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	<title>RichardConrad.de &#187; Sport</title>
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		<title>Gutes Netz</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 21:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe gerade keine Lust mehr &#252;ber Netzsperren und deren noch viel schlimmere Ausgestaltung oder gar dumme Ideen der Jungen Union nachzudenken. Darum verlinke ich hier mal einen Grund, warum das Netz gut ist und nicht b&#246;se, es zeigt uns unter anderem sowas: Ich sitze hier immernoch mit offenem Mund und muss gerade daran denken, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe gerade keine Lust mehr &#252;ber Netzsperren und <a title="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Provider-sollen-Nutzerzugriffe-loggen-duerfen--/meldung/136450" href="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Provider-sollen-Nutzerzugriffe-loggen-duerfen--/meldung/136450" target="_self">deren noch</a> viel schlimmere Ausgestaltung oder gar <a title="http://www.golem.de/0904/66556.html" href="http://www.golem.de/0904/66556.html" target="_self">dumme Ideen der Jungen Union</a> nachzudenken. Darum verlinke ich hier mal einen Grund, warum das Netz gut ist und nicht b&#246;se, es zeigt uns unter anderem sowas:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/Z19zFlPah-o" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Z19zFlPah-o" /></object></p>
<p>Ich sitze hier immernoch mit offenem Mund und muss gerade daran denken, dass wir fr&#252;her schon ziemlich stolz waren, wenn wir ein St&#252;ck auf dem Hinterrad fahren konnten&#8230;.</p>
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		<title>Von China lernen&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2008 12:43:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich Anfang der 90er mit dem Studium anfing, waren Begriffe wie &#8216;lean production&#8217; und &#8216;just in time&#8217; noch Schlagworte, mit denen man leicht erkl&#228;ren konnte, warum es auch gut ist, von Asien zu lernen. Das ist auch zweifelsohne immernoch so. Doch nun schl&#228;gt ein irrlaufender Parlamentarier ausgerechent eine Praxis zu &#220;bernahme vor, die monatelang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich Anfang der 90er mit dem Studium anfing, waren Begriffe wie &#8216;lean production&#8217; und &#8216;just in time&#8217; noch Schlagworte, mit denen man leicht erkl&#228;ren konnte, warum es auch gut ist, von Asien zu lernen. Das ist auch zweifelsohne immernoch so. Doch nun schl&#228;gt ein irrlaufender Parlamentarier ausgerechent eine Praxis zu &#220;bernahme vor, die monatelang Gegenstand erbitterter Diskussionen war und ist und vor allem von westlichen Demokratien gegen&#252;ber China gern als Misstand angeprangert wird: <a title="http://www.focus.de/digital/games/killer-spiele-bayern-beharrt-auf-raschem-verbot_aid_329802.html" href="http://www.focus.de/digital/games/killer-spiele-bayern-beharrt-auf-raschem-verbot_aid_329802.html" target="_blank">die Zensur des Internet</a>. Hans-Peter Uhl (CSU, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag) l&#228;sst den Focus wissen, dass er gern Provider per Gesetz zwingen will, bestimmte Seiten aus dem Netz zu nehmen.</p>
<blockquote><p>Sp&#228;testens seit den Olympischen Spielen in Peking wisse man, was m&#246;glich sei: „Was die Chinesen k&#246;nnen, sollten wir auch k&#246;nnen. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich bin sicher, das die Vergabe der Spiele nach Peking irgendwo im hintersten Ende auch die Motivation hatte, mehr Offenheit in das Reich der Mitte zu exportieren. Offenbar funktioniert der Ideenaustausch aber auch mit umgekehrtem Vorzeichen.</p>
<p><strong>Update:</strong> Auf <a title="http://abgeordnetenwatch.de/dr_hans_peter_uhl-650-5550--f130814.html#frage130814" href="http://abgeordnetenwatch.de/dr_hans_peter_uhl-650-5550--f130814.html#frage130814" target="_blank">abgeordentenwatch.de</a> <span style="text-decoration: line-through;">harrt im &#220;brigen eine Frage zu diesem Interview auf Beantwortung.</span> hat Herr Dr. Uhl eine Frage zu diesem Interview beantwortet. Darin bringt er seine Emp&#246;rung zum Ausdruck und erkl&#228;rt, warum eine solche Sperre nur bedingt sinnvoll ist. F&#252;r notwendig h&#228;lt er sie jedoch nach wie vor, oder vorsichtiger: Wert, dar&#252;ber nachzudenken. Von China ist dann auch keine Rede mehr.   <span style="text-decoration: line-through;"><br />
</span></p>
