Can’t stopp the Beat

Geschrieben von Richard am 20 Feb 2010 |


Down by the River

Geschrieben von Richard am 12 Aug 2008 |

Wenn so eine innere Unruhe mich plagt und ich das unbestimmte Gefühl habe, irgend etwas tun zu müssen, hilft sehr oft, einfach eine Stunde Rad zu fahren. Das ist dann meistens die 3-Brücken-Tour: Stadtfeld – Sternbrücke – Südspitze Rothehorn – Fussgängerbrücke Rothehorn – Fussgängerbrücke Herrenkrug – Handelshafen und dann mehr oder weniger an der Elbe zurück zur Innenstadt bis nach Stadtfeld. Das sind etwa 20 km und nach einer Stunde habe ich dann eine ausreichende Rechfertigung für das nächste gute (etwas zu üppige) Essen und Trinken. Manchmal mache ich aber auch den Biathlon: mit dem Fahrrad zum Mückenwirt und dort ein paar Seiten lesen. Hier ist dann auch meine Verpflegungsstelle – man will ja nicht dehydrieren – die mich mit gutem isotonischen Weizenbier versorgt. Letzten Samstag hatte ich an den Biathlon gedacht, als ich mich gegen acht meinem Fahrrad anvertraute. Dann kam aber doch alles ganz anders. weiterlesen »


Shaft

Geschrieben von Richard am 11 Aug 2008 |

Isaac Hayes ist gestern im Alter von 65 Jahren verstorben.


Mucke

Geschrieben von Richard am 17 Jan 2008 |

7.17 Uhr, 4°C, Nieselregenstarkwind von vorn. Der Himmel hängt schwarzgrau über mir und würde er auf mich stürzen, ich wäre nicht verwundert. Ich hab schlecht geschlafen und die Nase ist halb zu. Mit hochgezogenen Schultern stemme ich mein zerknittertes Gesicht gegen den Wind auf dem Weg ins Büro, als ich die ersten Takte von “Sympathy for the Devil” auf den Ohrstöpseln habe. weiterlesen »


Zurück vom Wirt

Geschrieben von Richard am 23 Jul 2007 |

dom_stern_elbeAls ich auf mein Rad steige, ist es schon dunkel, also schon wirklich spät. Mist, muss morgen malochen. Also los jetzt. Egoistenradiostöpsel in die trainierten Ohren und entlang der Elbe. -Jesus built my car, Its a love affair- werde schnell schneller, kein Wunder bei der Mucke. Dann aber samtiger -And we gave it time/ All eyes are on the clock/ But time takes too much time/ Please make the waiting stop- blöder Hügel an der neuen Brücke, radle stehend im kleinen Gang und Kreislauf rennt. Oben dann verschnaufen und die samtige Milch genießen. Weiter am General vorbei auf mamornen Wegen mit Sakralem im Blick. Im Ohr die andere Fraktion -I was talking to Jesus through a hole in the floor/ He said our time is up, we can’t stay anymore/ No more- damit gehts gut bis zum bunten Haus. Jetzt der alte Mann, der kurze, laute -But that’s the way I like it baby, I don’t wanna live for ever- treibt mich weiter bis zum Posercafè mit A. Nun ruhiger, mit noch nem alten Mann, einem ganz Großen -And once you’re gone, you can never come back- na DAS werden wir noch sehen! Rolle an Brandt und Köln und Adenauer vorbei und bin fast zu Hause. -With the lights out its less dangerous- naja beim Radfahren nicht. Wie funktioniert nur der blöde shuffle.modus. Immer alphabetisch ist so absehbar…


Tom Waits

Geschrieben von Richard am 20 Jul 2007 |

Ich höre schon weit zwei Wochen Tom Waits, nachdem ich endlich mal ein bissel mehr über den Künstler erforscht habe. Erster Berührungspunkt war der Song, der eine Kneipenszene in Fight Club untermalt. “Goin’ out West”. Auf der selben Platte (Bone Machine) habe ich auch meinen derzeitigen absoluten Favorite gefunden: “Black Wings”. Ein melancholisches, rastloses Stück, das von Waits’ Stimme (wie die meisten seiner Stücke) dominiert wird. Eine dezente Gitarre bildet die unaufdringliche aber präsente Hülle um dieses markante Organ. Das ganze gebettet auf Drumms, die nur in den richtigen Momenten Akzente setzen. Unglaublich perfekt.


