Fremdsprachen (3)

Geschrieben von Richard am 29 Nov 2007 |

Neulich in einem Klamottenladen, nachdem ich alles gefunden hatte, wonach ich suchte, stehe ich an der Kasse und erfreue mich am Anblick der fleissigen jungen Dame, die den Kunden unentwegt freundlich lächelnd die gekauften Stücke in Tüten verpackt, Karten durch Lesegeräte zieht und Belege aushändigt. Sie ist Anfang Zwanzig und hat offenbar wirklich Spass an ihrer Arbeit.

Meine Freude wächst mit jedem Schritt, den ich näher komme, alles in allem ein sehr schöner Anblick. Dann macht sie all das kaputt, als sie sagt:

“Kassnzettl haich mit inne Tüte jemacht”

Ich: “Vielen Dank!” und verlasse den Laden mit dem Gefühl, dass man hat, wenn man in einen wunderschönen Apfel beisst und dann feststellt, dass darin schon eine fette Made Quartier bezogen hat.


F*ckende Marienkäfer

Geschrieben von Richard am 27 Nov 2007 |

Wer kennt ihn nicht, den nervigen Spot mit den kopulierenden Käfern in einem Kleinwagen aus Frankreich. Ich frage mich seit langem, was die Koksnasen aus der Werbeabteilung dabei wohl im Sinn hatten? Vermutlich beginnt das, was später als einer dieser unsäglichen Spots endet, mit einer Analyse der Zielgruppe. Beim beworbenen Kleinwagen dürfte das entweder die adipöse, kontaktarme Krankenschwester Anfang 20 sein, die das Amaturenbrett gleich nach dem Kauf mit Diddl-Mäusen vollmüllt und schon fast alles gegen ihre vulkanartige Akne ausprobiert hat oder die gelangweilte, mittelalte Hausfrau mit roter Plüschküche und einer ausgesprochenen Vorliebe für billige, weinhaltige Erfrischungsgetränke, die immer sehnsüchtig dem Klempner aus dem Reihenhaus nebenan beim Rasenmähen zusieht.

In beiden Fällen ist folgerichtig mit sachlichen Argumenten kein Blumentopf zu gewinnen also muss man bei den potenziellen Kleinwagepiloten auf der emotionalen Schiene punkten. Es erscheint mir plausibel, dass, wer Diddl-Mäuse liebt und zuviel Sangria säuft, auch prima in die “das-ist-aber-niiiiiieeedlich”-Schublade passt. Und da sind Marienkäfer, diese lustigen schwarz-roten Gesellen, perfekt. Also fliegen die beiden Krabbler erstmal für ein paar Sekunden um den Wagen herum, um sich dann liebestrunken auf der Kiste niederzulassen. Was dann kommt, dürfte in etwa den geheimen Träumen der Zielgruppe entsprechen: neues Auto, das die physische Interaktion mit einer idealerweise zum bevorzugten Geschlecht gehörenden Person verspricht. Und dann gehts so richtig schön frivol zur Sache und die Kiste wackelt und da werden Stellungen gewechselt und die Macher entblöden sich nicht, auch noch die Szene aus der Titanic-Schmonzette zu parodieren, in der die beiden Protagonisten in einem Auto, nunja, aehm, *hüstel* …eine Menge feuchte Luft erzeugen.

Am Ende ist alles, was wir aus dem Spot lernen, dass der Kleinwagen offenbar eine kopulationstaugliche Federung hat. Jedenfalls wenn man nicht mehr wiegt, als ein kleiner Käfer. Damit dürfte die Krankenschwester allerdings wieder aus dem Rennen sein. Darüber hinaus wird hier ein Auto verkauft, auf/in dem Käfer gerne f*cken. Will das wirklich jemand? Ich glaube, ich werde mal bei nächster Gelegenheit eine Fahrerin des beworbenen Kleinwagens danach Fragen. Die Ohrfeige ist es mir wert….


Fremdsprachen (2)

Geschrieben von Richard am 27 Nov 2007 |

“Wie soll ich denn bein Pimpkie shoppen gehen, wenn keiner Schmiere steht?”


Bretto & Nutto

Geschrieben von Richard am 27 Nov 2007 |

Der Pispers mal wieder. Hier erklärt er das, was einst die Kanzlerin ins Schleudern brachte, äußerst souverän.


Ein Sperling

Geschrieben von Richard am 21 Nov 2007 |

Sie sollen ja selten geworden sein. Ich hatte einen vor der Linse, ein kleiner flinker Geselle, der mir zum schönsten Foto verholfen hat, als er fast weg war.


Architektur vom Feinsten

Geschrieben von Richard am 15 Nov 2007 |

Anläßlich eines entspannten Sonntagsspaziergangs im Spätherbst, bei dem ich viel Laub und goldenes Sonnenlicht geniessen konnte, wurde ich auch eines Kleinods moderner Architektur ansichtig, dass sich sensibel und einfühlsam in das Ensemble aus schmuck restaurierten Gründerzeithäusern mit Fachwerkelementen einfügt und unauffällig in sprachlos machender Schlichtheit bezaubert.


Wiefelspütz sagt wie es läuft

Geschrieben von Richard am 13 Nov 2007 |

Dr. Dieter Wiefelspütz hat auf abgeordnetenwatch.de zum Thema Vorratsdatenspeicherung Farbe bekannt. Bei der namentlichen Abstimmung am Freitag hatte er noch gefehlt. In einer Antwort auf die Frage nach der Vertretbarkeit dieses Gesetzentwurfes macht er jedoch klar, dass die beschlossene Vorratsdatenspeicherung seine volle Zustimmung hat. Und zwar unabhängig von der Terrorismus-Gefahr: “Vorratsdatenspeicherung hat mit Terrorismusbekämpfung relativ wenig zu tun. Ich wäre für die Vorratsdatenspeicherung auch dann, wenn es überhaupt keinen Terrorismus gäbe.” Aha. weiterlesen »


Vorratsdatenspeicherung beschlossen

Geschrieben von Richard am 9 Nov 2007 |

Mit den Stimmen der CDU/CSU und SPD hat die große Koalition heute das Gesetz zur Telekomunikationsüberwachung beschlossen. Nur 11 Abgeordnete der Koalitionsparteien haben bei der namentlichen Abstimmung gegen das Gesetz gestimmt. Die Oppositionsparteien haben dies geschlossen getan.

Ottmar Schreiner, der in einer Email Anfang Juli noch deutlich gegen den Gesetzes-Entwurf argumentiert hatte, hat sich heute nur zu einer Stimmenthaltung durchringen können. Herr Dr. Gauweiler hat tatsächlich, wie angekündigt, mit ‘Nein’ gestimmt. weiterlesen »


Grundrechte und Terrorismus

Geschrieben von Richard am 7 Nov 2007 |

Frage: Is it ever reasonable to restrict constitutional freedoms in the name of fighting terrorism?

Antwort: In our opinion, no.

Na da kann man doch nur zustimmen, oder? Interessant wird es, wenn man weiss, wer da geantwortet hat und in welchem Zusammenhang. Es war Dana Perino, Pressesprecherin des Weissen Hauses, in einer Pressekonferenz, in der die Bush-Regierung die aktuellen Vorgänge in Pakistan verurteilt. Yeah! Ich bin sicher, da war Koks im Spiel. Diese dreiste Lüge kam so überzeugend, wie seinerzeit der Daum’sche Satz vom “absolut reinen Gewissen”.