Filter (2)

Geschrieben von Richard am 19 Mrz 2009 |

Es ist ja nicht so, dass es sonderlich überraschen würde, wütend macht es aber allemal: offenbar ist die ganze Diskussion, in der die Familienministerin so vehement ihre Schnapsidee von der Filterung kinderpornografischer Seiten voranzubringen versucht (und zwar mit der Brechstange: “Ich lasse mich davon nicht abbringen”) nun in einem Stadium, in dem man auch langsam mal offen darüber reden kann, worum es wirklich geht: wirtschaftliche Interessen.

In den abschließenden Verhandlungen mit dem Familienministerium in großer Runde ist laut Ansicht von eco-Vertretern ferner klar geworden, dass es den bislang beteiligten Ressorts einschließlich des Wirtschafts- und Innenministeriums nicht nur um die von Experten als wirkungslos erachteten Sperrungen im Bereich Kinderpornographie gehe. Von einer entsprechenden Beschränkung sei nicht mehr die Rede gewesen. Somit stünde die Tür offen für Blockadeforderungen etwa auch von Rechteinhabern im Kampf gegen Copyright-Verstößen im Netz oder von den Betreibern staatlich genehmigter Glücksspieleanbieter gegen die illegale Online-Konkurrenz.

Die Filterinfrastruktur ist allerdings auch viel zu verlockend und teuer, als dass sie nur für die paar KiPo-Seiten installiert wird. Mich würde es nicht wundern, wenn schon über Kostenbeteiligungen von Rechteinhabern an der Infrastruktur diskutiert würde.


Thor Steinar

Geschrieben von Richard am 19 Mrz 2009 |

Das Baumblütenfest in Werder vor ein paar Jahren war vor allem von zwei Dingen geprägt: von widerlich süsser Obstalkoholplörre Wein und Thor Steinar tragenden Nazis. Das gehörte da offenbar zusammen, wenigstens der Wein ist ja  so etwas wie ein Kulturgut und -ehrlich gesagt- hat er uns auch ein paar denkwürdig heitere Stunden beschert. Auf die immense Ansammlung von erschreckend offen und unbehelligt auftretenden Nazis hätte ich allerdings gut verzichten können damals. Denen gemein war allen eine gewisse Vorliebe für die Marke Thor Steinar der Firma Mediatex aus Königs Wusterhausen (komisch dieses zwanghafte uniformierenwollen). Das dürfte sich nun allerdings ändern, denn die Marke ist offenbar an einen arabischen Investor verkauft worden. Huch denkt man da, das ist ja etwa so als trete der Papst zum Islam über oder käme Guido Westerwelle (der Küppersbusch hat ihn ja mal als Kreuzung zwischen Aal und Girokonto beschrieben) mit Turnschuhen und Rentierpulli in den Bundestag. Ich erinnere mich noch gut an einen Werbespot für Instant-Kartoffelpüree, in der eine Vorzeigedurchschnittsfamilie tsunamiartige Empörung über einer Werbeoma zusammenschlagen lies, die nicht mehr stampfen wollte (Kartoffeln, für ihr hausgemachtes Kartoffelpü) und statt dessen lieber das schleimige Zeug aus der Tüte zum Sonntagsbraten servierte. Im Werbespot ging alles gut aus: die Familie war begeistert vom Tütenpulverfrass und das Sakrileg war vergessen. So leicht wird es die Nazi-Marke wohl nicht haben. Möglicherweise ist sie durch den Besitzerwechsel ja sogar wertlos geworden, weil die Stammklientel nicht mehr ihre Stütze einem Araber in den Rachen werfen will. Mir soll es recht sein. Ich fand es sowieso doof, das sich Nazis der norwegischen Flagge bemächtigten und Worte wie Narvik und Tromsö einen negativen Beigeschmack hatten.


Thru You

Geschrieben von Richard am 6 Mrz 2009 |

Ich bin gerade total bezuckert, weil ich auf Kutiman und sein Projekt Thru You gestoßen bin. Einige Tage hatte die Seite deutlich mehr Aufmerksamkeit, als die Infrastruktur verkraften konnte, inzwischen sind seine Youtube-Mashups aber auch auf Youtube zu sehen. Exemplarisch: “Mother of all Funk Chords”

Really Cool Stuff!