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		<title>FussballKultur</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 11:38:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Moritzhof hat mir in den letzten Jahren eine Reihe wirklich bemerkenswerter Abende beschert. Gro&#223;artige Filme habe ich dort zum ersten mal gesehen und bemerkenswerte Stunden mit Livemusik verbracht. Auch Max Goldt und zuletzt Wiglaf Droste habe ich dort erlebt. Nun kann man da auch Fussball gucken. Der Newsletter, der &#252;ber das aktuelle Programm informiert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Moritzhof hat mir in den letzten Jahren eine Reihe wirklich bemerkenswerter Abende beschert. <a title="http://www.imdb.com/title/tt0110413/" href="http://www.imdb.com/title/tt0110413/" target="_blank">Gro&#223;artige Filme</a> habe ich dort zum ersten mal gesehen und bemerkenswerte Stunden mit <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Spitfire_%28Band%29" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spitfire_%28Band%29" target="_blank">Livemusik</a> verbracht. Auch Max Goldt und zuletzt Wiglaf Droste habe ich dort erlebt. Nun kann man da auch Fussball gucken. Der Newsletter, der &#252;ber das aktuelle Programm informiert, liest sich f&#252;r den 12.06.2008 so:</p>
<p>Donnerstag, 12. Juni<br />
18.00 Uhr Fu&#223;ballKultur zur EM 2008: Kroatien &#8211; Deutschland<br />
20.15 Uhr Mr. Shi und der Gesang der Zikaden<br />
20.45 Uhr Fu&#223;ballKultur zur EM 2008: &#214;sterreich &#8211; Polen</p>
<p>Ich bef&#252;rchte, diese Kombination wird zum Zusammentreffen v&#246;llig unterschiedlicher Interessen f&#252;hren, bei denen f&#252;r mich klar ist, wer da den K&#252;rzeren zieht.<span id="more-182"></span></p>
<p>Ich stelle mir das so vor: Ein junger Mann, nennen wir ihn Peter (v&#246;llig normal entwickelt, also mindestens mit einem rudiment&#228;ren Interesse an Sport ausgestattet, aber auch den sch&#246;ngeistigen Dingen durchaus zugetan, liest auch mal Oscar Wilde) hat sein erstes Date mit Julia (Philologiestudentin, Schwerpunkt Sinologie) am Donnerstag. Die beiden sind f&#252;r halb acht im Moritzhof verabredet, um gemeinsam den Mr. Shi-Film zu sehen. Peter ist schon um halb sechs dort und guckt mit den Kumpels erstmal das Deutschlandspiel. Die letzte Viertelstunde muss er sich allerdings klemmen, weil Julia schon da ist (es steht 2:2, hohes Tempo, massenhaft Chancen auf beiden Seiten). Mit M&#252;h&#8217; und Not reisst er sich los und empf&#228;ngt Julia &#228;usserlich v&#246;llig gelassen im Hof. Er tr&#228;gt heute die nicht so verwaschene Jeans und schliesst, als sie kommt, sogar die Kn&#246;pfe seines weissen Hemdes bis auf den Obersten. Sie trinken Wein und plaudern &#252;ber die schwindende Qualit&#228;t des Lehrk&#246;rpers am Ostasiatischen Institut der Universit&#228;t Leipzig, w&#228;hrend im Hintergrund der aufbrandende Jubel der Fanmeute in der Scheune jede Torszene untermalt. Peter rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her und spielt mit dem Gedanken, kurz auf die Toilette zu verschwinden, um durch den Hintereingang in die Scheune zu schleichen.</p>
<p>Julia doziert jetzt &#252;ber den Inhalt des sie nun erwartenden Filmes (Zikaden, ihr wisst schon): ein alter Chinese besucht seine Tochter in den USA (frisch geschieden) und lernt dabei eine alte Iranerin kennen, die kein Englisch kann. Peter nickt etwas abwesend und l&#228;chelt sicherheitshalber. Der Jubel aus der Scheune  deutet auf zwei weitere Tore hin. Peter weiss nur nicht f&#252;r wen. Irgendwann ist das Spiel aus und die Jungs aus der Scheune diskutieren aufgeregt &#252;ber die fulminante Schlussviertelstunde, in der die deutsche Mannschaft die beste Vorstellung seit Jahren gezeigt und noch vier Tore (zwei davon als Abseits nicht anerkannt, eins davon unberechtigt) geschossen hat.</p>
<p>Peters Zuneigung zu Julia schwindet. Es ist um acht, Peter trinkt den dritten Wein, was Julia nicht verborgen geblieben ist. Sie trinkt nun Wasser (&#8220;Mehr als ein halbes Glas Alkohol vertrage ich nicht&#8221;). Die beiden nehmen in der letzten Reihe im Stall Platz und Peter  sch&#246;pft Hoffnung auf eine gl&#252;ckliche Wendung des Abends (vielleicht geht ja doch was!). Der Film beginnt und die Untertitel sind f&#252;r Peter (3 Wein und 4 Bier) ein wenig zu schnell. Julia weint schon bald und Peter weiss nicht warum. Er legt vorsichtig den Arm um Ihre Schultern und schaut sie mit traurigen Augen an (jedenfalls versucht er das, es misslingt). Julia befreit sich aus seiner ein wenig zu ambitionierten Umklammerung und sitzt nun mit verschr&#228;nkten Armen recht steif neben ihm. Wenn er die Untertitel gelesen h&#228;tte, w&#252;sste er, dass die Iranerin gerade auf persisch von ihrer Verfolgung im Heimatland und den furchtbaren Zust&#228;nden in der Islamischen Republik berichtet. Sehen kann er das nicht, weil der gesamte Film mehr oder weniger im Halbdunkel spielt.</p>
