Pilze (3)

Geschrieben von Richard am 29 Sep 2007 |

img_4969Immernoch Pilze, diesmal nicht frisch aber fast. Geputzt und zerkleinert sind tiefgefrorene Steinpilze ziemlich nahe am frischen Original. Heute im Risotto.

Dazu hab ich Putenröllchen gemacht. Gefüllt mit kurz in Butter und mit einer kleinen Zwiebel und etwas Knoblauch angedünstetem Blattspinat und Schafsmilch-Feta.

Und dann habe ich heute zum ersten mal frische Rote Bete ausprobiert. Die aus dem Glas ist eher nicht so mein Ding, allerdings mit frischer auch nicht zu vergleichen. Zuerst die Knollen eine gute halbe Stunde gekocht und

abgeschreckt. Dann habe ich das Ganze in einem Salat verbaut mit Feldsalat und Walnüssen. Das war ziemlich lecker. Eher ein Wintergericht. Kräftig, macht auch satt. Angemacht habe ich das Ganze mit Olivenöl, Balsamico, Rotweinessig und Pfeffer/Salz. Mehr braucht es nicht. Hier sind die Fotos. weiterlesen »


Pilze (reloaded)

Geschrieben von Richard am 28 Sep 2007 |

Steinpilze im Rührei, mit kleinen Schinkenwürfeln.pilze_ei Dazu einen Schnittlauchreis.


Auf den Punkt gebracht

Geschrieben von Richard am 24 Sep 2007 |

Dr. Wolfgang Schäuble ist bei Kabarettisten vermutlich ungefähr so beliebt wie Edmund Stoiber (Der, der jetzt bei der EU Bürokratie abbauen soll; vermutlich damit er anderswo keinen Schaden anrichtet; hoffentlich merkt er das erst in Brüssel.) Denn diese beiden liefern genügend Stoff auch für die nicht ganz so subtilen Kabarett-Künstler, eben weil sie so unglaubliche Dinge von sich geben, die man nicht mal mehr großartig überhöhen muss. Volker Pispers gehört zweifelsohne nicht zu den Flachzangen aber der Versuchung Schäuble kann er sich dennoch nicht entziehen. Warum auch, wenn sowas dabei herauskommt:


Pilze

Geschrieben von Richard am 20 Sep 2007 |

Abendessen heute: Rührei mit frischen Steinpilzen aus dem Harz, Büffelmozarella, Tomaten und frisches Krustenbrot mit zimmerwarmer Butter (nicht zu knapp).


Erst Kommentar, zu lang, jetzt Beitrag

Geschrieben von Richard am 19 Sep 2007 |

Replik auf einen Kommentar:

Ich hoffe -ehrlich gesagt- überhaupt nicht. Denn das genau ist es, womit Schäuble und sein Kumpel Jung spielen: Mit der Angst der Bevölkerung, die dann irgendwann jeden Eingriff in die Grundrechte abnicken wird, wenn das skizzierte Horrorszenario nur glaubhaft und schrecklich genug ist. Es lässt sich immer ein Tatbestand konstruieren, der für sich allein genommen vieles rechfertigen würde. Man denke nur an die substanzlose Warnung vor einem atomaren Terrorschlag, die sich bei näherer Betrachtung als so wage herausgestellt hat, dass auch das Innenministerium zurückrudern musste. Allein desshalb haben wir ein Grundgesetz, dass eben jene grundsätzlichen und unveräußerlichen Rechte garantiert, die hier im beinahe Minutentakt auf dem Altar der allumfassenden (trügerischen) Sicherheit geopfert werden sollen. Warum machen die sowas?

Nun, die Zeit ist günstig, eine große Koalition verspricht ZweiDrittelMehrheiten. Und der kleine Koalitionär scheint mir in keiner besonders widerstandsfähigen Verfassung zu sein. Ich hoffe nur, dass die “wenn-ihr-Heulsusen-nicht-zustimmt,-seid-Ihr- schuld-am-Untergang”-Strategie nicht aufgeht und ein Rest von Menschenverstand den Schaden begrenzt, der entstanden ist und noch entstehen wird. Allein die Hoffnung schwindet.

