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	<title>RichardConrad.de &#187; Magdeburg</title>
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		<title>Bullshit-Bingo</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 21:24:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Blick in den Schaukasten der Kleingartenanlage und mein Bullshit-Bingo-Tippzettel war fast voll. Infinitive sind ebenfalls sehr beliebt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Blick in den <a title="Bullshit-Bingo am Gartenweg" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2009/05/photo2.jpg" rel="lightbox[414]">Schaukasten</a> der Kleingartenanlage und mein Bullshit-Bingo-Tippzettel war fast voll. <a title="Anleinen! ANLEINEN!" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2009/05/photo.jpg" rel="lightbox[414]">Infinitive</a> sind ebenfalls sehr beliebt.</p>
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		<title>Sicherheit als Kernkompetenz</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 19:48:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit einigen Tagen bekomme ich in mein gmail.com Postfach eine F&#252;lle von Abwesenheitsmeldungen von Leuten, denen ich nie eine email geschrieben habe. Da muss man nicht lange r&#228;tseln: jemand missbraucht offenbar meine email-Adresse als reply-to f&#252;rs Spammen. Dagegen kann man ja in aller Regel nicht so viel tun. Allerdings &#228;rgert mich das schon ein wenig. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Tagen bekomme ich in mein gmail.com Postfach eine F&#252;lle von Abwesenheitsmeldungen von Leuten, denen ich nie eine email geschrieben habe. Da muss man nicht lange r&#228;tseln: jemand missbraucht offenbar meine email-Adresse als reply-to f&#252;rs Spammen. Dagegen kann man ja in aller Regel nicht so viel tun. Allerdings &#228;rgert mich das schon ein wenig. Ich habe dann kurz eine Anzeige gegen Unbekannt erwogen, ohne mich der Illusion hinzugeben, dass das irgendwas &#228;ndern w&#252;rde. Und nat&#252;rlich auch ohne zu wissen, ob das verwenden gef&#228;lschter reply-to Adressen in emails &#252;berhaupt strafbar ist. F&#252;r die Anzeige jedenfalls schien mir die Internetwache angemessen: Dort kennt man sich sicher aus und bei denen kann man so etwas schnell und unkompliziert erledigen. Also hab ich kurz gegoogelt und bin sehr bald <a title="Internetwache Sachsen-Anhalt" href="http://www.polizei.sachsen-anhalt.de/index.php?id=97" target="_blank">f&#252;ndig geworden</a>. Irgendwie scheint da aber der Admin gerade im Urlaub zu sein <a rel="lightbox[dick]" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2009/02/polizei-sachsen-anhalt-anzeige-erstatten1.png">(siehe Screenshot)</a>. Jedenfalls findet der hilfesuchende, medienkompetente B&#252;rger genau das vor, wovor die Faltbl&#228;ttchen immer warnen: selbstunterschriebene, abgelaufene Zertifikate. Sogar mein Browser warnt mich besorgt davor, das Zertifikat anzuerkennen. Ich habe dann die Idee mit der Anzeige verworfen und dem Admin eine kurze email geschrieben.</p>
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		<title>Down by the River</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 06:28:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn so eine innere Unruhe mich plagt und ich das unbestimmte Gef&#252;hl habe, irgend etwas tun zu m&#252;ssen, hilft sehr oft, einfach eine Stunde Rad zu fahren. Das ist dann meistens die 3-Br&#252;cken-Tour: Stadtfeld &#8211; Sternbr&#252;cke &#8211; S&#252;dspitze Rothehorn &#8211; Fussg&#228;ngerbr&#252;cke Rothehorn &#8211; Fussg&#228;ngerbr&#252;cke Herrenkrug &#8211; Handelshafen und dann mehr oder weniger an der Elbe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn so eine innere Unruhe mich plagt und ich das unbestimmte Gef&#252;hl habe, irgend etwas tun zu m&#252;ssen, hilft sehr oft, einfach eine Stunde Rad zu fahren. Das ist dann meistens die 3-Br&#252;cken-Tour: Stadtfeld &#8211; Sternbr&#252;cke &#8211; S&#252;dspitze Rothehorn &#8211; Fussg&#228;ngerbr&#252;cke Rothehorn &#8211; Fussg&#228;ngerbr&#252;cke Herrenkrug &#8211; Handelshafen und dann mehr oder weniger an der Elbe zur&#252;ck zur Innenstadt bis nach Stadtfeld. Das sind etwa 20 km und nach einer Stunde habe ich dann eine ausreichende Rechfertigung f&#252;r das n&#228;chste gute (etwas zu &#252;ppige) Essen und Trinken. Manchmal mache ich aber auch den Biathlon: mit dem Fahrrad zum M&#252;ckenwirt und dort ein paar Seiten lesen. Hier ist dann auch meine Verpflegungsstelle &#8211; man will ja nicht dehydrieren &#8211; die mich mit gutem isotonischen Weizenbier versorgt. Letzten Samstag hatte ich an den Biathlon gedacht, als ich mich gegen acht meinem Fahrrad anvertraute. Dann kam aber doch alles ganz anders.<span id="more-187"></span></p>
<p>Das dies kein gew&#246;hlicher Abend ist, wird in der R&#252;ckbetrachtung schon an der Sternbr&#252;cke klar. Auch f&#252;r einen Samstag sind ungew&#246;hnlich viele Leute unterwegs. Selbst der Biergarten am Elbelandhaus (das uns kurz vor Weihnachten seine eigenwillige Interpretation von &#8220;Service&#8221; n&#228;herzubringen die Stirn hatte) ist voll. In einer Ecke hat sich ein Duo mit allerlei Equipment aufgebaut und schickt sich an, offenbar nach einer Pause, mit ihrer Musik fortzufahren. Ich bin erfreut und bleibe kurz, um ein Bob Dylan Cover anzuh&#246;ren. Es ist nicht zum Niederknien aber wie sich drei gute Stunden sp&#228;ter bitter erwiesen haben sollte, war das der letzte musikalische Lichtblick des Abends. Ich ziehe weiter, denn schlie&#223;lich hei&#223;t das Etappenziel M&#252;ckenwirt, von dem ich beim Eintreffen vor allem die Schlangen an den Bierst&#228;nden missmutig zur Kenntnis nehme. Zehn Minuten sp&#228;ter habe ich dann endlich ein Weizen in der Hand und stehe (sic!) irgendwo zwischen den gef&#252;hlten 2500 Menschen. Sitzen ist nicht mehr m&#246;glich. Der M&#252;ckenwirt hat Kapazit&#228;ten aufgebaut seit dem letzten Sommer und trotzdem kann ich keinen Platz zum sitzen finden. Und ich bin bei weitem nicht der Einzige. Aber Sitzen wird ohnehin massiv &#252;bersch&#228;tzt und so bleibe ich einfach stehen und warte auf die musikalische Performance, die die zwei akustischen Gitarren verheissen, die auf der B&#252;hne auf den n&#228;chsten Einsatz warten.</p>
