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F*ckende Marienkäfer

geschrieben von Richard on 27 Nov 2007

Wer kennt ihn nicht, den nervigen Spot mit den kopulierenden Käfern in einem Kleinwagen aus Frankreich. Ich frage mich seit langem, was die Koksnasen aus der Werbeabteilung dabei wohl im Sinn hatten? Vermutlich beginnt das, was später als einer dieser unsäglichen Spots endet, mit einer Analyse der Zielgruppe. Beim beworbenen Kleinwagen dürfte das entweder die adipöse, kontaktarme Krankenschwester Anfang 20 sein, die das Amaturenbrett gleich nach dem Kauf mit Diddl-Mäusen vollmüllt und schon fast alles gegen ihre vulkanartige Akne ausprobiert hat oder die gelangweilte, mittelalte Hausfrau mit roter Plüschküche und einer ausgesprochenen Vorliebe für billige, weinhaltige Erfrischungsgetränke, die immer sehnsüchtig dem Klempner aus dem Reihenhaus nebenan beim Rasenmähen zusieht.

In beiden Fällen ist folgerichtig mit sachlichen Argumenten kein Blumentopf zu gewinnen also muss man bei den potenziellen Kleinwagepiloten auf der emotionalen Schiene punkten. Es erscheint mir plausibel, dass, wer Diddl-Mäuse liebt und zuviel Sangria säuft, auch prima in die “das-ist-aber-niiiiiieeedlich”-Schublade passt. Und da sind Marienkäfer, diese lustigen schwarz-roten Gesellen, perfekt. Also fliegen die beiden Krabbler erstmal für ein paar Sekunden um den Wagen herum, um sich dann liebestrunken auf der Kiste niederzulassen. Was dann kommt, dürfte in etwa den geheimen Träumen der Zielgruppe entsprechen: neues Auto, das die physische Interaktion mit einer idealerweise zum bevorzugten Geschlecht gehörenden Person verspricht. Und dann gehts so richtig schön frivol zur Sache und die Kiste wackelt und da werden Stellungen gewechselt und die Macher entblöden sich nicht, auch noch die Szene aus der Titanic-Schmonzette zu parodieren, in der die beiden Protagonisten in einem Auto, nunja, aehm, *hüstel* …eine Menge feuchte Luft erzeugen.

Am Ende ist alles, was wir aus dem Spot lernen, dass der Kleinwagen offenbar eine kopulationstaugliche Federung hat. Jedenfalls wenn man nicht mehr wiegt, als ein kleiner Käfer. Damit dürfte die Krankenschwester allerdings wieder aus dem Rennen sein. Darüber hinaus wird hier ein Auto verkauft, auf/in dem Käfer gerne f*cken. Will das wirklich jemand? Ich glaube, ich werde mal bei nächster Gelegenheit eine Fahrerin des beworbenen Kleinwagens danach Fragen. Die Ohrfeige ist es mir wert….

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