Ein Verteidigungsminister, der zusammen mit einem Kollegen vom Innenressort eine “Eilkompetenz” haben will, erinnert schon fatal an “Ermächtigung”. Blonde (Achtung, chauvie-Klischee) Fernsehmoderinnen verlieren ihren Job weil sie nicht Nachdenken vor einem Interview, was sicher dumm ist, aber dem Niveau angemessen, und dann die Nazi-Gebährförderung gutfinden. Im gleichen Land aber laufen Minister Amok und keiner schmeisst die raus. Ich halte es für ein eklatantes Versagen, dass die Doppelquotenkanzlerin (ostdeutsch und Frau) hier nicht einschreitet; und zwar energisch. Der Jung stellt sich hin und sagt: es ist mir egal was das BVerfG sagt, dann müssen wir eben das Grundgesetz ändern. Wofür hält der sich? Den Sonnenkönig? (“L’État c’est moi – Der Staat bin ich!”). Dann schiebt er noch hinterher, dass er ja dann zurücktreten würde, wenn er einen Flugzeugabschuss befehlen müsste. Warum? Wenn er das für angemessen und mit dem Grundrechten vereinbar hält, hätte er doch keinen Grund. Ich frage mich, warum Schäuble und Co. auf das Grundgesetz geschworen haben, wenn sie das ständig ändern wollen.

Ähnlich hat es auch Beckstein letztens formuliert, als der beim unsäglichen Beckmann mit Aust und ein paar anderen substanzlos über die RAF diskutiert hat. In etwa: Unsere Polizisten wollen keine Gesetze übertreten, aber bestimmte Dinge müssen getan werden, also verschaffen wir ihnen Rechtssicherheit. Es ist also offenbar alles eine Frage der Definition. Gestern noch Grundrechtsverletzung, morgen schon Standardmaßnahme der Dorfpolizei.

Etwa 5000 Leute sterben jährlich auf deutschen Straßen und trotzdem ist ein Tempolimit auf Autobahnen ein Vorschlag, mit dem man als Verkehrsminister ruckartig unwählbar würde, obwohl das vermutlich mehrere hundert Leben retten könnte. Dabei ist Rasen nicht mal ein Grundrecht (naja, beim Bildleser vielleicht schon). Wenn aber ein ganzes Volk mit der Vorratsdatenspeicherung in seinem Kommunikationsprofil gläsern gemacht werden soll, dann ist das im Namen der Terrorabwehr vollkommen ok. Hauptsache der Bierpreis ist stabil.

Ein Aspekt macht besonders nachdenklich: Es ist ein nicht mal besonders realistisches Szenario, dass Kampfjets überhaupt die Chance haben, ein Passagierflugzeug über deutschem Luftraum kontrolliert zum Absturz zu bringen. Zwei Stichworte dazu: Geschwindigkeit und Besiedelungsdichte. Bei etwa 1000km Nord-Süd-Ausdehnung braucht ein Passagierjet eine gute Stunde zum Überflug des ganzen Landes. Wenn hier wirklich einer einen Jet am Frankfurter Flughafen kapert, haben auch entschlossene Jagdflieger mit Einsatzbefehl kaum eine Chance, den Einschlag im Kölner Dom zu verhindern. Hier kommt noch Punkt zwei zum Tragen: ein in fünftausend Metern Höhe abgeschossener Jet (sagen wir ein zu allem bereiter Kampfpilot war gerade in der Nähe) dürfte seine Einzelteile über eine erkleckliche Fläche verteilen. Dass dabei nichts am Boden getroffen wird (wir denken wieder an das Rhein-Main-Gebiet), ist eher unwahrscheinlich.

Warum fordern dann die beiden Terrorismusbekämpfungsminister mit dem Eifer eines McCarthy vergleichweise unwichtige Befugnisse? Vermutlich als Dehnungsübungen für den Geist der (un-)kritischen Massen: Wenn die das schlucken, kriegen wir auch die anderen Schweinereien durch. Wenn sie es nicht schlucken, haben wir sie wenigstens beschäftigt.

Was uns bleibt, ist unserem stetig wachsenden Unbehagen Ausdruck zu verleihen: Am 22.09. ist dazu in Berlin Gelegenheit. Mitmachen!