<p>In der Zwischenzeit foltert ein DJ das Publikum mit Wolfgang Petri und Dingen, die man sonst nur aus ZDF-Altersbespassungen kennt. Die Musikmischung entspricht etwa dem worst case von (Silber-)Hochzeiten und runden Geburtstagen ab 50. Der kleinste gemeinsame Familiennenner sozusagen, der heute wirklich sehr klein zu sein scheint. Als dann allerdings das Duo auf die B&#252;hne zur&#252;ckkehrt, wird auch beim gl&#252;hendsten Liebhaber von Live-Musik der Wunsch nach einer gepflegten Musikkonserve wach. Ein Garth-Verschnitt (Waynes World, ihr erinnert euch, blondes schulterlanges Haar, Brille, nicht allzu kompetenter Gesichtsausdruck) und eine Art gr&#246;&#223;erer Dirk Bach im weinroten Seidenhemd geben zwar alles, aber wie sich schnell herausstellt, ist das nicht besonders viel. In Vorfreude auf die Live-Mucke hatte ich mir ein zweites Weizen besorgt. Fatale Fehlentscheidung. Ich muss miterleben, wie das singende Seidenhemd das Publikum n&#246;tigt, bei Satisfaction mitzusingen (ein Wunder, dass niemand selbige fordert), indem er Einzelnen, die nicht schnell genug abwinken k&#246;nnen, sein Mikro unter die Nase h&#228;lt. Ich finde sowas ja immer extrem unw&#252;rdig. Verkauft wird das dann als ganz tolle Partystimmung und mit genug Bier f&#252;hlt sich das wohl auch so an. Sehr kleiner gemeinsamer Nenner halt. F&#252;r die die es interessiert: das Duo heisst Yellow Times. Ich verlinke das mal nicht (ja, es gibt eine Webseite, und ja, es gibt dort auch H&#246;rbeispiele), weil auch das Webdesign sagenwirmal speziell ist. Aber ich schweife ab.</p>
<p>Ich vernichte das Weizen in Rekordzeit und schl&#228;ngle mich durch die Massen, die, nichts ahnend von der sie erwartenden netten kleinen Vorh&#246;lle, immernoch dem M&#252;ckenwirt entgegenstreben. Am Elbelandhaus ist der Bob-Dylan-Imitator schon fertig und trinkt sein mittelm&#228;&#223;ig verdientes Bier. Hier gibts also nichts mehr zu sehen oder h&#246;ren und &#252;ber die Elbe weht lockend Madonnas &#8220;like a virgin&#8221; live und die ehrw&#252;dige W&#252;rttemberg erstrahlt in Festbeleuchtung. OK, wie schlimm kann es noch werden? Ich bin leidensf&#228;hig und vor allem neugierig.</p>
<p>In einem kleinen Pavillion auf der flussseitigen Terrasse arbeitet (ja, arbeitet!) ein Trio, bestehend aus einem Keyborder, einem Gitarristen und einer S&#228;ngerin, bei der von &#8220;touched for the very first time&#8221; &#252;berhaupt keine Rede mehr sein kann. Daf&#252;r scheint sie sich ehrlich zu freuen, wenn sie mit ihrem seelenlosen Getr&#228;ller mal einen Ton trifft. Auch der Keyborder nickt dann immer anerkennend. Im n&#228;chsten Song (habe vergessen, was das war, vielleicht auch verdr&#228;ngt?) offenbahrt der Gitarrist einen am&#252;santen kleinen Sprachfehler und Nena&#8217;s darauf folgender Leuchtturm erklingt, passend zur 1908 vom Stapel gelaufenen Kulisse, schwerf&#228;llig, wie ein kaiserlicher Marsch. Ein Paar, bestehend aus einem sehr d&#252;nnen aber gro&#223;en Mann mit Rundschnitt und Schnurrbart, blass mit Brille, Strickwestover &#252;ber dem bis oben zugekn&#246;pften Hemd und roter (!) Bundfaltenhose und einer fast ebenso gro&#223;en aber gar nicht so d&#252;nnen Dame mit ebenfalls roter Hose, &#252;ppig ber&#252;schter halbdurchsichtiger Bluse und Standarddauerwelle tanzt sich die Seele aus dem Leib. Sie vermitteln trotz ihrer leicht grotesken Erscheinung echtes Gl&#252;ck und feiern vermutlich ihren 12. Hochzeitstag oder so. Ein Tisch mit &#228;lteren Herrschaften klatsch nach jeder Tanzeinlage Beifall. Eine Oma bewacht die eierschalenfarbige Handgelenktasche des schneidigen T&#228;nzers, aus der ebendieser seiner Partnerin nun ein Taschentuch reicht. Ich habe genug gesehen.</p>
<p>Am alten Festungsgel&#228;nde unterhalb des Parkplatzes an der Sternbr&#252;cke (Ausgrabungen haben dort jetzt die alten Mauern zu Tage gef&#246;rdert) dringt moderne Musik vom Band zu mir durch den Einlass. Viel ist allerdings auch hier nicht los und der Gedanke an mein Fahrtenmesser, dass ich versehentlich vom Camping noch im Rucksack habe, bewegt mich zum Weiterfahren, obwohl ich damit bei der hier postierten Security sicher viel Spass h&#228;tte haben k&#246;nnen.</p>
<p>Am Domfelsen hat offenbar auch ein neues Restaurant (Backsteinflachbau, sehr designed, Carpaccio, Rucola und Parmesanhobel in hom&#246;opathischer Dosis f&#252;r 18 Euronen im Angebot) er&#246;ffnet. Ich halte kurz und bin erneut begeistert von der Idee, den Domfelsen &#252;ber eine Treppe begehbar zu machen. Der Fluss, der sich sonst so ausgegrenzt und teilend am Stadtbild vorbeiw&#228;lzt, wird mehr begreifbar und erfahrbar. Die Stufen sind gut gef&#252;llt und ein Bierstand versorgt die zahlreichen Nachtschw&#228;rmer.</p>
<p>Eigentlich reichts f&#252;r heute. Auf dem Weg nach hause komme ich (wie immer) an Moll&#8217;s Laden vorbei, dessen nicht eben gro&#223;er Versuchung ich im Allgemeinen leicht widerstehen kann. Nicht so heute. Drinnen ist es nicht besonders voll und die G&#228;steallokation verr&#228;t sofort, worum es geht: RudisResteRampe. So nennen b&#246;se Zungen die &#220;30 Parties, die allerorten Entt&#228;uschte und solche, die noch nicht einmal das hatten, in billigen Schuppen zu billigem Sangria zusammenf&#252;hren. An der Bar: 3 Herren um die 40, die sich an ihrem Bier festhalten und unsicher l&#228;chelnd den Takt von Cindy Lauper&#8217;s &#8216;Time After Time&#8217; mitnicken, obwohl sie nat&#252;rlich viel lieber mit dem Typen auf der Tanzfl&#228;che tauschen w&#252;rden, der sich schon gen&#252;gend Mut angetrunken hatte, um die Endreissigerin vom M&#228;dchenstehtisch gegen&#252;ber zum Tanzen aufzufordern.</p>
