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	<title>RichardConrad.de &#187; Gesellschaft</title>
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		<title>Adieu Herr Westerwelle</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 14:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sch&#246;ner und klarer kann man eine R&#252;cktrittsforderung nicht formulieren. Westerwelle ist ein unertr&#228;glicher Zyniker, der die Lebensleistung von Millionen von Menschen einfach vom Tisch wischt. Wir haben kein Problem mit ein paar faulenzenden Biertrinkern, die es sich in der sozialen H&#228;ngematte bequem gemacht haben, die -nebenbei bemerkt- ganz sicher nicht so bequem ist, wie Westerwelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/F8UUFa9Lt4Q" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/F8UUFa9Lt4Q" /></object></p>
<p>Sch&#246;ner und klarer kann man eine R&#252;cktrittsforderung nicht formulieren.</p>
<p>Westerwelle ist ein unertr&#228;glicher Zyniker, der die Lebensleistung von Millionen von Menschen einfach vom Tisch wischt. Wir haben kein Problem mit ein paar faulenzenden Biertrinkern, die es sich in der sozialen H&#228;ngematte bequem gemacht haben, die -nebenbei bemerkt- ganz sicher nicht so bequem ist, wie Westerwelle und ein paar andere glauben machen wollen. Das muss ein reiches Land wie wir es sind einfach aushalten. Wir haben ein Problem mit Menschen, die von ihrer H&#228;nde Arbeit NICHT leben k&#246;nnen. DAS ist ein Problem.</p>
<p>Hier geht es um etwas ganz anderes als soziale Gerechtigkeit. Die hypothetische Senkung der Hartz-IV-Bez&#252;ge, wie sie Westerwave in den Kram passen w&#252;rde (unterstelle ich einfach mal), wird zu einer Senkung des Lohnniveaus in den untersten Einkommen f&#252;hren und noch mehr Leute von gesellschaftlichen Wohlstand abkoppeln. Wem nutz das wohl?</p>
<p>Abgesehen davon kann auch Westerwelle die Augen nicht vor der Tatsache verschlie&#223;en, dass &#252;ber kurz oder lang gro&#223;e Teile der arbeitsf&#228;higen Bev&#246;lkerung nicht mehr gebraucht werden. Das ist ein Fakt. Und das ist seit langem bekannt. Daf&#252;r gibt es aber -soweit ich das sehe- kein Konzept. Bei keiner Partei. Und da ist es gesellschafts- und im &#252;brigen auch wirtschaftspolitischer Bl&#246;dsinn, Daumenschrauben anzulegen.</p>
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		<title>Auf der Jagd nach dem Gesch&#228;ftsmodell</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 22:31:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute berichtet das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg &#252;ber einen sich anbahnenden Deal zwischen Rupert Murdochs News Corp. und Microsoft. Gegen Google. Die News aus dem Medienkonzern sollen exklusiv &#252;ber die Microsoft-eigene Suchmaschine Bing erreichbar sein. Daf&#252;r soll Microsoft zahlen. An News Corp. Na sollen sie doch. Ich w&#252;rde weder die Nachrichten von News Corp. vermissen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute berichtet das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg &#252;ber einen sich anbahnenden Deal zwischen Rupert Murdochs News Corp. und Microsoft. Gegen Google. Die News aus dem Medienkonzern sollen exklusiv &#252;ber die Microsoft-eigene Suchmaschine Bing erreichbar sein. Daf&#252;r soll Microsoft zahlen. An News Corp. Na sollen sie doch. Ich w&#252;rde weder die Nachrichten von News Corp. vermissen und erst recht nicht w&#252;rde ich anfangen, ihretwegen die Microsoft-Suche zu benutzen. Was f&#252;r eine absurde Vorstellung, hier erfolgreich ein Parallel-Web etablieren zu wollen, und damit Google in die Knie zu zwingen, wo doch niemand ernsthaft bezweifelt, dass Google vermutlich durch die Listung der News in den Suchergebnissen auch Murdoch mehr nutzt als schadet.</p>