Greenspan: Es ging ums Öl

Geschrieben von Richard am 16 Sep 2007 |

Nunja, das eingentliche Statement überrascht niemanden, dass es von einem wie Greenspan kommt, allerdings schon: “Beim Irak-Krieg ging es vor allem ums Öl”. Darüber hinaus verteilt der ehemalige Chef der amerikanischen Notenbank schlechte Noten für die Wirtschaftspolitik der Bush-Administration.

Der Verteidigungsminister Robert Gates widersprach umgehend diesen Verlautbarungen, die aus der Autobiografie Greenspans vorab bekannt geworden sind. Der Grund der Irak-Intervention sei “die Sorge um die Stabilität in der Golfregion gewesen”. In 2003 waren jedoch Massenvernichtungswaffen und Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Quaida als Gründe genannt worden. Und das nun tatsächlich erreichte Level von Sicherheit und Stabilität in der Region dürfte nur marginal von dem in 2002 abweichen.


Übergesetzlicher Notstand

Geschrieben von Richard am 16 Sep 2007 |

Gegenüber dem Focus erklärte der Verteidigungsminister Franz Josef Jung, er würde Passagierflugzeuge abschießen lassen, um Bürger vor einem Terroranschlag zu schützen. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2006 klargestellt, das ein solches Vorgehen nicht mit dem Grundgesetz zu vereinbaren wäre. Das ist auch dem Verteidigungsminister klar. Allerdings ist seiner Ansicht nach in einem solchen Falle, in dem die freiheitlich-demokratische Grundordnung gefährdet sei, eine solche Aktion mit übergesetzlichem Notstand zu rechtfertigen. Für mich stellt sich hier allerdings einmal mehr die Frage, wer hier die freiheitlich-demokratischen Grundordnung tatsächlich bedroht. Nachdem nun die Verfassungsrichter den Abschuss von Passagierflugzeugen für grundgesetzwidrig befunden haben, stellt sich der Minister einfach in einen Raum ausserhalb dieses Rechtsrahmens und glaubt so die Beschränkungen umgehen zu können. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Jung dazu nur besonders zuverlässige Piloten einsetzen will. Offenbar rechnet er damit, dass auch Soldaten ein Gewissen haben könnten.


Hormone und die Wirklichkeit

Geschrieben von Richard am 16 Sep 2007 |

“Wie sich durch unsere Untersuchungen herausstellte, haben Hormone so tiefgreifende Auswirkungen auf das weibliche Gehirn, dass man mit Fug und Recht behaupten kann, die Realität einer Frau werde durch sie erst erschaffen.” Louann Brizendine, amerikanische Neurobiologin und Neuropsychiaterin1

Das erklärt einiges.

  1. gefunden in Technologie Review Printausgabe März 2007 []

Käsekuchen [Update]

Geschrieben von Richard am 15 Sep 2007 |

kasekuchen

Für’s Wochenende…

[Update]

Nachdem Schäuble nun quasi den Weltuntergang angekündigt1 hat, mit dem netten Rat verbunden, sich die verbleibende Zeit nicht verderben zu lassen, scheint mir der Käsekuchen genau das Richtige gewesen zu sein.

  1. Atom-Anschlag ist nur eine Frage der Zeit []

“Klimafreundliche” Ölsandaufbereitung

Geschrieben von Richard am 11 Sep 2007 |

Offenbar plant Shell für die Rohölgewinnung aus Ölsanden in Kanada zukünftig auch Nuklearenergie einzusetzen.

Die Rohölgewinnung aus Ölsanden ist eine energieintensive Sache, bei der zur Separierung des Gemisches aus Sand/Ton, Wasser und sehr schwerem Rohöl Unmengen von heissem Wasser und damit Energie benötigt werden. Bei der Produktion von einem Barrel Rohöl fallen so mehr als 80kg Treibhausgase1 und 4 Barrel Abwasser an.

Nun kommt zur Deckung der Energiemengen offenbar neben der jetzigen Verwendung von Gas als Energieträger auch Atomkraft ins Spiel. Das lässt zumindest der Bau eines neuen, mehr als 4 Mrd. Euro teueren Atomkraftswerks für Energie Alberta vermuten. Die Kapazität des Kraftwerks ist nach Angaben der Betreiber bereits zu 70% an einen großen Abnehmer verkauft, der nicht genannt werden will.