<p>Der Stehtisch gegen&#252;ber ist ein geradzu exemplarisches Beispiel f&#252;r Richter&#8217;s Law. Ein Freund von mir hat mal postuliert, dass auffallend oft ein(e) attraktive(s) Frau/M&#228;dchen mit einer deutlich weniger attraktiven Begleiterin unterwegs ist. Unabh&#228;ngig vom absoluten Attraktivit&#228;tsniveau ist der relative Abstand hierbei immer deutlich sp&#252;rbar. Das gilt nicht ausschlie&#223;lich und ist somit nat&#252;rlich auch kein allgemein g&#252;ltiges Gesetz im engeren Sinne, die Bezeichnung hat sich aber im Laufe der Jahre eingeb&#252;rgert und in vielen F&#228;llen als zutreffend erwiesen. Die Ursache f&#252;r dieses Ph&#228;nomen haben wir trotz jahrelanger empirischer Analysen jedoch nur hypothesenartig herausarbeiten k&#246;nnen: die Attraktiveren unterstreichen mit dem Kontrast ihre eigene Position, die weniger Attraktiven profitieren von deren, durch den Kontrast, gesteigerten Anziehungskraft. So ungef&#228;hr muss es funktionieren. Eine Symbiose quasi, eine win-win-Situation.</p>
<p>Ich setze mich ans Ende der Bar und beobachte einen kleinen schm&#228;chtigen Glatzkopf, wie er dem Barkeeper(!), vermutlich aus Verzweiflung, ein Gespr&#228;ch aufdr&#228;ngelt. Ich kann h&#246;ren, dass ihm beim formulieren auffallend oft seine eigene Zunge im Weg ist. Der DJ (Mitte 40, schulterlange, grau mellierte Haare, Hemd offen bis zum Bauchnabel) gockelt zum attraktiveren Teil des M&#228;dchentisches und vermindert so die Chancen auf Verpaarung bei den anwesenden Herren nocheinmal drastisch. Ich trinke das kleine Bier aus und fahre nun wirklich nach hause. Der Biathlon heute war anstrengend. Mental und physisch.</p>
<p>Was unter all dem angestrengten &#8220;wir machen Party und sind alle so furchtbar gl&#252;cklich und attraktiv&#8221; bleibt, ist die Tatsache, dass die Elbe endlich ihren Platz in der Stadt findet. Die Stadt &#246;ffnet sich ihr. Das ist sch&#246;n. Was auch bleibt, ist die Erkenntnis, das die ewigen Events und Sommerfeste und Nachtfl&#252;ge und Honkytonks auf Dauer nichts bieten. Aber vermutlich brauchen die Leute einen griffigen Slogan, um vor die T&#252;r zu gehen. Anders ist der Massenauflauf wohl nicht zu erkl&#228;ren. Nur irgendwann gehen eben die Superlative aus und offenbar auch die wirklichen Musiker. Den Wirten wird&#8217;s aber egal sein, solange die Leute kommen und trinken.</p>
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		<title>FussballKultur</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 11:38:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Moritzhof hat mir in den letzten Jahren eine Reihe wirklich bemerkenswerter Abende beschert. Gro&#223;artige Filme habe ich dort zum ersten mal gesehen und bemerkenswerte Stunden mit Livemusik verbracht. Auch Max Goldt und zuletzt Wiglaf Droste habe ich dort erlebt. Nun kann man da auch Fussball gucken. Der Newsletter, der &#252;ber das aktuelle Programm informiert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Moritzhof hat mir in den letzten Jahren eine Reihe wirklich bemerkenswerter Abende beschert. <a title="http://www.imdb.com/title/tt0110413/" href="http://www.imdb.com/title/tt0110413/" target="_blank">Gro&#223;artige Filme</a> habe ich dort zum ersten mal gesehen und bemerkenswerte Stunden mit <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Spitfire_%28Band%29" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spitfire_%28Band%29" target="_blank">Livemusik</a> verbracht. Auch Max Goldt und zuletzt Wiglaf Droste habe ich dort erlebt. Nun kann man da auch Fussball gucken. Der Newsletter, der &#252;ber das aktuelle Programm informiert, liest sich f&#252;r den 12.06.2008 so:</p>
<p>Donnerstag, 12. Juni<br />
18.00 Uhr Fu&#223;ballKultur zur EM 2008: Kroatien &#8211; Deutschland<br />
20.15 Uhr Mr. Shi und der Gesang der Zikaden<br />
20.45 Uhr Fu&#223;ballKultur zur EM 2008: &#214;sterreich &#8211; Polen</p>
<p>Ich bef&#252;rchte, diese Kombination wird zum Zusammentreffen v&#246;llig unterschiedlicher Interessen f&#252;hren, bei denen f&#252;r mich klar ist, wer da den K&#252;rzeren zieht.<span id="more-182"></span></p>
<p>Ich stelle mir das so vor: Ein junger Mann, nennen wir ihn Peter (v&#246;llig normal entwickelt, also mindestens mit einem rudiment&#228;ren Interesse an Sport ausgestattet, aber auch den sch&#246;ngeistigen Dingen durchaus zugetan, liest auch mal Oscar Wilde) hat sein erstes Date mit Julia (Philologiestudentin, Schwerpunkt Sinologie) am Donnerstag. Die beiden sind f&#252;r halb acht im Moritzhof verabredet, um gemeinsam den Mr. Shi-Film zu sehen. Peter ist schon um halb sechs dort und guckt mit den Kumpels erstmal das Deutschlandspiel. Die letzte Viertelstunde muss er sich allerdings klemmen, weil Julia schon da ist (es steht 2:2, hohes Tempo, massenhaft Chancen auf beiden Seiten). Mit M&#252;h&#8217; und Not reisst er sich los und empf&#228;ngt Julia &#228;usserlich v&#246;llig gelassen im Hof. Er tr&#228;gt heute die nicht so verwaschene Jeans und schliesst, als sie kommt, sogar die Kn&#246;pfe seines weissen Hemdes bis auf den Obersten. Sie trinken Wein und plaudern &#252;ber die schwindende Qualit&#228;t des Lehrk&#246;rpers am Ostasiatischen Institut der Universit&#228;t Leipzig, w&#228;hrend im Hintergrund der aufbrandende Jubel der Fanmeute in der Scheune jede Torszene untermalt. Peter rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her und spielt mit dem Gedanken, kurz auf die Toilette zu verschwinden, um durch den Hintereingang in die Scheune zu schleichen.</p>
<p>Julia doziert jetzt &#252;ber den Inhalt des sie nun erwartenden Filmes (Zikaden, ihr wisst schon): ein alter Chinese besucht seine Tochter in den USA (frisch geschieden) und lernt dabei eine alte Iranerin kennen, die kein Englisch kann. Peter nickt etwas abwesend und l&#228;chelt sicherheitshalber. Der Jubel aus der Scheune  deutet auf zwei weitere Tore hin. Peter weiss nur nicht f&#252;r wen. Irgendwann ist das Spiel aus und die Jungs aus der Scheune diskutieren aufgeregt &#252;ber die fulminante Schlussviertelstunde, in der die deutsche Mannschaft die beste Vorstellung seit Jahren gezeigt und noch vier Tore (zwei davon als Abseits nicht anerkannt, eins davon unberechtigt) geschossen hat.</p>