<p><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2009/11/schnittmenge.png" rel="lightbox[530]"><img class="alignleft size-medium wp-image-535" title="schnittmenge" src="http://www.richardconrad.de/wordpress/wp-content/2009/11/schnittmenge-300x219.png" alt="schnittmenge" width="300" height="219" /></a>Eine dazu passende Meldung ist die, dass der Springer-Konzern die Angebote von Welt.de und Bild.de f&#252;r iPhone-Nutzer nur noch &#252;ber eine kostenpflichtige Applikation obendrein kostenpflichtig angeboten werden. Ich habe kurz &#252;berlegt, wann ich zuletzt mit meinem iPhone bild.de aufgerufen habe. Es ist mir nicht eingefallen. Ich vermute, das liegt daran, dass das noch nicht vorgekommen ist. Ich bin sogar so verwegen zu behaupten, dass die Schnittmenge zwischen iPhone-Besitzern und Bildlesern sehr &#252;berschaubar ist. Insofern darf das Vorhaben wohl auch als eher weniger brillante Idee abgehakt werden.</p>
<p>Wie passend: w&#228;hrend ich diese Zeilen schreibe, blamieren sich gerade 3 M&#228;nner in der ARD, von denen ich zumindest 2 f&#252;r halbwegs intelligent gehalten habe. Hint: Beckman geh&#246;rt nicht dazu. Frank Schirrmacher (FAZ) promoted sein Buch, das gegen die internetinduzierte Informationsvielfalt polemisiert. Und Jauch gibt ihm recht, w&#228;hrend Beckmann Stichworte in den Raum wirft. Eigentlich sollten die drei nur mal ein Selbstmanagement-Seminar besuchen oder ihre Kinder fragen, wie man sich Medienkompetenz aneignet. So wie das gerade bei Beckmann diskuitert wird, kommen die beiden Medienprofis wie weinerliche Maschinenst&#252;rmer daher, die sich die gute alte Zeit der Deutungshoheit der klassichen Medien zur&#252;ckw&#252;nschen: mit zwei Fernsehsendern und einer &#252;berschaubaren Anzahl von Tageszeitungen, die man sch&#246;n in links und konservativ und liberal einordnen konnte. Oder so.</p>
<p>Ich hatte es hier schon einmal geschrieben: die Medienlandschaft und die Wahrnehmnung von Informationen befindet sich vermutlich im gr&#246;&#223;ten Umbruch seit Erfindung des Buchdrucks. Und diejenigen, die am wenigsten davon profitieren, haben die besten Mittel, diesen Prozess zu verlangsamen, indem sie die &#246;ffentliche Wahrnehmung steuern. Und davon machen sie ausgiebig Gebrauch.</p>
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		<title>Stadtplanung nach Hahnemann</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 03:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer k&#252;nftig Arbeiter dabei beobachten kann, wie sie L&#246;cher in die Asphaltdecke neben die Frostsch&#228;den aus dem letzten Winter meisseln oder Kinder, wie sie die Fensterscheiben eines leerstehenden Hauses zertr&#252;mmern, der hat es nicht mit Vandalismus oder Arbeitsbeschaffung zu tun, sondern h&#228;lt sich vermutlich in K&#246;then auf. Das, was die fleissigen H&#228;nde da tun, ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer k&#252;nftig Arbeiter dabei beobachten kann, wie sie L&#246;cher in die Asphaltdecke neben die Frostsch&#228;den aus dem letzten Winter meisseln oder Kinder, wie sie die Fensterscheiben eines leerstehenden Hauses zertr&#252;mmern, der hat es nicht mit Vandalismus oder Arbeitsbeschaffung zu tun, sondern h&#228;lt sich vermutlich in K&#246;then auf. Das, was die fleissigen H&#228;nde da tun, ist eben nicht Zerst&#246;rung, sondern nennt sich Reizsetzung nach dem &#196;hnlichkeitsprinzip und ist eine zentrale Methode der Hom&#246;opathie.</p>
<p>Die stolze Bach-Stadt K&#246;then hat ihren Sohn Samuel Hahnemann wiederentdeckt. Der ist zwar nicht in der anhaltinischen Kreisstadt geboren, hat hier aber wohl eine zeitlang seine <span style="text-decoration: line-through;">Leer</span> Lehren um wirkstofflose Mittelchen entwickelt und verbreitet. Das war der Stadtmarketing Gesellschaft offenbar Grund genug, dass Profil der Stadt um die Facette der Pseudowissenschaft zu erweitern. So soll bis 2010 ein Masterstudiengang f&#252;r Hom&#246;opathie in K&#246;then angeboten und die wiederentdeckte Tradition so im Selbsverst&#228;ndnis und im Image der Stadt verankert werden.</p>
<p>Das ist aber wohl noch nicht spektakul&#228;r genug und so haben sich die kreativen Jungs von der Imageabteilung noch einen besonderen Coup &#252;berlegt: <a title="http://www.homoeopathie-zeitschrift.de/aktuelles.html?do=showDetail&amp;presse_id=31" href="http://www.homoeopathie-zeitschrift.de/aktuelles.html?do=showDetail&amp;presse_id=31" target="_blank">Hom&#246;opathische Stadtplanung und Sanierung</a>. Da werden jetzt viele die Stirn runzeln und denken: M&#246;nsch, das ist doch das, was wir zwischen &#8217;49 und &#8217;89 gemacht haben! Stimmt auch. Aber es reicht nicht, es zu tun, man muss auch dar&#252;ber reden. Und zwar positiv!</p>