Auf Nachfrage wollte ein Sprecher von Shell Kanada weder bestätigen noch dementieren, der Abnehmer zu sein. Allerdings gehöre Atomernergie zu den erwogenen Optionen.

Grund für den erhöhten Energiebedarf ist die geplante Verfünffachung der Produktionsmenge von derzeit 155.000 Barrel pro Tag innerhalb der nächsten 20 Jahre.

Walt Patterson, Mitglied des Think-Tanks Chattham House dazu: “Allein die Extraktion von Rohöl aus Ölsand macht mir schon Angst. Die ganze Idee ist vor dem Hintergrund der derzeitigen Klimaschutzdebatte vollkommen pervers. Das ganze dann auch noch mit Atomstrom zu betreiben, ist die schlechteste aller Ideen.”

Man muss sich mal auf der Zunge zergehen lassen, was da gerade passiert: Die Rohölproduktion aus immer schlechter zugänglichen Lagerstätten wird durch die steigende Rohölpreise lukrativ, verschlingt aber Unmengen von Energie, hinterlässt Tagebaulöcher in der Größe von kleinen europäischen Staaten und soll nun auch noch mit Atomkraft betrieben werden. Fehlt nur noch, dass das Ganze dann als Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen deklariert wird.

  1. etwa 3mal mehr als bei konventioneller Produktion []

Terroristin, 4 Jahre

Geschrieben von Richard am 11 Sep 2007 |

Terroristen kommen in rosafarbenen Kapuzenpullis.


Christlicher Gottesstaat

Geschrieben von Richard am 10 Sep 2007 |

Ronald Pofalla sieht sich gern als jemand, der fundamentalistische unerschütterliche Grundsätze hat. Und die will er vermitteln. Desshalb gehören seiner Ansicht nach Kruzifixe in alle deutschen Schulen. Ohne Ausnahme. Gleichzeitig läd er aber auch nicht konfessionell gebundene Bürger ein, in seiner Partei für die Freiheit und Würde aller Menschen einzutreten. Warum will der dann alle Kinder unter das Kreuz zwingen? Passt aber zu seiner Parteikollegin, die die biblische Schöpfungsgeschichte im Biologieunterricht verorten will.

Etwas umfangreicher zu diesem Thema auch noch hier.


Bad Day for Bush

Geschrieben von Richard am 7 Sep 2007 |

Zunächst begann Bush’s Rede vor Industrievertretern anläßlich des APEC Gipfels in Sidney 10 Minuten später, damit die Organisatoren noch die zahlreichen freien Plätze in den vorderen Reihen mit Gästen von weiter hinten auffüllen konnten (sieht besser aus für die Kameras, hat in der DDR damals doch auch funktioniert). Dann landete der POTUS schon im dritten Satz einen kapitalen Volltreffer, als er dem australischen Premier Howard für die Organisation der OPEC-Konferenz (sic!) dankte.

Den nächsten Fettnapf enterte Bush kopfüber, als er sich erneut voll warmer Dankbarkeit an Premier Howard wandte und mit Bezug auf dessen Irakbesuch im letzten Jahr den “Austrian Troops” für ihr Engagement dankte.

Well, Mr. President, Austria is the one without the kangaroos.

Zu guter Letzt verpasste Dubya noch den richtigen Bühnenabgang.

Wer Lust auf mehr Fettnäpfe hat, in die der mächtigste Mann der Welt schon mit Anlauf gesprungen ist, dem sei das hier empfohlen. Lohnt sich. Da gibts zum Beispiel die Rede in der Bush in 28 Minuten 95 mal “al Qaida” erwähnt. Oder die Schilderung, wie Bush auf einer gigantischen Caterpillar-Raupe bei einem Pressetermin versehentlich Journalisten jagt. Schön auch die Bilderserie von der Massageatacke auf Angie Merkel beim G8 Gipfel in Russland in 2006 gleich darunter.


auch das noch…

Geschrieben von Richard am 7 Sep 2007 |

In Sachsen liegt die NPD in Umfragen erstmals vor der SPD.