<p>Peters Zuneigung zu Julia schwindet. Es ist um acht, Peter trinkt den dritten Wein, was Julia nicht verborgen geblieben ist. Sie trinkt nun Wasser (&#8220;Mehr als ein halbes Glas Alkohol vertrage ich nicht&#8221;). Die beiden nehmen in der letzten Reihe im Stall Platz und Peter  sch&#246;pft Hoffnung auf eine gl&#252;ckliche Wendung des Abends (vielleicht geht ja doch was!). Der Film beginnt und die Untertitel sind f&#252;r Peter (3 Wein und 4 Bier) ein wenig zu schnell. Julia weint schon bald und Peter weiss nicht warum. Er legt vorsichtig den Arm um Ihre Schultern und schaut sie mit traurigen Augen an (jedenfalls versucht er das, es misslingt). Julia befreit sich aus seiner ein wenig zu ambitionierten Umklammerung und sitzt nun mit verschr&#228;nkten Armen recht steif neben ihm. Wenn er die Untertitel gelesen h&#228;tte, w&#252;sste er, dass die Iranerin gerade auf persisch von ihrer Verfolgung im Heimatland und den furchtbaren Zust&#228;nden in der Islamischen Republik berichtet. Sehen kann er das nicht, weil der gesamte Film mehr oder weniger im Halbdunkel spielt.</p>
<p>Aus der Scheune dringt erneut Torjubel. Bierseeliges Stimmengewirr im Hof; M&#228;nnerlachen. Die erste Halbzeit des zweiten Spieles (&#214;sterreich-Polen) ist offenbar um. Peter hat keine Ahnung davon, dass &#214;sterreich 3:0 in F&#252;hrung liegt und die Polen einen Elfmeter, den sie nach einer T&#228;tlichkeit im Strafraum zugesprochen bekommen hatten und gegen die Zidanes Kopfsto&#223; im WM-Finale 2006 ein sanfter Klapps war, verschossen haben. Eine Sensation bahnt sich an.</p>
<p>Mr. Shi sitzt jetzt mit der Iranerin stumm auf einer Parkbank unter einem bl&#252;henden Kirschbaum und Julia l&#228;chelt. Peter fl&#252;stert: &#8220;Jetzt fehlt nur noch, das die anfangen, die Enten zu f&#252;ttern.&#8221; Er grinst schief und  Julia sieht ihn fragend an.  Das war nix. Peter muss jetzt aufs Klo (Julia: &#8220;Bringst Du mir bitte noch einen Tee mit? Hier ist es so k&#252;hl!&#8221;). Auf dem Klo berichtet ein Mittsechziger aufgeregt vom gerade laufenden Spiel: die &#214;sterreicher spielen wie entfesselt nur noch zu Neunt (zweiter Platzverweis wegen T&#228;tlichkeit gegen einen Schiedsrichterassistenten!) und sind &#8216;drauf und &#8216;dran das 5. Tor zu schiessen. Peter ist zur&#252;ck im Stall und hat den Tee vergessen (&#8220;Waralletutmirleid&#8221;). Im Stall sitzen noch 4 Leute, die anderen gucken Fussball. Der Kirschbaum im Park tr&#228;gt nun Fr&#252;chte und Mr. Shi sitzt alleine darunter (Untermalung: experimentelle Klaviermusik). Julia weint schon wieder ein bisschen. Peter hat jetzt ein Bier in der Hand und nimmt einen tiefen Schluck. Julia kann Bier nicht leiden, ist aber zu aufgew&#252;hlt, um ihm das zu sagen.</p>
<p>Kurz vor Ende des Films muss Peter wieder aufs Klo. Die zweite Halbzeit begeistert nicht nur eingefleischte Fussballfans. Ein &#246;sterreichischer Gesch&#228;ftsmann, der zuf&#228;llig in der Stadt ist, hat ein Fass Bier spendiert. Volksfeststimmung. Als Peter vom Klo kommt, f&#228;ngt ihn sein Kumpel Axel ab, der ihn gleich mit in die Scheune schleppt. &#8216;Nur f&#252;r f&#252;nf Minuten&#8217; denkt Peter und wehrt sich nur ein bi&#223;chen. Die Scheune ist ein Meer aus Rot und Weiss und Peter wundert sich, wo die ganzen &#214;sterreicher herkommen. Zwei junge M&#228;dchen vor ihm sind ganz aus dem H&#228;usschen und fallen ihm nach jeder brenzligen Situation um den Hals und jubeln mit ihm. Er weiss nicht warum und fragt auch nicht danach. Ein paar Polen sind auch da und werden von Leuten mit schwarz-rot-goldenen M&#252;tzen beim Bier getr&#246;stet. Inzwischen steht es 5:2. Sabine und Katrin haben ihm noch ein Bier besorgt und lassen ihn und Axel nun auch zwischen den brenzligen Situationen nicht mehr los.</p>
<p>Als er wieder aufs Klo muss, f&#228;llt ihm Julia wieder ein. Der Film ist zu Ende, und sie kommt gerade aus dem Stall. Der rote Abdruck von Sabines K&#246;rperbemalung auf seinem Hemd f&#228;llt ihr gleich auf, gleich nach dem Lippenstift auf seinem Kragen. F&#252;r ein &#8220;Ich kann das erkl&#228;ren&#8221; ist Ihre &#8220;Beziehung&#8221; definitiv noch nicht fortgeschritten genug. Also nimmt er ihre s&#228;uerlich vorgetragene Verabschiedung (&#8220;&#8230;und tsch&#252;ss! Arschl*ch!&#8221;) stumm entgegen. Julia ist weg und Peter widmet sich wieder Sabine und dem Bier.</p>
<p>Die &#214;sterreicher gewinnen 6:4 und auch die polnischen Fans sind nicht mehr traurig. Das Freibier geht langsam zur Neige und eigentlich hat Peter auch genug. Sabine liegt auf einem Tisch im Biergarten und Peter schreibt in Spiegelschrift (damit es l&#228;nger dauert) seine Telefonnummer mit einem Edding auf ihren flachen Bauch. Sie kichert. Axel und Katrin stehen in einer eher dunklen Ecke ziemlich dicht beieinander. Sie macht ihm gerade ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.</p>
<p>Julia wird morgen wieder nach Leipzig fahren und schl&#228;ft l&#228;ngst in ihrem alten Bett im Haus ihrer Eltern. Peters Telefonnummer hat sie aus ihrem Handy gel&#246;scht. Das spielt aber keine Rolle mehr, weil Peter sein Handy verliert, als er mit Sabine auf den Schultern in einen Busch am Stra&#223;enrand st&#252;rzt. Den beiden passiert nichts; sie sind viel zu betrunken und liegen lachend auf dem R&#252;cken. Sie verabreden sich f&#252;r den Freitag und freuen sich auf Holland gegen Frankreich. Der Zikadenfilm f&#228;llt Freitag aus:  Keiner will ihn sehen.</p>
<p>Ich hoffe wirklich, dass sich der Moritzhof kulturell vom Einfall der barbarisch bemalten Fussballfans und Faninnen wieder erholt. Und ich hoffe, wir haben in den n&#228;chsten 3 Wochen ne Menge Spass bei dem einen oder anderen Spiel.</p>