<p>Mir ringt es offen gestanden eine gewisse Bewunderung ab, Stadtplanung und Sanierung schlicht zu unterlassen und dann von Hom&#246;opathie zu sprechen. So werden mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlachtet: kostet nix und l&#228;sst sich vermarkten. Respekt!</p>
<p>Allerdings w&#228;re es fahrl&#228;ssig, die Methoden nur zu bewundern, mit denen die K&#246;thener da aufwarten. Man muss sie kopieren!</p>
<p>Die Reizsetzung nach dem &#196;hnlichkeitsprizip postuliert, dass Symptome (Kopfschmerz) bek&#228;mpft werden k&#246;nnen, indem dem Patienten ein stark verd&#252;nntes Mittel verabreicht wird, welches das selbe Symptom (Kopfschmerz) verursacht. Minus mal minus gibt plus quasi. &#220;bertragen auf andere Anwendungsfelder k&#246;nnte das ungef&#228;hr folgendes bedeuten:</p>
<p><strong>Stadtsanierung:</strong> eine Fassade mit Wasserschaden saniert sich, wenn ich am Nachbarhaus die Dachrinnen kaputt schlage.</p>
<p><strong>Autoreparatur:</strong> einen platten Reifen bekommt man prima in den Griff, indem man bei einem Zweiten das Ventil herausdreht.</p>
<p><strong>Ehe:</strong> ein Seitensprung mit den zwei besten Freundinnen der Ehefrau ist f&#252;r die Angetraute viel leichter zu verkraften, wenn man hinterher gleich noch mit der Nachbarin ins Bett steigt.</p>
<p>Ja, so ungef&#228;hr k&#246;nnte es gehen. Und wenn es nicht funktioniert, war das System nicht komplex genug oder der Glaube hat gefehlt.</p>
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		<title>Internet Manifest</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 18:32:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<title>Rechtsfreier Raum</title>
		<link>http://www.richardconrad.de/wordpress/2009/08/11/rechtsfreier-raum/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 19:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Morgenmagazin von ARD und ZDF soll nicht &#252;berfordern. Das sehe ich ein. Wenn ein Mitglied der Zielgruppe dieses Formats mit sekretverkrusteten Augen und zerknittertem Gesicht morgens mit dem Kaffebecher in der Hand vor der Glotze steht, um wach zu werden, darf man die Latte nicht zu hoch legen. Kurze, leicht verdauliche Nachrichtenh&#228;ppchen sind da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Morgenmagazin von ARD und ZDF soll nicht &#252;berfordern. Das sehe ich ein. Wenn ein Mitglied der Zielgruppe dieses Formats mit sekretverkrusteten Augen und zerknittertem Gesicht morgens mit dem Kaffebecher in der Hand vor der Glotze steht, um wach zu werden, darf man die Latte nicht zu hoch legen. Kurze, leicht verdauliche Nachrichtenh&#228;ppchen sind da willkommen. Oder ein als Interview getarntes Geplauder zwischen einer Praktikantin des ehemaligen Nachrichtenmagazins aus Hamburg und dem Journalistendarsteller Jobatey.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/oSngYtkDryw" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/oSngYtkDryw" /></object></p>
<p>Das ist so bizarr, was da abl&#228;uft und zeugt von einer solch gro&#223;en Inkompetenz, dass ich fast geneigt bin, an Satire zu glauben.<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2009/08/11/rechtsfreier-raum/#footnote_0_490" id="identifier_0_490" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="unn&amp;#246;tig zu erw&amp;#228;hnen, dass die Reaktion vom Moderator bzw. das v&amp;#246;llige Fehlen einer solchen ebenfalls Kompetenzdefizite immensen Ausma&amp;#223;es offenbart. Er leitet zwanglos zum Sport &amp;#252;ber, anstatt wenigsten einmal nachzufragen,&nbsp; wie das mit dem rechtsfreien Raum gemeint ist. Aber vermutlich war es nicht nur die Kompetenz die Jobatey da fehlte, sondern schlicht das Interesse. ">1</a></sup> Rechtsfreier Raum? Ich habe schon Dutzende von Kaufvertr&#228;gen im Internet abgeschlossen.  Auch Bankgesch&#228;fte funktionieren seit Jahren f&#252;r mich pr&#228;chtig &#252;ber die Onlineprotale verschiedener Banken.</p>
