei zeigt einen Kandidaten namens Ehrhard Gottschalk. Erdiger Kleing&#228;rtnertyp, der vermutlich Bienen z&#252;chtet und dem man die &#246;kologische Einstellung gern abnimmt. Das L&#228;cheln muss er noch ein bissel &#252;ben, aber beim Shooting hat er vermutlich nur in die Sonne geblinzelt und wollte gar nicht freundlich gucken. Er wirbt f&#252;r die Zweistimme und klein steht drunter &#8220;Erststimme auch!&#8221;: &#8220;Also wenn ihr schon dabei seid, gr&#252;n zu w&#228;hlen, aber nur, wenn es nicht zuviel M&#252;he macht, Entschuldigung, dann w&#228;hlt mich doch bitte auch als Kandidat gleich mit, in einem Abwasch sozusagen (h&#252;stel), danke sehr.Bienenz&#252;chter (tiefe Verbeugung, dabei Abgang r&#252;ckw&#228;rts)&#8221; Eigentlich hat er das nicht n&#246;tig. Dem nimmt man ab, dass er im Leben steht. Vielleicht ist er gar nicht so versessen darauf, gew&#228;hlt zu werden und dann seine Tage in Sitzungen zu verbringen. Wo doch der Garten wartet und die Bienen. Wom&#246;glich ist er nur ein Model, ein sympatisches Gesicht f&#252;r den Wahlkampf. Der Mustergr&#252;ne f&#252;r die &#228;ltere Generation.</p>
<p><a title="Penkawa, FDP" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/penkawa_gross_fdp.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="size-thumbnail wp-image-307 alignleft" style="margin: 5px;" title="penkawa_gross_fdp" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/penkawa_gross_fdp-150x150.jpg" alt="penkawa_gross_fdp" width="150" height="150" /></a>Die kleine gelbe Partei schickt einen jungen, dynamischen Typen ins Rennen: Jan Penkawa. Der h&#228;tte auch gute Chancen als Herzblatt-Moderator oder B&#246;rsen-Experte bei n-tv. Damit geben sich die kleinen Gelben ein wahrhaft jugendlichen Anstrich.Penkawa Das L&#228;cheln erw&#228;rmt das Herz einer jeden Schwiegermutter. Pickelfreies Gesicht mit Randlosbrille, umrahmt von gut geschnittenen, sauber gescheitelten Haaren, bl&#252;tenwei&#223;es Hemd, dessen &#196;rmel zum Zupacken sicher schon vorsorglich hochgekrempelt sind, akzentuiert mit einer dezenten Krawatte. Ich kann mir vorstellen, wie der PR-Manager seinem Sch&#246;pfer dankte f&#252;r diesen Gl&#252;ckstreffer. Der Junge ist PR-technisch nicht mit Gold aufzuwiegen. Endlich haben auch die jungen Leute mal eine Identifikationsfigur.</p>
<p><a title="Lanfermann, FDP" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/lanfermann_klein_fdp_2.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-306" style="margin: 5px;" title="lanfermann_klein_fdp_2" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/lanfermann_klein_fdp_2-150x150.jpg" alt="lanfermann_klein_fdp_2" width="150" height="150" /></a>Die Freude des Managers w&#228;hrte jedoch nicht besonders lange. W&#228;hrend des Briefings &#252;berlegt noch so, wie er das breite Grinsen wieder aus dem Gesicht bekommt, angesichts eines solchen Elfmeters, da wird ihm eine echte Herausforderung vorgestellt, die er auch unter der &#220;berschrift &#8220;Neue Kraft f&#252;r Brandenburg&#8221; verkaufen muss. Und das ist echt Hardcore. Das ist die bittere Kehrseite, der Pferdefu&#223;, das dicke Ende: LanfermannHeinz Lanfermann. Der ist wirklich unverk&#228;uflich. Vor allem dann, wenn er als neue Kraft unter&#8217;s Volk gebracht werden soll. Und es misslingt grandios. Neu an ihm ist allenfalls sein H&#252;ftgelenk. Dem schlohwei&#223;en Haar fehlt nur noch der Miniply von Fips Assmussen. F&#252;r den Grafiker war es sicher schwer, klare Umrisse zu definieren: die fransigen Flusen wuchern aus dem Bild. Krawatte und Jackett gl&#228;nzen seidig und verspr&#252;hen den Charme von 60er-Jahre-Synthetik-Errungenschaften aus Buna, Leuna oder dem PCK Schwedt. Man kann es f&#246;rmlich knistern h&#246;ren. Alles in Allem wird er in Szene gesetzt, wie ein in die Jahre gekommener Autoverk&#228;ufer, bei dem man auch g&#252;nstige Versicherungen bekommt oder Baufinanzierungen oder billige Kredite, die dann die Schuldnerberatung wieder gerade biegen muss.</p>
<p><a title="Platzek, SPD" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/platzek_gross_spd.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-308" style="margin: 5px;" title="platzek_gross_spd" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/platzek_gross_spd-150x150.jpg" alt="platzek_gross_spd" width="150" height="150" /></a>Platzek Die gro&#223;e Volkspartei, die gerade in Berlin regieren darf, pr&#228;sentiert sich solide, unspektakul&#228;r, langweilig. Nur keine Experimente. Der Spitzenkandidat inmitten von Kindern, das kommt immer gut. Platzeck ist auch relativ leicht unters Volk zu mischen. Weil er eben optisch dazu geh&#246;rt. Der ewige, etwas inself&#246;rmige Drei-Tage-Bart macht ihn auf angenehme Weise unaufger&#228;umt. Diesen Typen sieht man vorm Reihenhaus nebenan immer mal den Rasen m&#228;hen. Den kann man sich auch beim Bierholen oder Autowaschen vorstellen. Aber wer will schon die geschicke seines Landes von einem biersaufenden Nachbarn regiert sehen? Zumindest schafft es Identifikationspotenzial. Gut verkauft.</p>
<p><a title="Holzschuher, SPD" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/holzschuher_klein_spd.jpg" rel="lightbox[15]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-303" style="margin: 5px;" title="holzschuher_klein_spd" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2004/08/holzschuher_klein_spd-150x150.jpg" alt="holzschuher_klein_spd" width="150" height="150" /></a>Holzschuher SPD Ebenso gelingt es bei Ralf Holzschuher. Der Bart ist etwas korrekter, das L&#228;cheln etwas perfekter, aber die Tendenz ist die gleiche. Obwohl der Ralf schon grenzwertig ist. Sieht fast zu gut aus. Er k&#246;nnte auch aus einer dieser amerikanischen Serien stammen, die in den 80ern die mittelalterlichen M&#252;tter in Atem gehalten haben. &#8220;Denver&#8221;, &#8220;Dallas&#8221; oder &#8220;Falcon Crest&#8221;. Vielleicht auch &#8220;Reich und Sch&#246;n&#8221;. Na wenigstens den Damen wird er gefallen.</p>
<p>Wenn die Wahlen ausschlie&#223;lich durch die Qualit&#228;t der Media-Agenturen entschieden w&#252;rden, dann sage ich einen Erdrutschsieg f&#252;r die SPD voraus. Aber vielleicht ist Brandenburg ja nur eine Art Sandkasten, in dem verschiedene, zum Teil auch wirklich abwegig anmutende Strategien ausprobiert werden, bevor es wirklich ernst wird. Ich bin jedenfalls gespannt auf die Resultate.</p>
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