Pulp Muppets

Geschrieben von Richard am 6 Jul 2007 |

sehr cool.


Innenansicht eines Kneipenmuckers

Geschrieben von Richard am 27 Jun 2007 |

Vor einiger Zeit habe ich mal in einem bekannten deutschen Ostseeferienort ein kleine Gruppe (3) Musiker bewundern dürfen, die in einer durchschnittlichen Kneipe, deren Thema offenbar die Verherrlichung eines Südstaaten-Saloons der Bürgerkriegszeit war, ihr Geld verdienen mussten. Die drei waren mit zwei Gitarren und einer Stimme ausgestattet und dazu verdonnert, die dumpfe, dröge Menge, die biersaufend immerwieder den einen Song forderte, einen Abend lang zu beschallen.

Die Mucke war ehrlich und handwerklich gut. Und in kurzen Momenten sah man sogar Innenansichten der Protagonisten, wenn beispielsweise der mittelalterliche Gittarist 1 mit halb geschlossenen Augen und vorgeschobenem Unterkiefer bei gesenktem Kopf ein Solo spielte, war klar, dass das nicht auf dem Notenzettel stand und nicht nur Handwerk, sondern Kunst war. Dann war es gut. Nur das Gelärme und Gewürge der “heute-ist-Samstag-und-ich-besaufe-mich-Stammgäste” rings um war mindestens respektlos und ignorant. Zustimmung erhielt der Musiker dann einzig für seine Bemerkung: “Schön laut wa’?!” Die sind eben nur begeistert, wenn sie den “Künstler” aus dem Fernsehen kennen und/oder viel Geld dafür bezahlt haben.

Ich komme darauf, weil ich das mal wieder gesehen hab. Ganz große Kunst und vor allem Leidenschaft und Seele.

Nicht das der Gitarrist entfernt so genial gewesen wäre wie Jimmy Page, aber etwas einte sie: Die Bereitschaft, alles in das Spiel zu legen, jedes bisschen Persönlichkeit mit allen Gefühlen, die dazu gehören. Musik ist, wenn sie gut ist, auch immer ein Fenster in die Seele des Musikers. Das bewundere ich ehrlich. Zum Abschied sagte der Gitarrist in der Südstaatenverehrungskneipe noch: “Wir geben euch unsre Seele und Ihr gebt uns Euer Geld.” Leider hatte er an diesem Tag seine Seele Leuten angedreht, die damit mehrheitlich nichts anfangen konnten.


Beatsteaks in der Factory

Geschrieben von Richard am 25 Mai 2007 |

Am 23. Mai hatte ich nach 2 1/2 Jahren live Abstinenz wieder mal Gelegenheit, die Lieblingsband der besten Band der Welt zu erleben. Und ich sage euch: jetzt weiss ich wieder, was mir gefehlt hat.

In der Factory waren sie angesagt. Die ziemlich dreckige, aber immer gut besuchte Location liegt irgendwo in mitten der ehemaligen Areale des Schwermaschinenbaus: wir brauchten eine Weile um dort hinzufinden, weil der Zugang nun hinter einem Zaun lag, an den ich mich nicht erinnern konnte. Nunja unser letzter Besuch in der Factory liegt auch schon ein paar Jahre eine Weile zurück (huestel). Jedenfalls war ein offenbar dort regelmäßig verkehrender junger Mann (der gar nicht so viel jünger war als wir) freundlich genug, uns den Weg zu zeigen. 20 Minuten Weg und einige wirklich beeindruckende Einblicke in alte Fabrikhallen später (muss ich nochmal zum Fotografieren hin!) standen wir dann inmitten einer verpickelten und ungeschickt geschminkten Menschenmenge, deren Durchschnittsalter etwa bei 16 lag (Abitur war ein wichtiges Thema, also waren ein paar auch etwas Älter, vielleicht 18). Die Frisuren der jungen Männer waren sehr tschechisch (Bronko-Kulitschka-Gedächtsnis-Mopp mit Seitenscheitel), die Klamotten angenehm unprätentiös, die Stimmung bestens. Wir alten Säcke wurden neugierig beäugt, aber nicht gemobbt.