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		<title>Architektur vom Feinsten</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Nov 2007 20:52:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anl&#228;&#223;lich eines entspannten Sonntagsspaziergangs im Sp&#228;therbst, bei dem ich viel Laub und goldenes Sonnenlicht geniessen konnte, wurde ich auch eines Kleinods moderner Architektur ansichtig, dass sich sensibel und einf&#252;hlsam in das Ensemble aus schmuck restaurierten Gr&#252;nderzeith&#228;usern mit Fachwerkelementen einf&#252;gt und unauff&#228;llig in sprachlos machender Schlichtheit bezaubert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anl&#228;&#223;lich eines entspannten Sonntagsspaziergangs im Sp&#228;therbst, bei dem ich viel <a title="Laub" rel="lightbox" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2007/12/laub.png">Laub</a> und <a title="goldenes Sonnenlicht" rel="lightbox" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2007/12/goldenherbst.png">goldenes Sonnenlicht</a> geniessen konnte, wurde ich auch eines Kleinods moderner Architektur ansichtig, dass sich sensibel und einf&#252;hlsam in das Ensemble aus schmuck restaurierten Gr&#252;nderzeith&#228;usern mit Fachwerkelementen einf&#252;gt und unauff&#228;llig in sprachlos machender <a title="Schlichtheit bezaubert" rel="lightbox" href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2007/12/architektur.png">Schlichtheit bezaubert.</a></p>
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		<title>Heute morgen beim B&#228;cker</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Sep 2007 09:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin morgens auch nicht immer ein Ausbund an Frohsinn, aber was ich heute wieder beim B&#228;cker erlebt habe, schreit nach Dokumentation. Ich (beim Betreten des Ladens): &#8220;Morg&#228;&#228;&#228;n!&#8221; [wirklich freundlich] Ich bin dran. Das zeigt mir die Verk&#228;uferin, indem sie sich umdreht und erstmal den Ofen ausr&#228;umt. Ok, das muss sein und auf die Minute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin morgens auch nicht immer ein Ausbund an Frohsinn, aber was ich heute wieder beim B&#228;cker erlebt habe, schreit nach Dokumentation.</p>
<p>Ich (beim Betreten des Ladens): &#8220;Morg&#228;&#228;&#228;n!&#8221; [wirklich freundlich]</p>
<p>Ich bin dran. Das zeigt mir die Verk&#228;uferin, indem sie sich umdreht und erstmal den Ofen ausr&#228;umt. Ok, das muss sein und auf die Minute kommt es ja nun auch nicht an.  Dann ist sie fertig und wendet sich mir zu, ohne etwas zu sagen. Das ist offenbar mein Zeichen. Ich formuliere seidenweich meinen Wunsch:</p>
<p>&#8220;Ich h&#228;tte gern ein Roggenbr&#246;tchen.&#8221; Yentzieh, dessen Charmeoffensiven an der Fleischtheke unter uns schon legend&#228;r sind, w&#228;re stolz auch mich.</p>
<p>Wieder wortlos stopft die Missmutige das heute besonders kleine Teil in eine T&#252;te und bellt: &#8220;Zweiundvierzich!&#8221; Seit Douglas Adams wissen wir, dass das die Antwort auf alle Fragen des Universums ist, aber die hatte ich ja noch gar nicht gestellt.</p>
<p>Ich also nun nicht mehr so seidenweich:&#8221;Cent nehme ich an?! Bittesch&#246;n!&#8221; Ich lasse das Geld passend auf den Zahlteller fallen. Im Rausgehen murmle ich noch den Standardgru&#223;: &#8220;Vielendankundsch&#246;nentagnoch!&#8221;</p>
<p>Ihre Anwort (unsterblich): &#8220;Ok!&#8221;</p>
<p>&#8220;Wenn ein Tag so wundersch&#246;n beginnt, ist alles drin&#8230;&#8221; textete mal J&#252;rgen &#8220;ich hab die h&#228;sslichsten Hemden der Welt&#8221; von der Lippe in einem Song. Genau so ist es.</p>
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		<title>Punk ist…</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jul 2007 18:21:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;im Stadtfeld vor allem Hundehaufen von wahrhaft biblischen Ausma&#223;en. Wer jemals im Stadtfeld die Gelegenheit hatte, einen &#8220;Ich-schnappe-mal-eben-f&#252;r-&#8217;ne-viertel-Stunde-Luft&#8221;-Spaziergang im Dunkeln unternommen zu haben, der weiss, wovon ich rede. Das sind nicht nur einfach kleine K&#246;ddel, die unangenehm im Schuhprofil h&#228;ngen bleiben und deren angetrocknete Kruste tapfer unterm Schuh durchh&#228;lt, bis der arglose Tr&#228;ger wiedermal im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;im Stadtfeld vor allem Hundehaufen von wahrhaft biblischen Ausma&#223;en. Wer jemals im Stadtfeld die Gelegenheit hatte, einen &#8220;Ich-schnappe-mal-eben-f&#252;r-&#8217;ne-viertel-Stunde-Luft&#8221;-Spaziergang im Dunkeln unternommen zu haben, der weiss, wovon ich rede.</p>
<p>Das sind nicht nur einfach kleine K&#246;ddel, die unangenehm im Schuhprofil h&#228;ngen bleiben und deren angetrocknete Kruste tapfer unterm Schuh durchh&#228;lt, bis der arglose Tr&#228;ger wiedermal im Auto sitzt und etwas gegen seine kalten F&#252;sse tun will. Dann trifft es um so h&#228;rter: Das eiserne Herz des 20 Jahre alten Golfs wird warm und er Besitzer entwickelt den &#252;blichen Stolz ob der schadstoffarm schnurrenden Maschine, die nun ihrereseits dankbar die erw&#228;rmte Luft in den Innenraum bl&#228;st. Nat&#252;rlich immer auf die F&#252;sse. Die werden wohlig warm und noch bevor der Besitzer der solcherart befriedigter F&#252;sse beginnt, das wirklich toll zu finden, entfalten die kleinen K&#246;ddeln ihr grausames Potenzial. Schlimm ist es dann mit Hundescheisse an den F&#252;&#223;en in einem Auto zu sitzen, das sich mit 160 Stundenkilometern einem Stau hinter einer Bergkuppe n&#228;hert, der etwa 250 Meter <strong>nach</strong> der letzten Ausfahrt beginnt und die L&#252;ftung unentwegt offenbart, dass sich die Hundeschei&#223;e entschlossen hat,  geruchstechnisch deutlich auf sich aufmerksam zu machen.</p>
