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Bildung als Makel

geschrieben von Richard on 5 Mai 2008

Heute lese ich auf Heise.de, wie es um Bildung in den USA bestellt ist, und ehrlich gesagt, ist das nichts, was mich wirklich in Erstaunen versetzt. Die Dynamik, mit der die Entwicklung einer Gesellschaft voranschreitet, die immer weniger von der Welt weiss und vor allem wissen will, erstaunt dennoch. Dumm sein als Lifestyle. Ich fürchte, wir sind davon nicht mehr weit entfernt. Jedenfalls könnte man den Eindruck gewinnen, wenn man diese Aufzeichnung aus dem Sächsischen Landtag verfolgt. Thema war die nunmehr seit 100 Tagen geltende Vorratsdatenspeicherung.

Der Abgeordnete der Grünen Johannes Lichdi zeichnet in einem schönen Beispiel nach, wie man allein anhand von Verbindungsdaten auf die Inhalte der Kommunikation schließen kann. Zwar zu schnell vorgetragen aber insgesamt recht amüsant und originell.

Der Abgeordnete der Linksfraktion zitierte mit einer erfrischend freien Rede vor allem eine Unmenge von Zahlen, die aber, wenn man den Faden nicht verliert, eindrucksvoll zeigen, wie wenig angemessen die Speicherung der Kommunikationsdaten zur Verbrechensbekämpfung ist.

Was dann aber kommt, beleidigt den einigermaßen informierten Zuhörer. Auffällig ist auch, wie holzschnittartig mit immer wieder den selben dünnen Argumenten versucht wird, diesen massiven Grundrechtseingriff zu rechtfertigen. CDU und SPD kommen immernoch mit dem Argument, dass hätte uns die EU aufgezwungen. Und natürlich hören wir auch wieder das Beispiel der Anschläge von Madrid, wo angeblich durch Verbindungsdaten die Täter ermittelt werden konnten. Verhindert hat das die Anschläge freillich nicht. Der SPD-Abgeordnete verneint die Möglichkeit der Erstellung von Bewegungsprofilen, weil ja nur am Beginn eines jeden Gesprächs der Standort ermittelt wird.

Für wie blöd halten die uns eigentlich? Sind die selber so blöd?

Schauts euch an, ist länglich, aber lohnt sich.

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