<p>Tausende von Abmahnung wegen &#8220;illegalem&#8221; Tauschen von Musik und Filmen zeugen deutlich davon, dass das Netz mitnichten rechtsfrei ist. Im Gegenteil: Nutzer k&#246;nnen vieles im Internet tun: betr&#252;gen, beleidigen, klauen, mobben, verunglimpfen, hehlen, zu Straftaten anstiften und hetzen. Allerdings m&#252;ssen sie wie im realen Leben auch mit Strafverfolgung rechnen. Zu recht nat&#252;rlich.  Dies gilt auch f&#252;r die Verbreitung von dokumentiertem Kindesmissbrauch (euphemistisch gern auch als  Kinderpornografie bezeichnet).</p>
<p>Die Gesetze der realen Welt gelten genauso auch im Internet. Das Internet <strong>ist</strong> die reale Welt. Das Internet ist lediglich ein Vehikel der Kommunikation der realen Welt, nicht ein omin&#246;ses Paralleluniversum, in dem sich Nerds und Kriminelle tummeln. Wer so argumentiert, hat nichts verstanden oder handelt b&#246;swillig. Ich unterstelle Jounalisten per se, anders als Politikern, eine gewisse Intelligenz. Also muss es volle Absicht sein.</p>
<p>Was der Spiegel da auf dem Cover seines neuen Heftes suggeriert, zeugt letzlich von einem ausgepr&#228;gten Opportunismus. F&#252;r mich verdichtet sich der Eindruck, dass hinter all dem Rufen und Schreien nach Regeln im und f&#252;r das Netz (die nat&#252;rlich l&#228;ngst existieren) nicht viel mehr steckt als die Erkenntnis, dass Verwertungsmodelle f&#252;r Texte, Filme, Bilder und Musik von vor 20 Jahren, als die publizistische Hoheit noch bei den Verlagen lag, nun zunehmend nicht mehr funktionieren. Symptom daf&#252;r ist die Scheindiskussion um google news, den Nachrichtenaggregator, dem von Seiten der Verlage gern immer wieder vorgeworfen wird, mit den Qualit&#228;tsinhalten<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2009/08/11/rechtsfreier-raum/#footnote_1_490" id="identifier_1_490" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="wie es tats&amp;#228;chlich um die Qualit&amp;#228;t der Inhalte bestellt ist, steht auf einem anderen Blatt">2</a></sup>, die die Verlage produzieren, Geld zu verdienen, ohne dass die Erzeuger der Qualit&#228;tsinhalte angemessen daran partizipieren. Das ist nat&#252;rlich Bl&#246;dsinn. Suchmaschinen k&#246;nnen nur auf das verweisen, was Verlage ins Netz stellen und diese Verlage sind sogar darauf angewiesen, dass sie von Suchmaschinen verlinkt werden.<sup><a href="http://www.richardconrad.de/wordpress/2009/08/11/rechtsfreier-raum/#footnote_2_490" id="identifier_2_490" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#220;brigens: wer sich mal die M&amp;#252;he macht, Google News aufzurufen, wird feststellen, dass der Werbeanteil auf der Seite bei exakt 0% liegt.">3</a></sup></p>
<p>Der Kern der Auseinandersetzung ist also vielmehr, dass mit dem technischen Hilfmittel Internet die H&#252;rden f&#252;r freies Publizieren und den Austausch von Ideen und Gedanken so niedrig geworden sind, dass die Bedeutung von Verlagen als Mittler zwischen Journalisten und Kreativen und Rezipienten zunehmend schwindet. Diese treten direkt in Kontakt miteinander. Auch mit vertauschten Rollen. Allerdings haben das die Unterzeichner der <a title="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E99C35A8859434BD7AFC3B486CCF5FB5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E99C35A8859434BD7AFC3B486CCF5FB5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Hamburger Erkl&#228;rung</a> offenbar noch nicht akzeptiert.</p>
<p>Schlimm dabei ist, dass die Verlage mit den etablierten Publikationen nicht unerheblich die &#246;ffentliche Meinung und damit die Politik beeinflussen (k&#246;nnen und auch tun). Wie das geht, zeigt eindrucksvoll der Spiegeltitel.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_490" class="footnote">unn&#246;tig zu erw&#228;hnen, dass die Reaktion vom Moderator bzw. das v&#246;llige Fehlen einer solchen ebenfalls Kompetenzdefizite immensen Ausma&#223;es offenbart. Er leitet zwanglos zum Sport &#252;ber, anstatt wenigsten einmal nachzufragen,  wie das mit dem rechtsfreien Raum gemeint ist. Aber vermutlich war es nicht nur die Kompetenz die Jobatey da fehlte, sondern schlicht das Interesse. </li><li id="footnote_1_490" class="footnote">wie es tats&#228;chlich um die Qualit&#228;t der Inhalte bestellt ist, steht auf einem anderen Blatt</li><li id="footnote_2_490" class="footnote">&#220;brigens: wer sich mal die M&#252;he macht, Google News aufzurufen, wird feststellen, dass der Werbeanteil auf der Seite bei exakt 0% liegt.