<p>Aus der Scheune dringt erneut Torjubel. Bierseeliges Stimmengewirr im Hof; M&#228;nnerlachen. Die erste Halbzeit des zweiten Spieles (&#214;sterreich-Polen) ist offenbar um. Peter hat keine Ahnung davon, dass &#214;sterreich 3:0 in F&#252;hrung liegt und die Polen einen Elfmeter, den sie nach einer T&#228;tlichkeit im Strafraum zugesprochen bekommen hatten und gegen die Zidanes Kopfsto&#223; im WM-Finale 2006 ein sanfter Klapps war, verschossen haben. Eine Sensation bahnt sich an.</p>
<p>Mr. Shi sitzt jetzt mit der Iranerin stumm auf einer Parkbank unter einem bl&#252;henden Kirschbaum und Julia l&#228;chelt. Peter fl&#252;stert: &#8220;Jetzt fehlt nur noch, das die anfangen, die Enten zu f&#252;ttern.&#8221; Er grinst schief und  Julia sieht ihn fragend an.  Das war nix. Peter muss jetzt aufs Klo (Julia: &#8220;Bringst Du mir bitte noch einen Tee mit? Hier ist es so k&#252;hl!&#8221;). Auf dem Klo berichtet ein Mittsechziger aufgeregt vom gerade laufenden Spiel: die &#214;sterreicher spielen wie entfesselt nur noch zu Neunt (zweiter Platzverweis wegen T&#228;tlichkeit gegen einen Schiedsrichterassistenten!) und sind &#8216;drauf und &#8216;dran das 5. Tor zu schiessen. Peter ist zur&#252;ck im Stall und hat den Tee vergessen (&#8220;Waralletutmirleid&#8221;). Im Stall sitzen noch 4 Leute, die anderen gucken Fussball. Der Kirschbaum im Park tr&#228;gt nun Fr&#252;chte und Mr. Shi sitzt alleine darunter (Untermalung: experimentelle Klaviermusik). Julia weint schon wieder ein bisschen. Peter hat jetzt ein Bier in der Hand und nimmt einen tiefen Schluck. Julia kann Bier nicht leiden, ist aber zu aufgew&#252;hlt, um ihm das zu sagen.</p>
<p>Kurz vor Ende des Films muss Peter wieder aufs Klo. Die zweite Halbzeit begeistert nicht nur eingefleischte Fussballfans. Ein &#246;sterreichischer Gesch&#228;ftsmann, der zuf&#228;llig in der Stadt ist, hat ein Fass Bier spendiert. Volksfeststimmung. Als Peter vom Klo kommt, f&#228;ngt ihn sein Kumpel Axel ab, der ihn gleich mit in die Scheune schleppt. &#8216;Nur f&#252;r f&#252;nf Minuten&#8217; denkt Peter und wehrt sich nur ein bi&#223;chen. Die Scheune ist ein Meer aus Rot und Weiss und Peter wundert sich, wo die ganzen &#214;sterreicher herkommen. Zwei junge M&#228;dchen vor ihm sind ganz aus dem H&#228;usschen und fallen ihm nach jeder brenzligen Situation um den Hals und jubeln mit ihm. Er weiss nicht warum und fragt auch nicht danach. Ein paar Polen sind auch da und werden von Leuten mit schwarz-rot-goldenen M&#252;tzen beim Bier getr&#246;stet. Inzwischen steht es 5:2. Sabine und Katrin haben ihm noch ein Bier besorgt und lassen ihn und Axel nun auch zwischen den brenzligen Situationen nicht mehr los.</p>
<p>Als er wieder aufs Klo muss, f&#228;llt ihm Julia wieder ein. Der Film ist zu Ende, und sie kommt gerade aus dem Stall. Der rote Abdruck von Sabines K&#246;rperbemalung auf seinem Hemd f&#228;llt ihr gleich auf, gleich nach dem Lippenstift auf seinem Kragen. F&#252;r ein &#8220;Ich kann das erkl&#228;ren&#8221; ist Ihre &#8220;Beziehung&#8221; definitiv noch nicht fortgeschritten genug. Also nimmt er ihre s&#228;uerlich vorgetragene Verabschiedung (&#8220;&#8230;und tsch&#252;ss! Arschl*ch!&#8221;) stumm entgegen. Julia ist weg und Peter widmet sich wieder Sabine und dem Bier.</p>
<p>Die &#214;sterreicher gewinnen 6:4 und auch die polnischen Fans sind nicht mehr traurig. Das Freibier geht langsam zur Neige und eigentlich hat Peter auch genug. Sabine liegt auf einem Tisch im Biergarten und Peter schreibt in Spiegelschrift (damit es l&#228;nger dauert) seine Telefonnummer mit einem Edding auf ihren flachen Bauch. Sie kichert. Axel und Katrin stehen in einer eher dunklen Ecke ziemlich dicht beieinander. Sie macht ihm gerade ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.</p>
<p>Julia wird morgen wieder nach Leipzig fahren und schl&#228;ft l&#228;ngst in ihrem alten Bett im Haus ihrer Eltern. Peters Telefonnummer hat sie aus ihrem Handy gel&#246;scht. Das spielt aber keine Rolle mehr, weil Peter sein Handy verliert, als er mit Sabine auf den Schultern in einen Busch am Stra&#223;enrand st&#252;rzt. Den beiden passiert nichts; sie sind viel zu betrunken und liegen lachend auf dem R&#252;cken. Sie verabreden sich f&#252;r den Freitag und freuen sich auf Holland gegen Frankreich. Der Zikadenfilm f&#228;llt Freitag aus:  Keiner will ihn sehen.</p>
