Ausgerechnet die Briten

Geschrieben von Richard am 28 Aug 2007 |

Als im Jahre 2005 die EU-Richlinie zur Vorratsdatenspeichung verabschiedet wurde, geschah das vor allem auf Druck der britischen Blair-Adminsitration und unter deren Ratspräsidentschaft. Nun setzen die Briten die Umsetzung dieser Richlinie teilweise aus. ‘Insbesondere die Speicherung der Verbindungsdaten von Internetverbindungen bringe erhebliche technische Probleme mit sich’ hatten die Branchenvertreter der britischen Internet Service Providers Association (ISPA) argumentiert. Der Gesetzgeber ist dieser Argumetation nun gefolgt, nicht ohne sich die Einführung einer Aufzeichnungspflicht zu einem späteren Zeitpunkt vorzubehalten.

Auch wenn nur “technische Schwierigkeiten” die Abschwächung des Gesetzentwurfes verursacht haben und nicht verfassungsrechtliche Bedenken, so gibt diese Entwicklung doch Anlass zur Hoffnung, dass der auch in unserem Lande wachsende Widerstand letzlich die geplante Vorratsdatenspeichung verhindert.


Grillpfanne, neue (und deren Einweihung)

Geschrieben von Richard am 16 Aug 2007 |

Nachdem ich nun seit Monaten immer wieder um diverse Grillpfannen herumgeschlichen bin, hab ich nun kurzentschlossen eine gekauft. Natürlich braucht man sowas nicht unbedingt. Aber die Grillmarken auf dem Fleisch sehen schon nett aus. Habe das Ganze dann auch mit einem angemessen dekadenten Stück Fleisch eingeweiht. Hier sind die Fotos.

Das, was hier so lieblich in der Pfanne zu schmurgeln beginnt, sind zwei 300g Rinderfilets, frischer Rosmarin vom Balkon und natürlich Knoblauch, mit dem ich die Pfanne vorher ausgerieben hatte.

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Einmal gewendet, so nach 3-4 Minuten, sah das ganze dann so aus:

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Jetzt nochmal 3-4 Minuten auf der anderen Seite und dann noch für 7-8 Minuten im Ofen bei 120°C. Danach lasse ich die göttlichen Stücke immer noch ein paar Minuten in Alu-Folie ruhen.

Dazu gab die bewährte Pilz-Paprika-Zwiebelpfanne, ebenfalls mit Rosmarin, Knoblauch und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer:

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und fertig auf dem Teller, mit frischem Pfeffer:

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Dekadent, ich weis, aber wenn man Tiere schon umbringt, um sie zu essen, soll man sie wenigstens anständig zubereiten1.

  1. frei nach Wiglaf Droste “Wo ißt Gott?” []

Mit Terror zum Atomausstieg

Geschrieben von Richard am 1 Aug 2007 |

Keine Argumentation ist Unnütz oder dumm, wenn man sie für die gute Sache zu nutzen weis. Nicht erst seit der Mann1, der sich gern mit “I used to be the next president of the United States” vorstellt, mit seinem Film2 das Klimaproblem in den Focus der Öffentlichkeit gerückt hat, und Global Warming ein Thema ist, mit dem sich sogar Stadien füllen lassen3, gibts ne Menge guter Ideen zum Thema Klimaschutz. Auch Sigmar Gabriel ist da jemand, der Morgenluft wittert und immer mal einen seiner Gedanken platziert. Auch wenn das nicht immer ein echter Kracher ist, kann der gute Mann auch mit trockenem Witz punkten.

Bei Telepolis findet sich gestern ein Artikel, der über Atomkraft, deren (Un-)beliebtheit im Allgemeinen und im besonderen in Kalifornien berichtet. Dort müssen die Energieversorger bis 2010 nachweisen, dass mindestens 20% der von ihnen verkauften Energiemenge aus erneuerbaren Ressourcen stammt. Vorgestellt wird in diesem Zusammenhang unter anderem ein interessantes Fotovoltaikprojekt in bisher beispieloser Dimension.

Aber zurück zu Gabriel. Telepolis schreibt zu seinen Ideen:

Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) versucht beim Ausstieg [aus der Atomenergie] auf die Tube zu drücken. Mit sicherem Gespür für die wunden Punkte des Koalitionspartners forderte er seinen Kabinettskollegen für Inneres und Paranoia, Wolfgang Schäuble (CDU), auf, die Abschaltung alter Atomkraftwerke in seine Aktionsliste zur Stärkung der inneren Sicherheit aufzunehmen. Atomreaktoren, die kaum gegen terroristische Angriffe wie gezielte Flugzeugabstürze gesichert seien, müssten sofort vom Netz genommen werden, sagte Gabriel. Darüber hinaus sollten die Leitwarten von Atomkraftwerken per Video überwacht werden, meinte der Minister. “Das ist allemal interessanter, als in deutsche Schlafzimmer zu schauen.”

Wo er Recht hat hat er Recht. Sieht aus, als begännen die Kabinettskollegen nach Kritik am Schäuble nun mit subtileren Strategien.

  1. Al Gore []
  2. an inconvenient truth []
  3. und ganz nebenbei marode “Karrieren” am laufen halten []