<p>Nein, das ist noch viel mehr als diese kleinen garstigen K&#246;ddel. Stadtfelder Hundeverdauungsergebnisse sind bisweilen so gross, das niemand die Chance hat, sie bis zum Auto zu ignorieren oder gar zu &#252;bersehen. Im Moment des Ereignisses sind sie einfach pr&#228;sent. Wenn sich die Ferse dem Boden n&#228;hert, ist das Schicksal besiegelt: der Mittelfuss tritt zuerst in Kontakt mit der braunen Masse, die dann ziemlich rapide unter dem Druck zur Seite ausweicht und sich mit einer strammen Aufw&#228;rtsbewegung kraftvoll um den teuer beschuhten schlanken Fuss schmiegt, der seinerseits nur die Bewegung bis zum vollst&#228;ndigen Kontakt mit dem Pflaster ausf&#252;hrt. Der Fuss steht. Und die Wurst des verhaltensgest&#246;rten und ohne Zweifel politisch links eingestellten Rottweilermischlings umh&#252;llt ihn innig. Das sind Momente, in denen man den Glauben verliert, dass Hundehalter auch zivilisierte Menschen sein k&#246;nnen. Die Punks, die auf den Wiesen im Stadtfeld rumlungern, und denen die Hunde h&#246;rig sind, sind es jedenfalls eher nicht. Obwohl ich dem Biertrinken schon am Vormittag manchmal eine gewissen Charme abgewinnen kann, gelingt mir das mit Hundescheisse ganz und gar nicht.</p>
<p>Gehen Punks eigentlich aufs Klo? Oder scheissen die auch einfach in die Wohnung? Das w&#228;re immerhin konsequent.</p>
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		<title>Zur&#252;ck vom Wirt</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 20:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alltagskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Essen und Trinken]]></category>
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		<description><![CDATA[Als ich auf mein Rad steige, ist es schon dunkel, also schon wirklich sp&#228;t. Mist, muss morgen malochen. Also los jetzt. Egoistenradiost&#246;psel in die trainierten Ohren und entlang der Elbe. -Jesus built my car, Its a love affair- werde schnell schneller, kein Wunder bei der Mucke. Dann aber samtiger -And we gave it time/ All [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2007/07/dom_stern_elbe.jpg" rel="lightbox[74]"><img class="alignleft size-medium wp-image-363" style="margin: 5px;" title="dom_stern_elbe" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2007/07/dom_stern_elbe-300x199.jpg" alt="dom_stern_elbe" width="240" height="159" /></a>Als ich auf mein Rad steige, ist es schon dunkel, also schon wirklich sp&#228;t. Mist, muss morgen malochen. Also los jetzt. Egoistenradiost&#246;psel in die trainierten Ohren und entlang der Elbe. -Jesus built my car, Its a love affair- werde schnell schneller, kein Wunder bei der Mucke. Dann aber samtiger -And we gave it time/ All eyes are on the clock/ But time takes too much time/ Please make the waiting stop- bl&#246;der H&#252;gel an der neuen Br&#252;cke, radle stehend im kleinen Gang und Kreislauf rennt. Oben dann verschnaufen und die samtige Milch genie&#223;en. Weiter am General vorbei auf mamornen Wegen mit Sakralem im Blick. Im Ohr die andere Fraktion -I was talking to Jesus through a hole in the floor/ He said our time is up, we can&#8217;t stay anymore/ No more- damit gehts gut bis zum bunten Haus. Jetzt der alte Mann, der kurze, laute -But that&#8217;s the way I like it baby, I don&#8217;t wanna live for ever- treibt mich weiter bis zum Posercafè mit A. Nun ruhiger, mit noch nem alten Mann, einem ganz Gro&#223;en -And once you&#8217;re gone, you can never come back- na DAS werden wir noch sehen! Rolle an Brandt und K&#246;ln und Adenauer vorbei und bin fast zu Hause. -With the lights out its less dangerous- naja beim Radfahren nicht. Wie funktioniert nur der bl&#246;de shuffle.modus. Immer alphabetisch ist so absehbar&#8230;</p>
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		<title>Der Rettich (reloaded)</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 07:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der weisse Bierrettich (lat. Raphanus sativus niger albus) scheint so etwas wie der heilige Gral des Einzelhandels zu sein. Er ist aber auch ein Indikatorgem&#252;se: wer&#8217;s kennt hat mindestens f&#252;nf Jahre Kassenerfahrung. Neulich habe ich mal wieder eine von diesen weissen, eigentlich relativ unspektakul&#228;ren Wurzeln gekauft. An der Kasse war die junge Dame wieder total [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Rettich" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rettich" target="_blank">weisse Bierrettich (lat<em>. Raphanus </em><em>sativus</em> <em>niger</em> <em>albus</em>)</a> scheint so etwas wie der heilige Gral des Einzelhandels zu sein. Er ist aber auch ein Indikatorgem&#252;se: wer&#8217;s kennt hat mindestens f&#252;nf Jahre Kassenerfahrung. Neulich habe ich mal wieder eine von diesen weissen, eigentlich relativ unspektakul&#228;ren Wurzeln gekauft. An der Kasse war die junge Dame wieder total &#252;berfordert, wie ich das schon vor Jahren erlebt hatte:</p>
<p>&#8220;Das is&#8217;n Rettich, oder?&#8221; der gleiche hilflose Blick wie <a title="http://www.ruehmer.de/?p=8" href="http://www.ruehmer.de/?p=8" target="_blank">seinerzeit</a>.</p>
<p>&#8220;Ja.&#8221;</p>
<p>&#8220;Einsneunundsiebzich? Kommt das hin?&#8221;</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">&#8220;Nee, neunzehn Cent&#8221;</span> &#8220;K&#246;nnte stimmen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ok.&#8221; Unsicheres L&#228;cheln und Erleichterung im Ausdruck.</p>
<p>Irgendwie habe ich das Gem&#252;se, dass bei mir im Sympatiewert irgendwo zwischen M&#246;hre und K&#252;rbis liegt<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/23/der-rettich-reloaded/#footnote_0_70" id="identifier_0_70" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="geht so">1</a></sup>, inzwischen echt lieb gewonnen. Werde weiter Rettiche kaufen, nur um zu sehen, ob die Gem&#252;sekenntnisse an diesem Punkt signifikant schlechter sind, als bei Bananen und Lauch.</p>
<p>..tu bi continued&#8230;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_70" class="footnote">geht so</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Kopfkino und Angsthaushalt (mit lauter Fussnoten)</title>
