Sinkewitz
geschrieben von Richard on 18 Jul 2007
Mal wieder Doping beim Radsport. Bei der Tour de France. Im T-Mobile-Team. SpOn titelt “Fall Sinkewitz: Positive A-Probe erschüttert den Radsport“. Erschüttert? Das kann mich nicht mal mehr überraschen! Jedem, der die Geständnisse der letzten Wochen und Monate gesehen oder gelesen hat, musste klar sein, das die Methoden des Doping sicher feiner werden würden aber ein Radsport ohne Doping eine schlichte Utopie ist, solange dort viel Geld verdient wird. Bezeichnend ist auch das Statement des Teamchefs des T-Mobile Teams Bob Stapleton auf die Frage warum Doping in einem Team möglich ist, dass nach eigenen Angaben das härteste interne Kontrollprogramm aller Profiteams hat: “Wir führen keine Anti-Dopingtests im Team durch. Das liegt in der Verantwortung der deutschen Nationalen Antidopingagentur und der anderen Anti-Dopingagenturen. Wir kontrollieren das Blutvolumen und führen langfristrige Tests durch, aber wir testen nicht intern auf Testosteron. Wenn wir Antidopingtests im eigenen Team durchführen würden, könnte man uns vorwerfen, dass wir gezieltes Doping betreiben und das Verhalten der Fahrer damit steuern.” Na prima. Bei internen Testosteron-Tests1 wäre aber der dopende Radler aufgefallen. Und der PR-Gau vielleicht zu verhindern gewesen. Wenn die Teams keine internen Antidopingtests durchführen, kann man ihnen zumindest vorwerfen, unerlaubte Mittel zu billigen. Wie wäre es mit einer Selbstverpflichtung zu interen Kontrollen durch unabhängige Labore, finanziert von den Teams und mit Veröffentlichung der Ergebnisse? Was ist mit strafrechtlichen Konsequenzen für die dopenden Sportler? Die gesundheitlichen Risiken halten die “Athleten” ja offenbar nicht von diesem Wahnsinn ab. Und irgendwie ist hier ja auch der Tatbestand des Betrugs erfüllt, oder?
Konsequenz für mich: Hock nicht vor der Glotze und schau dir das Pharmawettrüsten bei der Tour de France an, sondern fahr’ selber Rad. Wenigstens bis zum Biergarten….Prost!
- tolles Wort übrigens [↩]
Was mich ja immer stutzig macht ist das Argument: “Wenn soviel Geld im Spiel ist, ist Doping geradezu zwingend”. Wie sieht’s den da in Sportarten mit größeren Budgets aus? Wird beim Fußball weniger kontrolliert? Ist körperliche Fitness bei der Formel 1 nicht notwendig, da ja der Motor alles macht?
Übrigens wer dennoch die sportlichen Ereignisse im Lande der Baguette-Verehrer nicht verpassen will und sich von den öffentlich-rechtlichen jetzt benachteiligt sieht: Eurosport!
Oder SAT1Pro7.