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Zutrittskontrolle f&#252;rs Netz</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 15:04:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Golem.de berichtet von angeblichen Pl&#228;nen der Bundesregierung, einen Internetausweis einzuf&#252;hren, der alle Aktivit&#228;ten im Netz r&#252;ckverfolgbar machen soll. Das w&#252;rde gut zu den ungeheuerlichen Vorstellungen vonThomas de Maizière passen, der Verkehrsregeln f&#252;rs Netz fordert. Indes dementiert das Innenministerium auf Anfrage von Golem offenbar. Allerdings nicht ohne einzuschr&#228;nken, dass dieses Dementi nat&#252;rlich nur f&#252;r das Innenministerium [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Golem.de berichtet von angeblichen Pl&#228;nen der Bundesregierung, einen <a title="http://www.golem.de/0908/68966.html" href="http://www.golem.de/0908/68966.html" target="_blank">Internetausweis einzuf&#252;hren,</a> der alle Aktivit&#228;ten im Netz r&#252;ckverfolgbar machen soll. Das w&#252;rde gut zu den ungeheuerlichen Vorstellungen vonThomas de Maizière passen, der <a title="http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/742951/Schaerfere-Regeln-fuers-Internet.html" href="http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/742951/Schaerfere-Regeln-fuers-Internet.html" target="_blank">Verkehrsregeln f&#252;rs Netz fordert</a>. Indes dementiert das Innenministerium auf Anfrage von Golem offenbar. Allerdings nicht ohne einzuschr&#228;nken, dass dieses Dementi nat&#252;rlich nur f&#252;r das Innenministerium gilt. Ich glaube ihr das. Vermutlich wird diese Neuerung als Initiative des Wirtschaftsministeriums kommen, die damit den Internethandel sicherer machen will.</p>
<p>Sch&#246;nes Zitat am Rande:</p>
<blockquote><p>Auch der elektronische Personalausweis mit  Online-Identit&#228;tsnachweis erlaube eine anonyme Nutzung im Internet durch die M&#246;glichkeit, Pseudonyme zu verwenden.</p></blockquote>
<p>Pseudonym &lt;&gt; Anonym! Aber f&#252;r solche Haarspaltereien haben Beamte vermutlich keine Zeit.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zensursula macht Wahlkampf</title>
		<link>http://www.richardconrad.de/wordpress/2009/08/11/zensursula-macht-wahlkampf/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 08:53:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[CDU.TV auf youtube. Das ist nur etwas f&#252;r starke Nerven. Uschi plaudert &#252;ber Lieblingsbuch, warum Politik so toll ist (man kann gestalten), politisches Schl&#252;sselerlebnis (die von ihr angesto&#223;ene V&#228;terbewegung: V&#228;ter im Elterngeld), Vorbilder (Achtung: Wolfgang Sch&#228;uble als Mentor und H&#252;ter des Grundgesetzes (sic!)). Wie gesagt: f&#252;r starke Nerven. Das ist so verdammt #fail im Internet. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>CDU.TV auf youtube. Das ist nur etwas f&#252;r starke Nerven. Uschi plaudert &#252;ber Lieblingsbuch, warum Politik so toll ist (man kann gestalten), politisches Schl&#252;sselerlebnis (die von ihr angesto&#223;ene V&#228;terbewegung: V&#228;ter im Elterngeld), Vorbilder (Achtung: Wolfgang Sch&#228;uble als Mentor und H&#252;ter des Grundgesetzes (sic!)).</p>
<p>Wie gesagt: f&#252;r starke Nerven. Das ist so verdammt #fail im Internet. Ich freue mich auf die ersten Parodien!</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/enkLT4CFWvs" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/enkLT4CFWvs" /></object></p>
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		<title>Arbeitskreis</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 15:46:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die SPD hat eine Arbeitsgruppe gebildet, die das soeben mit den Stimmen der SPD-Fraktion und unter Mitwirkung des Justizministeriums (Zypries ist die Ministerin) zustande gekommen war. Die SPD S&#252;dhessen fordert nach der Bundestagswahl eine Gesetzesinitiative gegen das Zensurgesetz. Unter anderem geh&#246;rt auch die Justizministerin selbst der Arbeitsgruppe an. Das erinnert mich an einen Feuerwehrmann, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a title="http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&amp;key=standard_document_37328618" href="http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&amp;key=standard_document_37328618" target="_blank">SPD hat eine Arbeitsgruppe</a> gebildet, die das soeben mit den Stimmen der SPD-Fraktion und unter Mitwirkung des Justizministeriums (Zypries ist die Ministerin) zustande gekommen war. Die SPD S&#252;dhessen fordert nach der Bundestagswahl eine Gesetzesinitiative gegen das Zensurgesetz.</p>