		<link>http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jul 2007 12:47:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer schon mal l&#228;nger als 3 Minuten mit einer Frau verbracht hat, kenn das Ph&#228;nomen: Man(n) sitzt gedankenversunken im Liegestuhl einer Strandbar und das Gespr&#228;ch mit der Begleitung, der man im Idealfall eine nicht unerhebliche Zuneigung entgegenbringt, ist angenehm abgeebbt und irgendwo zwischen &#8216;war ein harter Tag aber hier ist&#8217;s wirklich sch&#246;n&#8217; und &#8216;dashamwirunsabbaverdient&#8217; versickert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer schon mal l&#228;nger als 3 Minuten mit einer Frau verbracht hat, kenn das Ph&#228;nomen: Man(n) sitzt gedankenversunken im Liegestuhl einer Strandbar und das Gespr&#228;ch mit der Begleitung, der man im Idealfall eine nicht unerhebliche Zuneigung entgegenbringt, ist angenehm abgeebbt und irgendwo zwischen &#8216;war ein harter Tag aber hier ist&#8217;s wirklich sch&#246;n&#8217; und &#8216;dashamwirunsabbaverdient&#8217; versickert, wie das Wasser in einem Wadi in Nordafrika.  Man(n) geniest den lauen Sommerabend, nippt am zwar total &#252;berteuerten aber wenigstens k&#252;hlen Bier und ist sich selbst genug. Reden ist nicht n&#246;tig.</p>
<p>Man(n) glaubt sich und die Welt ringsum in bester Ordnung und gibt sich dem tr&#252;gerischen Gef&#252;hl hin, der weiblichen H&#228;lfte ginge es mindestens genau so. Da braut sich aber schon Schlimmes hinter der sch&#246;nen Stirn der Angebeteten zusammen. In der Zeit, die Man(n) mit s&#252;ssem Nichtsdenken verschwendet hat, war die Zeitbombe im benachbarten Liegestuhl gar nicht faul und hat sich eine nette kleine Wirklichkeit nach watzlawickschem<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_0_52" id="identifier_0_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Paul Watzlawick, Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wahn, T&amp;#228;uschung, Verstehen. Piper, M&amp;#252;nchen 1976, ISBN 3-492-02182-4">1</a></sup> Vorbild gezimmert, ohne auch nur ein einziges Mal zwischendurch einen Realit&#228;tsabgleich vorzunehmen, geschweige denn das Ziel ihres unmittelbar bevorstehenden Ausbruchs mit Zwischenergebnissen ihres Denkens vorzuwarnen.</p>
<p>&#8220;&#8230;ja dass passt Dir wieder hervorragend in den Kram! Du hast Zeit mit den Jungs am Samstag zum Spiel zu gehen und ich muss mich im Fitnesscenter abplagen!&#8221; schleudert Sie mir in deutlich ungehaltenem Ton entgegen.<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_1_52" id="identifier_1_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#8216;What the fuck&amp;#8230;?&amp;#8217;">2</a></sup> Aus dem Nichts. Ich hebe langsam mein Bier wieder auf (das ich fallen gelassen habe) und stammele reflexartig: &#8220;Tutmirleid&#8230;&#8221; Was aber war passiert?</p>
<p>Nachdem sich direkt vor uns eine Gruppe junger, sportlicher Studentinnen niedergelassen und ich meine Sonnenbrille nicht abgenommen hatte, war der Anlass da und die Holde an meiner Seite begann frei zu assoziieren. Das ging ungef&#228;hr so:</p>
<p>Die sind schlank; Ich bin fett; Er guck denen hinterher; Ich bin f&#252;r ihn nicht mehr attraktiv; Ich muss abnehmen; Hab nur Samstag Zeit, aber keine Lust auf Sport, verdammt!; Wenn ich weg bin, geht er mit den Jungs zum Spiel und hat Spass und ich nicht&#8230;</p>
<p>Nat&#252;rlich war es ein grober Anf&#228;ngerfehler angesichts der potenziellen Konkurrenz nicht ein bis acht ihrer Vorz&#252;ge hervorzuheben oder wenigstens eine Ihrer Ideen zu loben (dezent und glaubw&#252;rdig, versteht sich: &#8220;Hase, ich hab nachgedacht, Kauf ruhig das neue Geschirr, 24 zusammenh&#228;ngende Gedecke kann man immer mal gebrauchen!&#8221;) Das h&#228;tte definitv deeskaliert aber vor dem Hintergrund der relaxten Stimmung ist das Versagen zumindest erkl&#228;rbar.</p>
<p>Kernproblem aber ist das Weiterspinnen der Gedanken unter fehlender Einbeziehung der (potenziellen) Gespr&#228;chsteilnehmer.</p>
<p>Anderes Beispiel abseits der Beziehungsebene: Im Geografieunterricht der 8.Klasse (glaube ich) ging es um die nat&#252;rlichen Ressourcen der <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/RGW" href="http://de.wikipedia.org/wiki/RGW" target="_blank">RGW-L&#228;nder</a>.</p>
<p>Lehrer fragt: &#8220;Von welchem Bodenschatz hat Ungarn bedeutende Vorkommen?&#8221;</p>
<p>Sch&#252;ler antwortet: &#8220;<a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Bauxit" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bauxit" target="_blank">Bauxit!</a>&#8221;</p>
<p>Lehrer: &#8220;Richtig. Und was machen die daraus?&#8221;</p>
<p>Sch&#252;ler: &#8220;<a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Ikarus_%28Automobil%29" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ikarus_%28Automobil%29" target="_blank">Ikarus-Busse!</a>&#8221;<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_2_52" id="identifier_2_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Richtige Antwort w&amp;#228;re Aluminium gewesen">3</a></sup></p>
<p>Yeah! Eigentlich nicht g&#228;nzlich falsch aber eben unter Auslassung von einigen wesentlichen Zwischenschritten.</p>
<p>An selbiges Ph&#228;nomen dachte ich gestern, als ich ein Statement von Sigmar Gabriel zum Klimagipfel im Radio anh&#246;ren musste<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_3_52" id="identifier_3_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="obwohl ich mit nicht mehr sicher bin, ob ich da nicht halluzinierte">4</a></sup>, der ungef&#228;hr Folgendes von sich gab:</p>
<p>&#8220;Der Ausstieg aus der Atomkraft gibt den B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern ein gr&#246;&#223;eres Sicherheitsgef&#252;hl und wenn sich die B&#252;rger sicher f&#252;hlen, kaufen sie sich neue Autos, die dann weniger Benzin verbrauchen.&#8221;</p>
<p>Ha! dachte ich im ersten Moment. Da hat er im falschen Moment ein Mikro unter die Nase gehalten bekommen (vgl. oben). Dann, nach kurzem Nachdenken: Aber nein! Das meint der wirklich so! Doppelter Umweltschutz. Weniger Atomm&#252;ll und weniger CO2. Das da nicht schon eher jemand drauf gekommen ist. Das ist so brilliant. Dann aber begann das Gr&#252;beln: Warum zur H&#246;lle sollte mich das neu gewonnene Sicherheitsgef&#252;hl dazu veranlassen, ein neues Auto zu kaufen?</p>