Da hat ein britischer Goldschmied und Sohn eines Bomberpiloten im 2. Weltkrieg, der an den Angriffen auf Dresden beteiligt war, das Kreuz auf der Frauenkirche gemacht, als Zeichen der Versöhnung und der Mahnung und über 9% der Sachsen würden bei Landtagswahlen NPD wählen. Ich meine wenn die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwindet, hat sie sich das selber zuzuschreiben. Aber offenbar mangels Alternativen NPD wählen? Das ist so wie bei einer Magenverstimmung Selbstmord begehen, damit die Übelkeit weggeht.

Mensch Sachsen! Ihr habt die Elbe1 und an deren Ufern so wunderbare Sachen wie den Zwinger, Pillnitz und das Elbsandsteingebirge. Ihr habt einen ziemlich lustigen Dialekt. Ihr habt Christ-Stollen und die Moritzbastei. Eine Semperoper, eine Frauenkirche, Kunst bis zum Abwinken, einen starken August, einen tollen Zoo in Leipzig2 und auch eine Gosenschänke. Auch das Erzgebirge ist schön. Plauen mit der Spitze, Seiffen mit den Stehrumchen, Glashütte mit den Uhren, Meissen mit den blauen Schwertern und Dresden mit AMD. Ihr habt Radeberger, Wernesgrüner, Ur-Krostitzer, Eierschecke, Quarkkäulchen und Leipziger Allerlei.

Und was macht ihr? Euch den Landtag schmutzig! Schon wieder! Warum macht ihr immer die selben Fehler? Macht doch mal Neue!

  1. gut, die haben auch andere []
  2. und noch viel mehr da []

Persönliche Beleidigung

Geschrieben von Richard am 3 Sep 2007 |

Heute bekam ich eine Mail mit dem Subject: Stilvoll und trendstark – das neue Schuhsortiment ist eingetroffen, Herr xxxxxxx.

Verdammt, wofür halten die mich?


Heute morgen beim Bäcker

Geschrieben von Richard am 3 Sep 2007 |

Ich bin morgens auch nicht immer ein Ausbund an Frohsinn, aber was ich heute wieder beim Bäcker erlebt habe, schreit nach Dokumentation.

Ich (beim Betreten des Ladens): “Morgäään!” [wirklich freundlich]

Ich bin dran. Das zeigt mir die Verkäuferin, indem sie sich umdreht und erstmal den Ofen ausräumt. Ok, das muss sein und auf die Minute kommt es ja nun auch nicht an. Dann ist sie fertig und wendet sich mir zu, ohne etwas zu sagen. Das ist offenbar mein Zeichen. Ich formuliere seidenweich meinen Wunsch:

“Ich hätte gern ein Roggenbrötchen.” Yentzieh, dessen Charmeoffensiven an der Fleischtheke unter uns schon legendär sind, wäre stolz auch mich.

Wieder wortlos stopft die Missmutige das heute besonders kleine Teil in eine Tüte und bellt: “Zweiundvierzich!” Seit Douglas Adams wissen wir, dass das die Antwort auf alle Fragen des Universums ist, aber die hatte ich ja noch gar nicht gestellt.

Ich also nun nicht mehr so seidenweich:”Cent nehme ich an?! Bitteschön!” Ich lasse das Geld passend auf den Zahlteller fallen. Im Rausgehen murmle ich noch den Standardgruß: “Vielendankundschönentagnoch!”

Ihre Anwort (unsterblich): “Ok!”

“Wenn ein Tag so wunderschön beginnt, ist alles drin…” textete mal Jürgen “ich hab die hässlichsten Hemden der Welt” von der Lippe in einem Song. Genau so ist es.


Waffengesetz gelockert, Update: doch nicht

Geschrieben von Richard am 3 Sep 2007 |

Nach Plänen unser Bundesregierung sollen zukünftig bereits 18-jährige wieder alle Waffen kaufen können. Damit lockert die Bundesregierung die Waffengesetze, die nach dem Amoklauf von Erfurt verschärft worden waren. Als Begründug dafür wird angegeben, dass die Gesetzesänderung keinen Sicherheitsgewinn gebracht hätte und darüber hinaus eine EU-Richtline umgesetzt würde.