<p>Ich hoffe wirklich, dass sich der Moritzhof kulturell vom Einfall der barbarisch bemalten Fussballfans und Faninnen wieder erholt. Und ich hoffe, wir haben in den n&#228;chsten 3 Wochen ne Menge Spass bei dem einen oder anderen Spiel.</p>
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		<title>Sinkewitz</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jul 2007 16:26:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mal wieder Doping beim Radsport. Bei der Tour de France. Im T-Mobile-Team. SpOn titelt &#8220;Fall Sinkewitz: Positive A-Probe ersch&#252;ttert den Radsport&#8220;. Ersch&#252;ttert? Das kann mich nicht mal mehr &#252;berraschen! Jedem, der die Gest&#228;ndnisse der letzten Wochen und Monate gesehen oder gelesen hat, musste klar sein, das die Methoden des Doping sicher feiner werden w&#252;rden aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal wieder Doping beim Radsport. Bei der Tour de France. Im T-Mobile-Team. SpOn titelt &#8220;<a title="Video abspielen..." href="http://www.spiegel.de/videoplayer/0,6298,19906,00.html" target="_blank">Fall Sinkewitz:<span> Positive A-Probe ersch&#252;ttert den Radsport</span></a>&#8220;. Ersch&#252;ttert?  Das kann mich nicht mal mehr &#252;berraschen! Jedem, der die Gest&#228;ndnisse der letzten Wochen und Monate gesehen oder gelesen hat, musste klar sein, das die Methoden des Doping sicher feiner werden w&#252;rden aber ein Radsport ohne Doping eine schlichte Utopie ist, solange dort viel Geld verdient wird. Bezeichnend ist auch das Statement des Teamchefs des T-Mobile Teams Bob Stapleton auf die Frage warum Doping in einem Team m&#246;glich ist, dass nach eigenen Angaben das h&#228;rteste interne Kontrollprogramm aller Profiteams hat: &#8220;Wir f&#252;hren keine Anti-Dopingtests im Team durch. Das liegt in der Verantwortung der deutschen Nationalen Antidopingagentur und der anderen Anti-Dopingagenturen. Wir kontrollieren das Blutvolumen und f&#252;hren langfristrige Tests durch, aber wir testen nicht intern auf Testosteron. Wenn wir Antidopingtests im eigenen Team durchf&#252;hren w&#252;rden, k&#246;nnte man uns vorwerfen, dass wir gezieltes Doping betreiben und das Verhalten der Fahrer damit steuern.&#8221; Na prima. Bei internen Testosteron-Tests<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/18/sinkewitz/#footnote_0_67" id="identifier_0_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="tolles Wort &amp;#252;brigens">1</a></sup> w&#228;re aber der dopende Radler aufgefallen. Und der PR-Gau vielleicht zu verhindern gewesen. Wenn die Teams keine internen Antidopingtests durchf&#252;hren, kann man ihnen zumindest vorwerfen, unerlaubte Mittel zu billigen. Wie w&#228;re es mit einer Selbstverpflichtung zu interen Kontrollen durch unabh&#228;ngige Labore, finanziert von den Teams und mit Ver&#246;ffentlichung der Ergebnisse? Was ist mit strafrechtlichen Konsequenzen f&#252;r die dopenden Sportler? Die gesundheitlichen Risiken halten die &#8220;Athleten&#8221; ja offenbar nicht von diesem Wahnsinn ab. Und irgendwie ist hier ja auch der Tatbestand des Betrugs erf&#252;llt, oder?</p>
<p>Konsequenz f&#252;r mich: Hock nicht vor der Glotze und schau dir das Pharmawettr&#252;sten bei der Tour de France an, sondern fahr&#8217; selber Rad. Wenigstens bis zum Biergarten&#8230;.Prost!</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_67" class="footnote">tolles Wort &#252;brigens</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Kopfkino und Angsthaushalt (mit lauter Fussnoten)</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jul 2007 12:47:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer schon mal l&#228;nger als 3 Minuten mit einer Frau verbracht hat, kenn das Ph&#228;nomen: Man(n) sitzt gedankenversunken im Liegestuhl einer Strandbar und das Gespr&#228;ch mit der Begleitung, der man im Idealfall eine nicht unerhebliche Zuneigung entgegenbringt, ist angenehm abgeebbt und irgendwo zwischen &#8216;war ein harter Tag aber hier ist&#8217;s wirklich sch&#246;n&#8217; und &#8216;dashamwirunsabbaverdient&#8217; versickert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer schon mal l&#228;nger als 3 Minuten mit einer Frau verbracht hat, kenn das Ph&#228;nomen: Man(n) sitzt gedankenversunken im Liegestuhl einer Strandbar und das Gespr&#228;ch mit der Begleitung, der man im Idealfall eine nicht unerhebliche Zuneigung entgegenbringt, ist angenehm abgeebbt und irgendwo zwischen &#8216;war ein harter Tag aber hier ist&#8217;s wirklich sch&#246;n&#8217; und &#8216;dashamwirunsabbaverdient&#8217; versickert, wie das Wasser in einem Wadi in Nordafrika.  Man(n) geniest den lauen Sommerabend, nippt am zwar total &#252;berteuerten aber wenigstens k&#252;hlen Bier und ist sich selbst genug. Reden ist nicht n&#246;tig.</p>