Die Security war so nachlässig wie sonst nie, aber den Gören trauten die wahrscheinlich einfach keinen gepflegten Krawall zu. Also ab rein. Das erste Bier verdampfte quasi beim ersten Kontakt mit den durstigen Kehlen. Beim Zweiten fing die Vorband an. Schon wieder vergessen wer das war, jedenfalls waren die Drei gut unterwegs und heizten schon mal ordentlich ein. Schneller, harter Punkrock. Nette Mucke. Keine Offenbarung aber aller Ehren wert. Allein der Sound war ein bissel schwach. Nicht zu leise aber zu breiig, zu undifferenziert, zu sehr Lärm. Das lag offenbar an der Technik. Aber der Support darf ja auch nicht perfekt klingen. Und schon gar nicht besser als der Hauptact. Unnötig war nur der Anbiederungsversuch der Drei, die behaupteten aus der Umgebung von MD zu kommen, obwohl nur Wenige so blöd waren, das zu glauben.

Dann gings los. Und wie. Kaum waren die Rhytmusschnitzel auf der Bühne, tobte der Saal. Es ist für mich immernoch ein bissel unheimlich, wie das geht. Ich hab das vor drei Jahren schon mal in Erfurt erlebt und war damals schon von den Socken, welch direkter Draht zwischen Band (in Persona Arnim) und Publikum besteht. Wer schon mal das unwürdige Schauspiel eines sich abrackernden Musikers beobachtet hat, der es nicht schafft, auch nur eine winzige Reaktion des Publikums zu provozieren, der kann bei dieser Band das komplette Gegenteil erleben. Vom ersten Song an waren die Massen da.

Auch wenn Limbo Messiah nicht eine wirkliche Offenbahrung ist (hab mir die Scheibe im Vorfeld des Konzerts ein paar mal angehört) ist das Live immernoch eine komplett andere Welt. Es wurde viel Altes gespielt, das kam auch am besten an. Und die Jungs rocken. Rampensäue vom feinsten, die mit dem Publikum spielen, flirten es aufbauen und wieder chillen, um dann umso brutaler zuzuschlagen.

Wir sind jedenfalls gehüpft wie mit zwanzig und ich war erstaunt, wie hoch ich noch springen kann. Einmal hat Arnim das Publikum hinhocken lassen. Innerhalb von 30 Sekunden war der ganze Saal down und dann sind alle auf Komando aufgesprungen. Hammer. Diverse Klettereinlagen waren natürlich auch Pflicht. Alles in allem mal wieder ein echtes Highlight. Der Sound war nicht perfekt, aber wen stört das schon angesichts der unglaublichen Stimmung. So wird das Magdeburger Konzert in guter Erinnerung bleiben, wenn es auch nicht ganz so beeindruckte, wie das im Erfurter Spot.

Dort gab es noch die Geschichte mit dem Surfbrett auf dem Publikum, auf dem ein junger Drummer aus dem Publikum nach einer gelungenen Einlage surfen durfte. Dort tropfte schon nach ungefähr zwei Songs das Wasser von der Decke. Wir zogen mindestens zwei völlig entkräftete Mädels aus den Massen und waren hinterher selber so High wie noch nie. Ich hab in meinem nicht mehr so ganz frischen Leben schon ne Menge Musiker live erlebt, aber für das, was die Berliner da nun schon zum zweiten Mal mit mir gemacht haben, habe ich nicht viele Vergleiche. Die Beatsteaks sind zweifellos eine der besten live-Bands, die ich je gesehen hab. Geht hin und seht euch das an, was euch da für moderate 20 Euronen geboten wird. Es lohnt sich wirklich.


We are Motörhead and we play Rock’n’Roll!

Geschrieben von Richard am 18 Dez 2006 |

Wenn man zu einem Rockkonzert geht, hat das bisweilen schon etwas von einem Sprung in ein Paralleluniversum. Zeuge, bzw. Subjekt eines solchen Sprungs wurde ich am letzten Freitag, als Ian “Lemmy” Kilmister mit dem Rest von Motörhead sich dem dreckigen, verlausten und vor allem total besoffenen “Publikum” im AMO zum Geschenk machte. Naja, verschenkt haben sich die Rocker natürlich nicht: ca. 35 Euronen wollten die Veranstalter für den Tinnitus haben, den man garantiert mit nach hause nehmen konnte, wenn keine Stöpsel in den Ohren waren.