Kein Sicherheitsgewinn? Wie hat man das wohl festgestellt? Abgesehen davon ist der Sicherheitsgewinn der Videoüberwachung und Vorratsdatenspeicherung mindestens genau so marginal. Beim Hackertoolverbot eher negativ. Ob wir hier auch damit rechnen können, dass die Regelungen zurückgenommen werden, wenn auch für den letzten Bundespolitiker klar geworden ist, welchen Schaden das alles anrichtet? Ich habe da so meine Zweifel. Abgesehen davon erinnert mich diese Art von trail-and-error-Gesetzgebung an das Spielverhalten von Kleinkindern.

Hans Christian Ströbele wird im Rahmen der zahlreichen Stimmen des Unverständnisses auf SpOn wie folgt zitiert: “Es gibt überhaupt keinen einsichtigen Grund, warum ein junger Erwachsener ein großkalibriges Gewehr zum Spaß zu Hause im Schrank haben soll”. Mir fällt darüber hinaus auch kein Grund ein, warum ein älterer Erwachsener großkalibirige Waffen zu Hause im Schrank haben sollte. Ich bin froh in einem Land zu leben, in dem eben nicht jeder Vollpfosten im Supermarkt eine Wumme kaufen kann und dann seine erlittene Kindheit an Passanten/Kollegen oder Mitschülern aufarbeitet. Das stellt sich ganz simpel dar: Weniger Waffen, weniger Unfälle oder Amokläufe damit. Ich erinnere mich diesbezüglich noch gut an Situationen in meinem Grundwehrdienst, in denen ich scharfe Waffen und Munition in den Händen des einen oder anderen “Kameraden” für eine bedrohlich schlechte Idee hielt.

Naja, vielleicht ist das ja der erste Schritt zur Bewaffnung der Bevölkerung gegen die Terrorgefahr. Und Killerspiele werden bald Pflichtprogramm in der Grundschule. Für die Konditionierung und so…

Update: Offenbar hat sich der Bundesminister das nochmal überlegt. Wow, das ging schnell. Verbesserte Lernkurve?


DNA-Datei

Geschrieben von Richard am 2 Sep 2007 |

Die DNA-Analyse gilt nicht nur in der täglichen Arbeit der Ermittlungsbehörden als unbestechlich und sicher. In schöner Regelmäßigkeit hören wir von Sicherheitspolitikern die Forderung nach einer zentralen DNA-Datei, in der möglichst viele Personen erfasst werden, um so Spuren schnell und sicher Verdächtigen zuordnen zu können.

Wie jetzt bekannt wurde, sind von den 4 Millionen Einträgen der DNA-Datei der britischen Behörden mindestens 550.000 Profile fehlerhaft. Die angegebenen Namen sind falsch geschrieben oder vollkommen falsch. Verdächtige haben offenbar bei der Abnahme der Proben auch die Personalien von anderen Personen angegeben. Die jetzt eingeräumte Zahl könnte jedoch nur die Spitze des Eisberges sein, da hier nur die Zahl der Duplikate angegeben wurde. Wieviele Datensätze tatsächlich falsch sind, ist unklar.

Große Versandhandelsunternehmen kennen das Problem: Die Aktualität und Qualität der Kundendaten ist selten so gut, wie man sich das wünscht. Stellt sich dort eine Adresse als fehlerhaft heraus, führt das aber schlimmstenfalls zu einer falsch zugestellten Werbung. Was jedoch passiert, wenn eine Genspur von einem Tatort einem Unschuldigen zugeordent wird, weil ein Verdächtiger schlau genug war, bei einer früheren Probennahme eine falsche Identität anzugeben, ist eine ganz andere Liga.

Die Datenbank enthält darüber hinaus Daten von etwa 150.000 Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren, die verhaftet, sich dann jedoch als unschuldig erwiesen haben und nie angeklagt wurden.

Da erscheint es fast grotesk, dass die Behörden, die bereits über die größe DNA-Datenbank der Welt verfügen, die Erfassung von DNA-Profilen auch bei kleineren Vergehen forcieren wollen. Nach Plänen des britischen Innenministeriums etwa sollen künftig auch Gurtmuffel und Schwarzfahrer oder Hundehalter, die den Abfall ihrer Hunde nicht aufsammeln, in der Gendatei erfasst werden.

Wie man auch jetzt schon freiwillig DNA-Proben abgeben kann, ist hier zu lesen.