<p>Man(n) glaubt sich und die Welt ringsum in bester Ordnung und gibt sich dem tr&#252;gerischen Gef&#252;hl hin, der weiblichen H&#228;lfte ginge es mindestens genau so. Da braut sich aber schon Schlimmes hinter der sch&#246;nen Stirn der Angebeteten zusammen. In der Zeit, die Man(n) mit s&#252;ssem Nichtsdenken verschwendet hat, war die Zeitbombe im benachbarten Liegestuhl gar nicht faul und hat sich eine nette kleine Wirklichkeit nach watzlawickschem<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_0_52" id="identifier_0_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Paul Watzlawick, Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wahn, T&amp;#228;uschung, Verstehen. Piper, M&amp;#252;nchen 1976, ISBN 3-492-02182-4">1</a></sup> Vorbild gezimmert, ohne auch nur ein einziges Mal zwischendurch einen Realit&#228;tsabgleich vorzunehmen, geschweige denn das Ziel ihres unmittelbar bevorstehenden Ausbruchs mit Zwischenergebnissen ihres Denkens vorzuwarnen.</p>
<p>&#8220;&#8230;ja dass passt Dir wieder hervorragend in den Kram! Du hast Zeit mit den Jungs am Samstag zum Spiel zu gehen und ich muss mich im Fitnesscenter abplagen!&#8221; schleudert Sie mir in deutlich ungehaltenem Ton entgegen.<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_1_52" id="identifier_1_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#8216;What the fuck&amp;#8230;?&amp;#8217;">2</a></sup> Aus dem Nichts. Ich hebe langsam mein Bier wieder auf (das ich fallen gelassen habe) und stammele reflexartig: &#8220;Tutmirleid&#8230;&#8221; Was aber war passiert?</p>
<p>Nachdem sich direkt vor uns eine Gruppe junger, sportlicher Studentinnen niedergelassen und ich meine Sonnenbrille nicht abgenommen hatte, war der Anlass da und die Holde an meiner Seite begann frei zu assoziieren. Das ging ungef&#228;hr so:</p>
<p>Die sind schlank; Ich bin fett; Er guck denen hinterher; Ich bin f&#252;r ihn nicht mehr attraktiv; Ich muss abnehmen; Hab nur Samstag Zeit, aber keine Lust auf Sport, verdammt!; Wenn ich weg bin, geht er mit den Jungs zum Spiel und hat Spass und ich nicht&#8230;</p>
<p>Nat&#252;rlich war es ein grober Anf&#228;ngerfehler angesichts der potenziellen Konkurrenz nicht ein bis acht ihrer Vorz&#252;ge hervorzuheben oder wenigstens eine Ihrer Ideen zu loben (dezent und glaubw&#252;rdig, versteht sich: &#8220;Hase, ich hab nachgedacht, Kauf ruhig das neue Geschirr, 24 zusammenh&#228;ngende Gedecke kann man immer mal gebrauchen!&#8221;) Das h&#228;tte definitv deeskaliert aber vor dem Hintergrund der relaxten Stimmung ist das Versagen zumindest erkl&#228;rbar.</p>
<p>Kernproblem aber ist das Weiterspinnen der Gedanken unter fehlender Einbeziehung der (potenziellen) Gespr&#228;chsteilnehmer.</p>
<p>Anderes Beispiel abseits der Beziehungsebene: Im Geografieunterricht der 8.Klasse (glaube ich) ging es um die nat&#252;rlichen Ressourcen der <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/RGW" href="http://de.wikipedia.org/wiki/RGW" target="_blank">RGW-L&#228;nder</a>.</p>
<p>Lehrer fragt: &#8220;Von welchem Bodenschatz hat Ungarn bedeutende Vorkommen?&#8221;</p>
<p>Sch&#252;ler antwortet: &#8220;<a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Bauxit" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bauxit" target="_blank">Bauxit!</a>&#8221;</p>
<p>Lehrer: &#8220;Richtig. Und was machen die daraus?&#8221;</p>
<p>Sch&#252;ler: &#8220;<a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Ikarus_%28Automobil%29" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ikarus_%28Automobil%29" target="_blank">Ikarus-Busse!</a>&#8221;<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_2_52" id="identifier_2_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Richtige Antwort w&amp;#228;re Aluminium gewesen">3</a></sup></p>
<p>Yeah! Eigentlich nicht g&#228;nzlich falsch aber eben unter Auslassung von einigen wesentlichen Zwischenschritten.</p>
<p>An selbiges Ph&#228;nomen dachte ich gestern, als ich ein Statement von Sigmar Gabriel zum Klimagipfel im Radio anh&#246;ren musste<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_3_52" id="identifier_3_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="obwohl ich mit nicht mehr sicher bin, ob ich da nicht halluzinierte">4</a></sup>, der ungef&#228;hr Folgendes von sich gab:</p>