<p>Unter anderem geh&#246;rt auch die Justizministerin selbst der Arbeitsgruppe an.</p>
<p>Das erinnert mich an einen Feuerwehrmann, der Br&#228;nde legt, um sich als Held profilieren zu k&#246;nnen. Liebe SPD S&#252;dhessen! Wo wart ihr denn vor einer Woche? Und wo war da die Sachkompetenz der Justizministerin?</p>
<p>Entlarvend ist auch die <a title="http://www.elke-ferner.de/fileadmin/upload/Dokumente/Erkl_rungen_zur_Abstimmung/Erklareung_Internet.pdf" href="http://www.elke-ferner.de/fileadmin/upload/Dokumente/Erkl_rungen_zur_Abstimmung/Erklareung_Internet.pdf" target="_blank">bizarre Rechtfertigungserkl&#228;rung der SPD-Abgeordneten Elke Ferner</a>. Nach der allgemeinen und hundertfach widerlegten Argumentationsfabel von den nicht l&#246;schbaren Seiten im Ausland, der als Verhandlungserfolg verkauften Beschr&#228;nkug auf Kinderpornografie und der Instrumentalisierung des Datenschutzbeauftragten als Kontrollgremium (der sich dagegen bekannterma&#223;en verwahrt hat), ist dort folgendes zu Lesen:</p>
<blockquote><p>Schlie&#223;lich bleibt bei der Abw&#228;gung der Zustimmung zu diesem Gesetz auch der Umstand zu ber&#252;cksichtigen, dass die entsprechende Sperrinfrastruktur aufgrund der abgeschlossenen Vertr&#228;ge zwischen BKA und Internetprovidern bereits aufgebaut wird. Diese Vertr&#228;ge beinhalten keinen hinreichenden Grundrechtsschutz und erfahrensrechtliche Sicherungen und sind deshalb h&#246;chst problematisch. Ich sehe es als meine Pflicht als Abgeordnete an, solche weitgehenden, intransparenten und verfassungsrechtlich schlicht unzul&#228;ssige Vertr&#228;gen zu Lasten Dritter durch eine gesetzliche Grundlage abzuschw&#228;chen und ihre negative Wirkung zu reduzieren.</p></blockquote>
<p>Das fasse ich schlicht als Beleidigung auf. Glaubt diese Dame tats&#228;chlich, dass ihr jemand das abkauft? Einer der Minister hat also aus ihrer Sicht verfassungsrechtlich unzul&#228;ssige Vertr&#228;ge abgeschlossen. Statt gegen diese Vetr&#228;ge zu opponieren und alles in Bewegung zu setzen, was ihr als Parlametarierin zur Verf&#252;gung steht, stimmt sie aber stattdessen einem Gesetz mit dem gleichem verfassungsrechtlich unzul&#228;ssigem Inhalt zu. Das ist aus meiner Sicht nicht weniger als die Kapitulation vor einer amoklaufenden Ministerin und ein Freibrief f&#252;r andere verquere K&#246;pfe. F&#252;r so einen Bockmist w&#252;nsche ich ihr interessante Diskussionen in ihrem Wahlkreis und vor allem eine deutliches Votum im September.</p>
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		<title>Angenommen [update]</title>
		<link>http://www.richardconrad.de/wordpress/2009/06/18/angenommen/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 20:31:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gerade hab ich im Parlamentsfernsehen mitansehen m&#252;ssen, wie 389 Abgeordnete der gro&#223;en Koalition f&#252;r das Zensurgesetz gestimmt haben. Es f&#228;llt mir gerade sehr schwer angesichts dieser beispiellosen Arroganz und Ignoranz die Fassung zu behalten. Selten hat eine Entscheidung bei mir so viel Unverst&#228;ndnis und Wut ausgel&#246;st wie heute. Ich hoffe, nein ich bin sicher, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade hab ich im Parlamentsfernsehen mitansehen m&#252;ssen, wie 389 Abgeordnete der gro&#223;en Koalition f&#252;r das Zensurgesetz gestimmt haben.</p>
<p>Es f&#228;llt mir gerade sehr schwer angesichts dieser beispiellosen Arroganz und Ignoranz die Fassung zu behalten. Selten hat eine Entscheidung bei mir so viel Unverst&#228;ndnis und Wut ausgel&#246;st wie heute. Ich hoffe, nein ich bin sicher, dass dieser Abend das Wesen der Politik und wie diese in der &#214;ffentlichkeit (auch des Netzes) aufgenommen und kommentiert wird, ver&#228;ndern wird.</p>