Mit Stöpseln in den Ohren, alten Klamotten und einer gehörigen Portion Gleichmut muss man solchen Ereignissen entgegensehen, um dann auch die Performance der Künstler richtig geniessen zu können. Anders gesagt, sei vorbereitet, wenn Du Dich als durchschnittlich musikinteressierter Mensch auf Motörhead einlässt.

Um es Vorweg zu nehmen: Lemmy rulez! Geil von vorn bis hinten. Die alten wie die neuen Stücke kamen mit Gewalt und natürlich Lautstärke über mich herein. Das was man erwartet. Geradlinig, kompromisslos, hart. In der Zugabe kam dann neben einem phantasitischen Drummsolo und einem Accoustic-Stück auch noch das Unvermeidliche “Ace of Spades”; damit hatte das Jack-Daniels-Maskottchen die tobende Meute dann endgültig im Sack. Danke Lemmy!

Als Special Guest war “MELDRUM” angekündigt. Was wir dann sahen, sah aus, wie der feuchte Traum eines pekigen Metallers: eine Band bestehend aus 3 Frauen und einem Drummer und mindestens einem Doppelpack in DD. Das war wohl auch der Grund, warum der Veranstalter die “Sängerin” überhaupt auf Bühnen lässt. Selbst Lemmy hat Angst.

Dem vornehmlich männlichen Publikum hats offenbar gefallen, was dann auch die meisten durch die typischen “Ausziehen!….Ausziehn!”
Sprechchöre zum Ausdruck brachten. Als Anerkennung für die musikalische Performance lässt sich das nur schwer umdeuten.
Allerdings hatte die Frontfrau auch keine Scheu, ihre Vorzüge mit jeder Bewegung zu präsentieren und am Ende hätte es mich nicht gewundert, wenn sie den Forderungen der lederbehosten, bierseeligen Erstebisfünfte-Reihe-Stehern nachgekommen wäre.

Damit sind wir schon beim Publikum. Mindestens ebenso präsent und “interssant” waren die Leute um einen ‘rum. Bier war billig: 2 Euronen für einen meistens vollen Plastebecher, darum floss es wohl in Strömen. Schon vor Ende des Meldrum-Specials waberte der Duft von Halbverdautem durch den Raum. (Wichtige Regel: Wenn jemand auf nem Konzert mit dicken Backen und Panik im Blick zum Ausgang stolpert: Geh zur Seite!)

Schon bevor überhaupt ein Riff vom Hauptact zu hören war, waren manche “Gäste” so hackedicht, das die wirklich nix mehr mitbekamen. Verstehen werde ich das wohl nie: Die geben 35 Öcken aus, um dann sturzbesoffen im eigenen Mageninhalt rumzustolpern, waerend Rocklegenden ihnen die Trommelfelle rauspusten. Das hab ich schon in Bremen bei Metallica erlebt.

Apropos Bremen. Das Konzert im Weserstadion hat sich auch desshalb besonders in mein Hirn eingeraben, weil irgendwelche Bekloppten mit Urin gefüllte Becher in die Menge schmissen. Das können nur Bremer.
Obwohl diesmal im AMO das Männerklo (!) ständig überfüllt war (das hab ich sonst immer nur bei Frauen gesehen), kam keiner auf die Idee, in Becher zu pissen.

Auch das Anmachverhalten (Flirttaktik kann man das beim besten Willen nicht nennen) war unterirdisch. Eine gute Freundin (A.) berichtete von Typen, die nicht müde wurden, Ihr zu versichern, welch hübsches Gesicht sie hätte, wärend Sie mit halboffenen, glasigen Augen schwankend in ihren Ausschnitt starrten. Eigentlich ist A. dafür bekannt, solche Typen mit Sprüchen auflaufen zu lassen, die bei halbwegs vernunftbegabten Männern ungefähr so wirken wie ein Tritt in die Weichteile, insbesondere wenn die Kumpelz daneben stehen. Die Exemplare vom Freitag grinsten nur unsicher. Vermutlich waren sie nicht sicher, ob das jetzt gut war, was sie da gehört hatten.

Naja, beim regelmäßigen Hirnwegsaufen sollte man nicht zu konsequent sein, wenn man eh schon nicht so viel davon hat.
Aber irgendwie entspannt es ja auch, und bewältigt Stress…und produziert Geschichten.

Zum Schluss rief Lemmy nochmal “We are Motörhead, and we play Rock’n'Fuckin’ Roll. Don’t forget us!”

We won’t, Lemmy!