<p>&#8220;Der Ausstieg aus der Atomkraft gibt den B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern ein gr&#246;&#223;eres Sicherheitsgef&#252;hl und wenn sich die B&#252;rger sicher f&#252;hlen, kaufen sie sich neue Autos, die dann weniger Benzin verbrauchen.&#8221;</p>
<p>Ha! dachte ich im ersten Moment. Da hat er im falschen Moment ein Mikro unter die Nase gehalten bekommen (vgl. oben). Dann, nach kurzem Nachdenken: Aber nein! Das meint der wirklich so! Doppelter Umweltschutz. Weniger Atomm&#252;ll und weniger CO2. Das da nicht schon eher jemand drauf gekommen ist. Das ist so brilliant. Dann aber begann das Gr&#252;beln: Warum zur H&#246;lle sollte mich das neu gewonnene Sicherheitsgef&#252;hl dazu veranlassen, ein neues Auto zu kaufen?</p>
<p>Diese Denkaufgabe ist in der Tat f&#252;r Fortgeschrittene. Dazu zun&#228;chst ein wenig Theorie: Seit Anbeginn der Menschwerdung ist Angst eine der elementaren Erfahrungen, die jedes Individuum (bewusst)<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_4_52" id="identifier_4_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="das unterscheidet uns vom Tier">5</a></sup> durchlebt.  Die Angst ist in erster Linie ein Schutzreflex, der uns in grauer Vorzeit davor bewahrt hat, vom S&#228;belzahntiger gefressen oder in die benachbarte H&#246;hle verschleppt und dann <span style="text-decoration: line-through;">verheiratet</span> versklavt zu werden. Angst l&#246;st Fluchtreflexe aus, sorgt f&#252;r zus&#228;tzliches Adrenalin und mobilisiert physische und psychische Reserven. Angst kann aber auch Individuen &#252;berfordern. Deren Angsttoleranz ist dann &#252;berschritten und der Angsthaushalt<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_5_52" id="identifier_5_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Fachwort">6</a></sup> ist &#252;berlastet. Die Angsttoleranz ist eine individuelle Gr&#246;&#223;e, die gleichsam das maximale Volumen des Angsthaushaltes beschreibt unter Einbeziehung der subjektiven Angstintensit&#228;t.  Idealzustand ist ein gerade eben ges&#228;ttigter Angsthaushalt. Davon spricht man, wenn der Angshaushalt zu etwa 80% gef&#252;llt ist und die Angstreserve (die oberen 20%) verf&#252;gbar bleibt.<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_6_52" id="identifier_6_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dar&amp;#252;ber wird allerdings auf Angstkongressen und in der freien Amatuerangstszene teilweise sehr kontrovers diskutiert">7</a></sup></p>
<p>Liegt der Angstpegelstand dagegen deutlich unter dem Idealmass, wenden sich Testpersonen<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_7_52" id="identifier_7_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="das haben klinische und auch empirische Studien eindeutig gezeigt, vgl. dazu Prof.Dr. Friedbert Angst-Hase">8</a></sup> schnell und reproduzierbar gef&#228;hrlichen Freizeitbesch&#228;ftigungen<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_8_52" id="identifier_8_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="G&amp;#252;nxmurfl">9</a></sup> zu, die in aller Regel aber Kosten verursachen, die am Ende auf die Solidargemeinschaft verteilt werden m&#252;ssen.</p>
<p>Hier kommt nun wieder Sigmar Gabriel<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_9_52" id="identifier_9_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="als Teil der Bundesregierung, die hier eng verzahnt agiert">10</a></sup> ins Spiel. Die fehlende Bedrohung durch Atomkraft und das dadurch entstehende gef&#228;hrliche gesamtgesellschaftliche Angstdefizit soll nun nach Pl&#228;nen der Bundesregierung<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_10_52" id="identifier_10_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="gew&amp;#246;hnlich gut informierte Kreise haben mir diese Informationen zugespielt">11</a></sup> durch ein Substitutionsprogramm abgefedert werden. Dieses Substitutionsprogramm ruht im Wesentlichen auf zwei S&#228;ulen:</p>
<p>.1 &#220;berwachungsstaat</p>
<p>.2 Autofahren f&#252;r alle</p>
<p>F&#252;r Punkt .1 wird auch erg&#228;nzend Terrorgefahr bem&#252;ht. Aber hier haben Tests gezeigt, dass damit nicht die erw&#252;nschten Substitutionswirkung erzielt werden konnte. So hat man kurzerhand den ersten Therapieversuch (Terrorgefahr) als Rechtfertigung  f&#252;r den Zweiten (&#220;berwachungsstaat) hergenommen. Sehr schlau das.</p>