<p>Vom Wahlkampf im Netz k&#246;nnen sich die beiden &#8220;Parteien&#8221; wohl verabschieden. Es w&#228;re so ein starkes Signal gewesen, wenn die SPD nach Abw&#228;gung der Argumente gegen diese Farce gestimmt h&#228;tte. Nun ist allerdings klar, dass Argumente nicht das Fundament der Entscheidungen dieser Fraktion darstellen, sondern eher die Angst vor der Unvermittelbarkeit derselben ausserhalb einer eher kleinen Gruppe von aufgekl&#228;rten Netznutzern. Offenbar hat die Fraktion der SPD mehrheitlich eingesch&#228;tzt, dass die schlechte Presse in B*LD und Co. mehr Schaden anrichtet &#252;ber den Stammtischen, als der Verlust einer kompletten Schicht von gebildeten, aufgekl&#228;rten B&#252;rgern dieses Landes. Und diese Schicht setzt sich keineswegs aus linken Netzanarchos und skrupellosen Gesch&#228;ftemachern zusammen, wie uns selbst <a title="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/kommentare/?em_cnt=1800776&amp;" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/kommentare/?em_cnt=1800776&amp;" target="_blank">Universit&#228;tsprofessoren</a> weis machen wollen.  Es erschreckt mich immer wieder, mit wie wenig Sachverstand &#252;ber das Netz berichtet und kommentiert wird. Von rechtsfreien R&#228;umen wird da fabuliert und einer virtuellen Parallelwelt, in der nicht die Regeln des realen Lebens gelten. Dabei geht es hier bei genauem Hinsehen lediglich um ein -zugegeben hochpotentes- Kommunikations- und Publikationsinstrument, f&#252;r das selbstverst&#228;ndlich ebenso Regeln gelten, wie f&#252;r B&#252;cher, Radio und Fernsehen. Mann stelle sich vor, der Bundestag w&#252;rde ein Gesetz verabschieden, dass Polizisten Strassen sperren l&#228;sst, weil dort eine Jugendbande ihr unwesen treibt, statt die Verbrecher einfach dingfest zu machen. Mit der gleichen Logik k&#246;nnte man einen Sichtschutz um einen Kinderpornografie verkaufenden Zeitungskiosk bauen und das Problem f&#252;r gel&#246;st erkl&#228;ren.</p>
<p>Der Schachzug der Initiatoren der Zensurl&#246;sung, das Thema Kinderpornografie als Aufh&#228;nger f&#252;r dieses (wir werden es bald erleben) Universalinstrument zur Kontrolle des Netzes auszuw&#228;hlen, hat sich bei aller Perfidit&#228;t als brilliant erwiesen, denn er hat funktioniert. Die Heftigkeit der Diskussion und den Widerstand hat indes sicher keiner der Vordenker erwartet. Genau dieser Widerstand ist es, der mir am Ende des Tages Hoffnung macht, dass eine &#246;ffentliche Kontrolle des Parlamentes abseits des etablierten Journalismus m&#246;glich ist und damit diese Kontrolle auf breitere Schultern verteilt.</p>
<p>Nun bleibt noch die winzige Hoffnung auf den Bundesrat und den Bundespr&#228;sidenten, der hier zeigen kann, dass er tats&#228;chlich ein unbequemer Pr&#228;sident ist.</p>
<p><strong>Update:</strong> <a title="http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=2151" href="http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=2151" target="_blank">lesenswerter Artikel im Handelsblatt-Blog<br />
</a></p>
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		<title>Online-Beirat der SPD</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 15:17:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Richard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Online-Beirat der SPD hat eine Erkl&#228;rung verfasst, die es in sich hat. Darum hier das gro&#223;fl&#228;chige Zitat: Erkl&#228;rung des Online-Beirats der SPD Wir fordern die SPD-Fraktion auf, gegen das geplante Gesetz zu den Netzsperren (&#8220;Kinderpornographiebek&#228;mpfungsgesetz&#8221;) zu stimmen. Der mit der Union ausgehandelte Kompromiss ist absolut inakzeptabel, was man bereits an der Begeisterung erkennt, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Online-Beirat der SPD hat eine <a title="http://www.stadtgeplauder.de/2009/06/17/stellungnahme-spd-online-beirats-geplanten-gesetz-internetsperren-6324182/" href="http://www.stadtgeplauder.de/2009/06/17/stellungnahme-spd-online-beirats-geplanten-gesetz-internetsperren-6324182/" target="_blank">Erkl&#228;rung</a> verfasst, die es in sich hat. Darum hier das gro&#223;fl&#228;chige Zitat:</p>
<blockquote><p>Erkl&#228;rung des Online-Beirats der SPD</p>