<p>Diese Denkaufgabe ist in der Tat f&#252;r Fortgeschrittene. Dazu zun&#228;chst ein wenig Theorie: Seit Anbeginn der Menschwerdung ist Angst eine der elementaren Erfahrungen, die jedes Individuum (bewusst)<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_4_52" id="identifier_4_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="das unterscheidet uns vom Tier">5</a></sup> durchlebt.  Die Angst ist in erster Linie ein Schutzreflex, der uns in grauer Vorzeit davor bewahrt hat, vom S&#228;belzahntiger gefressen oder in die benachbarte H&#246;hle verschleppt und dann <span style="text-decoration: line-through;">verheiratet</span> versklavt zu werden. Angst l&#246;st Fluchtreflexe aus, sorgt f&#252;r zus&#228;tzliches Adrenalin und mobilisiert physische und psychische Reserven. Angst kann aber auch Individuen &#252;berfordern. Deren Angsttoleranz ist dann &#252;berschritten und der Angsthaushalt<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_5_52" id="identifier_5_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Fachwort">6</a></sup> ist &#252;berlastet. Die Angsttoleranz ist eine individuelle Gr&#246;&#223;e, die gleichsam das maximale Volumen des Angsthaushaltes beschreibt unter Einbeziehung der subjektiven Angstintensit&#228;t.  Idealzustand ist ein gerade eben ges&#228;ttigter Angsthaushalt. Davon spricht man, wenn der Angshaushalt zu etwa 80% gef&#252;llt ist und die Angstreserve (die oberen 20%) verf&#252;gbar bleibt.<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_6_52" id="identifier_6_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dar&amp;#252;ber wird allerdings auf Angstkongressen und in der freien Amatuerangstszene teilweise sehr kontrovers diskutiert">7</a></sup></p>
<p>Liegt der Angstpegelstand dagegen deutlich unter dem Idealmass, wenden sich Testpersonen<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_7_52" id="identifier_7_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="das haben klinische und auch empirische Studien eindeutig gezeigt, vgl. dazu Prof.Dr. Friedbert Angst-Hase">8</a></sup> schnell und reproduzierbar gef&#228;hrlichen Freizeitbesch&#228;ftigungen<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_8_52" id="identifier_8_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="G&amp;#252;nxmurfl">9</a></sup> zu, die in aller Regel aber Kosten verursachen, die am Ende auf die Solidargemeinschaft verteilt werden m&#252;ssen.</p>
<p>Hier kommt nun wieder Sigmar Gabriel<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_9_52" id="identifier_9_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="als Teil der Bundesregierung, die hier eng verzahnt agiert">10</a></sup> ins Spiel. Die fehlende Bedrohung durch Atomkraft und das dadurch entstehende gef&#228;hrliche gesamtgesellschaftliche Angstdefizit soll nun nach Pl&#228;nen der Bundesregierung<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2007/07/05/kopfkino/#footnote_10_52" id="identifier_10_52" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="gew&amp;#246;hnlich gut informierte Kreise haben mir diese Informationen zugespielt">11</a></sup> durch ein Substitutionsprogramm abgefedert werden. Dieses Substitutionsprogramm ruht im Wesentlichen auf zwei S&#228;ulen:</p>
<p>.1 &#220;berwachungsstaat</p>
<p>.2 Autofahren f&#252;r alle</p>
<p>F&#252;r Punkt .1 wird auch erg&#228;nzend Terrorgefahr bem&#252;ht. Aber hier haben Tests gezeigt, dass damit nicht die erw&#252;nschten Substitutionswirkung erzielt werden konnte. So hat man kurzerhand den ersten Therapieversuch (Terrorgefahr) als Rechtfertigung  f&#252;r den Zweiten (&#220;berwachungsstaat) hergenommen. Sehr schlau das.</p>
<p>Punkt .2 funktioniert immer. Ein neues Auto f&#252;llt den Angsthaushalt mit mehreren kleinen, gut doiserbaren &#196;ngsten auf wie Verlustangst, Zerkratzangst oder auch  Der-Nachbar-hat-ein-Gr&#246;&#223;eres-Angst usw. Damit diese Strategie auch aus dem Mund des Bundesumweltministers glaubw&#252;rdig klingt, weist er noch vorsichtig darauf hin, dass die neuen Autos nat&#252;rlich zur Schadstoffreduzierung beitragen. Damit ist die Saat gelegt (Der B&#252;rger, der das anh&#246;rt, denkt: &#8216;Mensch, ein neues Auto habe ich mir wirklich verdient, und jetzt wo die Atomkraft weg ist&#8230;&#8217;), die Autoindustrie gest&#252;tzt und der Angsthaushalt gesamtgesellschaftlich <span style="text-decoration: line-through;">kosteng&#252;nstig </span>vertr&#228;glich reguliert.<br />
Der Atomausstieg ist ein deutlich komplexeres Problem, als das diese &#214;koheinis immer wahrhaben wollen. Da muss man schon mit einem Konzept rangehen.</p>
<p>Faszinierend oder? <a title="Sch&#228;uble stoibert" href="http://netzpolitik.org/2007/schaeuble-stoibert-ueber-die-online-durchsuchung/" target="_blank">Selten sind Statements von Politikern einfach nur Geschwafel. </a>Die habens drauf. Auch wenn uns das nicht gleich offenbar wird.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_52" class="footnote">Paul Watzlawick,<em> Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wahn, T&#228;uschung, Verstehen</em>. Piper, M&#252;nchen 1976, ISBN 3-492-02182-4</li><li id="footnote_1_52" class="footnote">&#8216;What the fuck&#8230;?&#8217;</li><li id="footnote_2_52" class="footnote">Richtige Antwort w&#228;re Aluminium gewesen</li><li id="footnote_3_52" class="footnote">obwohl ich mit nicht mehr sicher bin, ob ich da nicht halluzinierte</li><li id="footnote_4_52" class="footnote">das unterscheidet uns vom Tier</li><li id="footnote_5_52" class="footnote">Fachwort</li><li id="footnote_6_52" class="footnote">Dar&#252;ber wird allerdings auf Angstkongressen und in der freien Amatuerangstszene teilweise sehr kontrovers diskutiert</li><li id="footnote_7_52" class="footnote">das haben klinische und auch empirische Studien eindeutig gezeigt, vgl. dazu Prof.Dr. Friedbert Angst-Hase</li><li id="footnote_8_52" class="footnote">G&#252;nxmurfl</li><li id="footnote_9_52" class="footnote">als Teil der Bundesregierung, die hier eng verzahnt agiert</li><li id="footnote_10_52" class="footnote">gew&#246;hnlich gut informierte Kreise haben mir diese Informationen zugespielt</li></ol>]]></content:encoded>
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