<p>Punkt .2 funktioniert immer. Ein neues Auto f&#252;llt den Angsthaushalt mit mehreren kleinen, gut doiserbaren &#196;ngsten auf wie Verlustangst, Zerkratzangst oder auch  Der-Nachbar-hat-ein-Gr&#246;&#223;eres-Angst usw. Damit diese Strategie auch aus dem Mund des Bundesumweltministers glaubw&#252;rdig klingt, weist er noch vorsichtig darauf hin, dass die neuen Autos nat&#252;rlich zur Schadstoffreduzierung beitragen. Damit ist die Saat gelegt (Der B&#252;rger, der das anh&#246;rt, denkt: &#8216;Mensch, ein neues Auto habe ich mir wirklich verdient, und jetzt wo die Atomkraft weg ist&#8230;&#8217;), die Autoindustrie gest&#252;tzt und der Angsthaushalt gesamtgesellschaftlich <span style="text-decoration: line-through;">kosteng&#252;nstig </span>vertr&#228;glich reguliert.<br />
Der Atomausstieg ist ein deutlich komplexeres Problem, als das diese &#214;koheinis immer wahrhaben wollen. Da muss man schon mit einem Konzept rangehen.</p>
<p>Faszinierend oder? <a title="Sch&#228;uble stoibert" href="http://netzpolitik.org/2007/schaeuble-stoibert-ueber-die-online-durchsuchung/" target="_blank">Selten sind Statements von Politikern einfach nur Geschwafel. </a>Die habens drauf. Auch wenn uns das nicht gleich offenbar wird.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_52" class="footnote">Paul Watzlawick,<em> Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wahn, T&#228;uschung, Verstehen</em>. Piper, M&#252;nchen 1976, ISBN 3-492-02182-4</li><li id="footnote_1_52" class="footnote">&#8216;What the fuck&#8230;?&#8217;</li><li id="footnote_2_52" class="footnote">Richtige Antwort w&#228;re Aluminium gewesen</li><li id="footnote_3_52" class="footnote">obwohl ich mit nicht mehr sicher bin, ob ich da nicht halluzinierte</li><li id="footnote_4_52" class="footnote">das unterscheidet uns vom Tier</li><li id="footnote_5_52" class="footnote">Fachwort</li><li id="footnote_6_52" class="footnote">Dar&#252;ber wird allerdings auf Angstkongressen und in der freien Amatuerangstszene teilweise sehr kontrovers diskutiert</li><li id="footnote_7_52" class="footnote">das haben klinische und auch empirische Studien eindeutig gezeigt, vgl. dazu Prof.Dr. Friedbert Angst-Hase</li><li id="footnote_8_52" class="footnote">G&#252;nxmurfl</li><li id="footnote_9_52" class="footnote">als Teil der Bundesregierung, die hier eng verzahnt agiert</li><li id="footnote_10_52" class="footnote">gew&#246;hnlich gut informierte Kreise haben mir diese Informationen zugespielt</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Confed-Cup als VIP</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2007 08:35:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[In 2005 hatte ich die Chance das ConfedCup-Spiel Mexico-Brasilien als VIP mitzuerleben. Hier der Bericht, wie ich ihn seinerzeit mit der unverholenen Absicht anzugeben, an Freunde verschickt hatte: Fussball war schon geil. Auch der ganze Vip-Zauber ringsrum. Inzwischen hab ich auch rausgefunden, warum diese VIP-Kacke veranstaltet wurde. Die FiFa hat an Firmen diese Promotionangebote/-geschenke ausgeteilt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In 2005 hatte ich die Chance das ConfedCup-Spiel Mexico-Brasilien als VIP mitzuerleben. Hier der Bericht, wie ich ihn seinerzeit mit der unverholenen Absicht anzugeben, an Freunde verschickt hatte:</p>
<p>Fussball war schon geil. Auch der ganze Vip-Zauber ringsrum. Inzwischen hab ich auch rausgefunden, warum diese VIP-Kacke veranstaltet wurde. Die FiFa hat an Firmen diese Promotionangebote/-geschenke ausgeteilt, um die Paketangebote f&#252;r Firmenkunden f&#252;r die Fussball-WM f&#252;r teuer Geld zu verticken. Als Pr&#228;sentation der Services, die im n&#228;chtsten Jahr den Inhabern ebensolcher Tickets angedient werden. Und da wurde ne Menge geboten.</p>
<p>Erstmal war es schon sehr cool, mit meinem alten, dreckigen, vogelbekacken Golfi mit einer Superdupervipparkplatzsondergenehmigung durch alle Absperrungen bis direkt ans Stadion zu fahren.<br />
Polizist an der ersten Sperre:<br />
&#8220;Keine Chance hier kommt ihr nicht mehr durch, alles voll&#8221; Casten (leiert Scheibe ein bissel weiter runter): &#8220;Naja, wir haben hier so eine VIP-Karte&#8230;&#8221; Bulle (l&#228;chelt, denkt vermutlich: &#8216;Wo haben DIE denn sowas her&#8217;): &#8220;Na Jungs, dann klemmt die mal sch&#246;n in die Scheibe. Viel spass!&#8221; Wir h&#228;tten uns einen Porsche Boxter mieten sollen.</p>
<p>Dann mindestens vier Sicherheitschecks, bei denen das Personal immer sch&#246;ner, weiblicher und freundlicher wurde.<br />