<p>Wir fordern die SPD-Fraktion auf, gegen das geplante Gesetz zu den Netzsperren (&#8220;Kinderpornographiebek&#228;mpfungsgesetz&#8221;) zu stimmen. Der mit der Union ausgehandelte Kompromiss ist absolut inakzeptabel, was man bereits an der Begeisterung erkennt, mit dem der Koalitionspartner zugestimmt hat.</p>
<p>Unter den vielen Gr&#252;nden, die f&#252;r die Ablehnung sprechen, m&#246;chten wir drei besonders herausheben.</p>
<p>1. Es handelt sich um ein Gesetz, das einen Zensurmechanismus errichtet. Die Angst der B&#252;rger, dass dieser Mechanismus mi&#223;braucht wird, ist angesichts der vielen Forderungen der Ausdehnung der Netzsperren hoch berechtigt.<br />
Unabh&#228;ngig von der Intention des Gesetzgebers besteht die Gefahr, dass Gerichte die Nutzung einer einmal aufgebauten Zensurinfrastruktur auch auf andere Tatbest&#228;nde ausdehnen werden.</p>
<p>2. Der notwendige Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornographie muss intensiv und vorbehaltlos gef&#252;hrt werden, aber mit effektiven Mitteln. Die Netzsperren sind erwiesenerma&#223;en ineffektiv und zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit grundgesetzwidrig. Sie ber&#252;cksichtigen nicht, dass Kinderpornografie im Internet fast ausschlie&#223;lich in geschlossenen Nutzergruppen wie Foren oder Chat-Systemen verbreitet wird. In der Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hat das Wirtschaftsministerium best&#228;tigt, dass die Bundesregierung keine Erkenntnisse &#252;ber die internationale Verteilung von Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten hat. Auch liegen keine Informationen vor, in welchen Staaten Kinderpornografie nicht verfolgt wird.</p>
<p>3. Die SPD ist dabei, sich f&#252;r die Digitale Generation unw&#228;hlbar zu machen.<br />
Das wird sich bereits bei Bundestagswahl niederschlagen, weil mit der Entscheidung f&#252;r die Netzsperren jeder Internet-Wahlkampf ad absurdum gef&#252;hrt wird &#8211; erst recht, weil der Online-Wahlkampf 2009 unter der besonderen Aufmerksamkeit aller Medien steht. Eben die Klientel, die Barack Obama zum m&#228;chtigsten Mann der Welt gemacht hat, die Multiplikatoren im Netz n&#228;mlich, sehen in den Netzsperren einen Verrat an allen Werten, die die SPD<br />
ausmachen: Demokratie, Fortschritt, Teilhabe. Es gibt eine handvoll lauter Stellvertreter dieser Generation; hinter ihnen stehen die 130.000 Mitzeichner der erfolgreichsten Petition aller Zeiten &#8211; aber auch die vielen Millionen jungen Menschen, die zum Teil schon w&#228;hlen k&#246;nnen und f&#252;r die das Netz nicht einfach ein weiterer Medienkanal ist. Sondern der Ort, wo die Gesellschaft, ihre Gesellschaft stattfindet. Unw&#228;hlbarkeit bedeutet hier f&#252;r eine Partei also, sich jede Zukunftschance zu vernichten.</p>
<p>Wir, der Online-Beirat sehen in der Zustimmung zu diesem Gesetz daher einen fatalen Fehler, dessen tiefgreifendes Ausma&#223; f&#252;r viele jetzt noch nicht abzusch&#228;tzen ist &#8211; in jedem Fall aber der SPD dramatisch schaden wird. Bitte stimmen Sie deshalb auch in Ihrem eigenem Interesse gegen die Netzsperren!</p>
<p>Berlin, 17. Juni 2009</p>
<p>Der Online-Beirat</p>
<p>Der 2007 vom Parteivorstand ins Leben gerufene Online-Beirat der SPD besteht aus rund 20 Mitgliedern, die s&#228;mtlich der Partei nahestehen oder Mitglieder sind. Aufgabe des Online-Beirats sollte es sein, den Parteivorsitzenden und den Parteivorstand in Fragen der politischen Kommunikation im Internet zu beraten. Obwohl der Online-Beirat kein offizielles Gemium ist, war bislang die &#246;ffentliche Aufmerksamkeit sehr hoch &#8211; es sind allein in diesem Jahr mehr als 40 Interviews gef&#252;hrt worden &#8211; unter anderem bei Maybritt Illner, S&#252;ddeutsche Zeitung, ZEIT, SPIEGEL, Stern, dpa, ZDF, ARD, 3sat. Sollte es mit der Unterst&#252;tzung der SPD-Fraktion zu den Netzsperren kommen, werden die unterzeichnenden Mitglieder des Online-Beirats die Beirats- und Repr&#228;sentationst&#228;tigkeit bis auf Weiteres ruhen lassen.</p>
<p>Die Unterzeichner:</p>
<p>Dr. Christoph Bieber<br />
Sascha Boerger<br />
Markus Hagge<br />
Sascha Lobo<br />
Nico Lumma<br />
Andreas Maurer<br />
Ute Pannen<br />
Dr. Jan-Hinrik Schmidt<br />
Oliver Zeisberger</p></blockquote>
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