«
»


Asien, Bomben, Golf

geschrieben von Richard on 27 Mai 2008

In einem Spiegel-Interview klagt der Professor für Politik an der National University of Singapore Kishore Mahbubani über westliche Arroganz und den irrigen Ansatz, Demokratie funktioniere immer und überall und sofort. Die Spiegeljournalisten bestätigen ihn dann unfreiwillig gleich selbst mit ihrer unappetitlich belehrenden Fragerei. Auch für einen glühenden Demokraten enthält das Interview ein paar Perspektiven, die lohnen, wahr genommen zu werden.

Und wie um den Standpunkt des Professors zu bestätigen, kommt mir diese Meldung unter, nach der die USA sich strikt weigern, Streubomben zu verbieten. Grund dafür: Das Verbot würde internationale Hilfseinsätze gefährden. Ja genau. Alle, die dem Abkommen über die Ächtung von Streubomben beitreten, könnten dann ja nicht mehr auf militärischer Ebene mit den USA zusammenarbeiten, die durch das Abkommen kriminalisiert würden. Da muss man erstmal darauf kommen.

Und noch oben drauf das unsägliche Bush-Interview (Volltext, Video), indem der “mächtigste Man der Welt” über die Opfer aufklärt, die er sich während des Irak-Krieges selbst abverlangt. Und da wird der ungläubige Zuhörer in der Tat verblüfft: Der Präsident hat das Golf-Spielen aufgegeben (und selbst das ist gelogen). Natürlich ist dieser Kracher nur ein Mosaiksteinchen, eines in seiner Selbstwarnehmung bizarr gestörten Menschen. Lest das ganze Interview mit Bush’s Sicht auf das Kyoto-Protokoll (viel zu lasch, da mache ich nicht mit, weil China und Indien auch nicht mitmachen!), den internationalen Strafgerichtshof (alles nur eine Frage der Popularität in Europa!) und Folter (sowas machen wir nicht, wir schützen uns nur!).

Eine Antwort auf das Interview könnt ihr hier sehen, von Keith Olbermann. Schönes Spektakel, dass sogar amüsant sein könnte, ob der sehr ambitioniert vorgetragenen Kritik, wenn es nicht so bitter ernst wäre.

Kommentar hinterlassen

Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu hinterlassen.