<strong>Erste Stufe:</strong> solariumsverkokelte Schr&#228;nke in schwarzen Anz&#252;gen, Sonnenbrille, Beule in der Jacke und Mann im Ohr. B&#246;se gucken mussten die nicht mehr &#252;ben. Eintrittskarte (ich sollte wohl sagen: VIP-ticket) abgerissen. K&#246;rperchen abgetastet, wohlwollend genickt, weil ich meinen Sprengstoff im Auto gelassen hatte.<br />
<strong>Zweite Stufe:</strong> freundliche T&#252;raufhaltedamen, Kontrollblick auf Umhalshaengevipkarte<br />
<strong>Dritte Stufe: </strong>Colgatel&#228;cheln einer ganzen Armee von handverlesenen Hostessen. Umhalsh&#228;ngevipkarte gelocht und rotes Allinclusivearmb&#228;ndchen angelegt.<br />
<strong>Vierte Stufe: </strong>Oberchefandentischbringerin fragt uns, wer wir sind. Ich stottere, weil ich schon wieder vergessen hatte, das ich f&#252;r den &#8220;Verband der Metall- und Elektorindustrie Sachsen-Anhalt&#8221; hier bin, um die Service-Qualit&#228;t zu testen.</p>
<p>Sp&#228;testens hier war ich froh wenigstens ein weisses hemd anzuhaben. Carsten ist besser vorbereitet und zwei Minuten sp&#228;ter sitzen wir am Fenster der VIP-Lounge der Haupttrib&#252;ne und bekommen ein geliertes Gaspacchio mit B&#252;sumer Krabben und Wasabicreme als Vorspeise. Genau richtig nach dem Hochzeitsgelage vom Vortag. Ich trinke literweise Wasser, weil die Sonne genau auf die VIP-Lounge draufknallt und Treibhausklima erzeugt. Das ist dann auch der einzige Minuspunkt: Klimatisierung der Lounge ist nicht der Hammer.</p>
<p>Carsten trinkt Bier und wir gucken sonnenbebrillt die enthusastischen brasilianischen und mexicanischen Fans auf den billigen Pl&#228;tzen (die sooo billig sicher auch nicht waren) an. Nach dem Essen (Buffet mit glasierter Kalbshaxe, gebratenem Zander, Stubenk&#252;ken und allerlei leckeren Nudeln und Gemuesen, nicht zu vergessen die besten Desserts, die ich je gesehen hab, ich bin froh das mein Magen wieder ok ist und esse 3 davon) nehmen wir unsere gepolsterten Sessel ein (nicht diese Hartschalenfoltersitze, bei denen man immer ein Kissen mitbringen muss). Die Pl&#228;tze liegen 15 Meter vom Spielfeldrand entfernt schr&#228;g hinter der brasilanischen Auswechselbank. Wir k&#246;nnen also ganz gut sehen. Das Stadion ist ausverkauft und die Leute sind gut drauf.</p>
<p>Das Spiel ist nicht das Beste, was der Sport zu bieten hat, aber schon allein desshalb interessant, weil der Schiedsrichter eine inakzeptable Leistung bietet. Wenigstens d&#252;rfte das Spiel desshalb in die Geschichte eingehen, weil der Schiri einen Elfmeter f&#252;r die Mexicaner zwei mal wiederholen l&#228;sst. Der erste ging rein, der zweite an die Latte und der dritte in die H&#228;nde des brasilianischer Tormannes. Der ungl&#252;ckliche Sch&#252;tze macht dann aber mit einem Kopfball in der zweiten H&#228;lfte alles wieder gut. Die Brasilianer bekommen ein Abseitstor nicht zugesprochen und verlieren. Einmal l&#228;ft eine Laola-Welle acht mal durch das Stadion, nachdem das vorher ein paar mal am VIP-Block gescheitert war.</p>
<p>In der Halbzeit gibt’s Getr&#228;nke von wieder zahlreichen handverlesenen Hostessen, die aus ihren sicher tonnenschweren Bauchl&#228;den mit einem L&#228;cheln Bier und andere Durstl&#246;scher austeilen. Auf den Tischen stehen lecker Mett- und K&#228;sebr&#246;tchen. Das B&#252;ffet ist immernoch offen. Ich halte mich wieder an die Desserts. Ich stelle fest, das es auch noch VIP&#8217;s mit goldenen Armb&#228;ndchen gibt, die &#252;ber uns auf der Tribuene rumstehen und noch ein bissel wichtiger sind als wir. Der Kaiser und der Kanzler sind auch da und ein paar andere Very-VIP&#8217;s. Auf Ebene zwei d&#252;rfen wir aber nicht. Smalltalk mit dem Kanzler w&#228;re dann aber wohl auch ein bissel too much gewesen.</p>
<p>Nach dem Spiel gibt’s Chili con Carne und irgendein Gericht mit schwarzen Bohnen (Mexico-Brasilien eben) und wieder Bauchladenbier.</p>
<p>Wir kommen ganz gut wech. Hannover ist verkehrstechnisch nicht so dicht wie ich bef&#252;rchtet hatte. Ausserdem sind wir ja auch schnell beim Auto. Kurz vor Eins lieg ich im Bett, nachdem sich die Autobahn irgendwie wie 250km anf&#252;hlte, allerdings wenigstens staufrei war.</p>
<p>Alles in allem geiles Event, das man aber privat niemals bezahlen kann (oder will). &#196;quivalente Karten f&#252;r die WM kosten im Paket f&#252;r 3 Spiele und vier Personen etwas &#252;ber 8.000 Euro. Nach Adam Riese also knapp 700 Tacken pro Nase und Spiel f&#252;r 2 Gruppenspiele und ein Achtelfinale. Da kann man nur hoffen, das ein Gesch&#228;ftsfreund einen so nett findet und auf Firmenkosten einl&#228;d&#8230;f&#252;r mich stehen die Chancen da aber eher schlecht.</p>
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