Von China lernen…

Geschrieben von Richard am 2 Sep 2008 |

Als ich Anfang der 90er mit dem Studium anfing, waren Begriffe wie ‘lean production’ und ‘just in time’ noch Schlagworte, mit denen man leicht erklären konnte, warum es auch gut ist, von Asien zu lernen. Das ist auch zweifelsohne immernoch so. Doch nun schlägt ein irrlaufender Parlamentarier ausgerechent eine Praxis zu Übernahme vor, die monatelang Gegenstand erbitterter Diskussionen war und ist und vor allem von westlichen Demokratien gegenüber China gern als Misstand angeprangert wird: die Zensur des Internet. Hans-Peter Uhl (CSU, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag) lässt den Focus wissen, dass er gern Provider per Gesetz zwingen will, bestimmte Seiten aus dem Netz zu nehmen.

Spätestens seit den Olympischen Spielen in Peking wisse man, was möglich sei: „Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.”

Ich bin sicher, das die Vergabe der Spiele nach Peking irgendwo im hintersten Ende auch die Motivation hatte, mehr Offenheit in das Reich der Mitte zu exportieren. Offenbar funktioniert der Ideenaustausch aber auch mit umgekehrtem Vorzeichen.

Update: Auf abgeordentenwatch.de harrt im Übrigen eine Frage zu diesem Interview auf Beantwortung. hat Herr Dr. Uhl eine Frage zu diesem Interview beantwortet. Darin bringt er seine Empörung zum Ausdruck und erklärt, warum eine solche Sperre nur bedingt sinnvoll ist. Für notwendig hält er sie jedoch nach wie vor, oder vorsichtiger: Wert, darüber nachzudenken. Von China ist dann auch keine Rede mehr.