Filter (2)
geschrieben von Richard on 19 Mrz 2009
Es ist ja nicht so, dass es sonderlich überraschen würde, wütend macht es aber allemal: offenbar ist die ganze Diskussion, in der die Familienministerin so vehement ihre Schnapsidee von der Filterung kinderpornografischer Seiten voranzubringen versucht (und zwar mit der Brechstange: “Ich lasse mich davon nicht abbringen”) nun in einem Stadium, in dem man auch langsam mal offen darüber reden kann, worum es wirklich geht: wirtschaftliche Interessen.
In den abschließenden Verhandlungen mit dem Familienministerium in großer Runde ist laut Ansicht von eco-Vertretern ferner klar geworden, dass es den bislang beteiligten Ressorts einschließlich des Wirtschafts- und Innenministeriums nicht nur um die von Experten als wirkungslos erachteten Sperrungen im Bereich Kinderpornographie gehe. Von einer entsprechenden Beschränkung sei nicht mehr die Rede gewesen. Somit stünde die Tür offen für Blockadeforderungen etwa auch von Rechteinhabern im Kampf gegen Copyright-Verstößen im Netz oder von den Betreibern staatlich genehmigter Glücksspieleanbieter gegen die illegale Online-Konkurrenz.
Die Filterinfrastruktur ist allerdings auch viel zu verlockend und teuer, als dass sie nur für die paar KiPo-Seiten installiert wird. Mich würde es nicht wundern, wenn schon über Kostenbeteiligungen von Rechteinhabern an der Infrastruktur diskutiert würde.